Zeil am Main
Festwochenende 1000 Jahre Zeil am Main

Wo Wein- und Bierfranken sich umarmen

Zeil am Main feiert am 23. und 24. Juni sein 1000-jähriges Bestehen.
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Am Samstag vor Pfingsten dirigierte Oliver Kunkel von einem Hubsteiger aus den 1000-Stimmen-Chor, der die Zeiler Hymne uraufführte. Foto: Klaus Schmitt
Am Samstag vor Pfingsten dirigierte Oliver Kunkel von einem Hubsteiger aus den 1000-Stimmen-Chor, der die Zeiler Hymne uraufführte. Foto: Klaus Schmitt
Eine malerische Stadt, von Main und Weinbergen eingerahmt, das ist Zeil am Main. Hier, wo Bier- und Weinfranken ihr Bestes geben, können Besucher Gastfreundschaft, Natur, Kultur und ganz viel Geschichte hautnah erleben - besonders in diesem Jahr, in dem die Fachwerkstadt ihr 1000-jähriges Bestehen feiert.
Zeil hat eine wechselvolle Geschichte. An den südlichen Ausläufern der waldreichen Haßberge gelegen, wird sie überragt vom Kapellenberg, der einen weiten, reizvollen Blick über das Maintal bietet. Hier oben steht das Zeiler Käppele, Ziel vieler Wallfahrten, Ausflügler und Hochzeitspaare, die hier den Weg ihres gemeinsamen Lebens beginnen. Viele Lebenswege seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1018 können im heutigen Zeil nachgegangen werden, denn die Zeiler Geschichte ist umfassend aufgearbeitet. Darin fehlen auch die dunkelsten Kapitel wie die Zeit der Hexenverbrennungen nicht. Ein Besuch im Dokumentationszentrum "Hexenturm" ist ebenso empfehlenswert wie eine Stadtführung oder ein Blick in die dreibändige Stadt-Chronik. Nicht mehr als eine Ansammlung von Höfen war Zeil wohl zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1018. Als Exklave des Hochstifts Bamberg entwickelte sich eine kleine Stadt, deren Bürger sich aus Ackerbau und Viehzucht, Obst- und Weinbau, aber auch aus der Verarbeitung des Mainsandsteins ernährte. Die Tradition der Steinhauer wird bis heute hochgehalten und Werke aus Zeiler Sandstein sind an vielen Gebäuden nicht nur in Deutschland zu bewundern.
Immer war Zeil, 1379 zur Stadt erhoben, aber auch den Machtkämpfen der beiden Hochstifte Würzburg und Bamberg ausgeliefert. Zwei Burgen und eine massive Stadtmauer mit vielen Türmen sicherten die strategisch so wichtige Stadt. Heute ist Zeil eine lebendige Kleinstadt, in der sich Industrie, Handel und Handwerk, aber auch der Tourismus gut entwickelt haben. Die malerische Pracht der Fachwerkhäuser entfaltet sich vor allem am Marktplatz, den die Zeiler auch ihre "Gute Stube" nennen. Er ist der unvergleichliche Rahmen für das Zeiler Weinfest am ersten August-Wochenende. Schmale Seitengassen, malerische Winkel und Reste der Stadtbefestigung vermitteln das Gefühl von Geborgenheit. Besucher schätzen die freundliche Aufgeschlossenheit der Bevölkerung und die gepflegte Gastlichkeit. In der Stadt gibt es eine überregional bekannte Privatbrauerei und gemütliche Biergärten. An den Südhängen der Haßberge wächst zudem ein vorzüglicher Wein, der in behaglichen Lokalen direkt vom Erzeuger kredenzt wird. Die Zeiler sind stolz darauf, dass in ihren Mauern Abt Alberich Degen geboren wurde, der die Silvanerrebe nach Franken brachte. Sie haben ihm in den Weinbergen ein Denkmal gesetzt und 1995 den Abt-Degen-Steig eröffnet, einen sehr beliebten Wanderweg mitten durch die Weinberge mit herrlichen Ausblicken. Zeils berühmter Sohn ist auch der Namensgeber für das "Abt-Degen-Weintal".


Historisches Festwochenende

Eröffnung der historischen Festtage durch Bürgermeister Thomas Stadelmann und dem Fanfarenzug Hofheim, Einakter über die 1. Urkundliche Erwähnung.
Samstag, 23. Juni: 13 Uhr
Sonntag, 24. Juni: 11 Uhr

Spielleute wie auf Mittelaltermärkten und mittelalterliches Musikprogramm im Wechsel.
Samstag: 14 bis 19 Uhr
Sonntag: 12 bis 18 Uhr

Handpuppenspiel
am Speiersbrunnen :
Samstag: 14.30, 15.30, 16.30, 17 Uhr, Sonntag: 13, 14.30, 16, 17.30 Uhr

Kinderprogramm am Schulring:
Workshops im Rudolf-Winkler-Haus, verschiedene Aktionen im Schulhof, Spielstraße für Kinder, Märchenerzählerin im Caritasgarten, Puppenbühne in der Mittelschule: sechs verschiedene Kasperl-Abenteuer für Kinder (14 Uhr, 15.30 Uhr und 17 Uhr).



Weitere Jubiläumsjahr-Veranstaltungen


4. bis 6. August:
Altstadt-Weinfest

15. und 16. September
ab 20.30 Uhr: Zeil leuchtet

21. September
19.30 Uhr, Rudolf-Winkler-Haus: Vortrag zur Stadtgeschichte (circa 1804 bis zum 1. Weltkrieg)

18. Oktober
19 Uhr, Rudolf-Winkler-Haus:
Vortrag zur Stadtgeschichte (circa 1920 bis heute)

31. Dezember
20 Uhr: Silvesterball zum Abschluss des Jubiläumsjahres

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