Ebern
Ministerbesuch

Wissenschaft für sich: Karten für FC Bayern

Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch stellte sich im Rahmen einer ganztägigen Rundreise in Franken in Ebern den Fragen der nächsten Klientel: Abiturienten, die bald "seine" Hochschulen stürmen werden. Es kam zu einer offene Diskussionsrunde und ehrlichen Antworten.
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Gestenreich untermalte Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch seine Ausführungen. Fotos:Michael Gründel
Gestenreich untermalte Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch seine Ausführungen. Fotos:Michael Gründel
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Der Mann hat ein Leben: Erst beim Derblecken auf dem Nockherberg, dann beim DFB-Pokalknaller, danach Reise nach Ebern, Coburg und Bamberg. Das waren die Stationen von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubach am Mittwochabend und am Donnerstag. Und in diesem Rahmen beglückte er noch zwei charmante, junge Damen: Johanna Hojer aus Ebern und Annalena Eichhorn aus Untermerzbach sollten den Minister bei seinem Besuch am Friedrich-Rückert-Gymnasium (FRG) als Moderatorinnen eigentlich "ausquetschen".

Das taten sie so galant, dass sich der 66-jährige FDP-Politiker aus München revanchieren will: Zwei VIP-Karten für ein Spiel des FC Bayern will er ihnen zusenden. "Dann müßt' Ihr aber richtige Interviews machen - mitm Stoiber, weil der ist immer da, und mitm Rummenigge", zeigte sich der frühere Zahnarzt spendabel.


Statt der Wurzelbehandlung stand am Donnerstagvormittag eine Diskussionsrunde mit den Q12-Schülern im Rahmen der Verantaltungsreihe "Politik trifft Bildung" auf dem Programm. Schüler sollten dem Mitglied der Staatsregierung auf den Zahn fühlen. Eingefädelt wurde der Ministerbesuch über einen früheren FRG-Lehrer, der jetzt im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur tätig ist.

Schulleiter Klauspeter Schmidt will durch die direkte Begegnung Authentizität schaffen. "Weil dadurch begreift man leichter und gewinnt Einblicke in das Leben eines Politikers", umriss der Oberstudiendirektor die Ziele. "Und ich hoffe, dass somit auch das Interesse an der Politik geweckt wird." Hin zum "mündigen und alerten Bürger".

Experiment gelungen. Glaubt man den Aussagen der Abiturienten und Schmidts eigener Bilanz: "Sie haben der Politik ein Gesicht gegeben und den Menschen im Politiker gezeigt", lobte Schmidt den Besucher. Fürwahr der FDP-Mann gab sich umgänglich, fast kumpelhaft und gab auch mehrmals zu, dass "ich dazu nichts sagen kann,weil ich davon keine Ahnung hab'."

Der Münchner, der nach eigener Aussage das "tollste Ministeramt, das Deutschland zu vergeben hat, ausübt und als Mitglied der Staatsregierung am meisten unterwegs ist", nahm aus Ebern nicht nur einen Bocksbeutel, sondern auch eine Überzeugung mit: "Mir ist um Bayerns Zukunft nicht bange, wenn ich so tolle, junge Leute wie hier in Ebern so hautnah erlebe". Außerdem gewann der 66-Jährige den Eindruck, dass "ich an einer gut geführten Schule war".

Der Moderation und dem Fragenkatalog vorangegangen war eine Umfrage im Q12-Geschichte-/Sozialkundekurs unter Leitung der Fachbetreuer Daniel Hess und Judith Hirschberger. "Die aktuellen Entwicklungen haben einiges an Nerven gekosten", stöhnte Heß.

Thematisiert wurde die Abschaffung der Studiengebühren, die die Ambivalenz der Politik deutlich machte, da Dr. Heubisch die Schwierigkeiten innerhalb der Koalition aufzeigte, wenn die CSU-Fraktion als Veranlasser nun mit der Opposition für die Abschaffung stimmt. Andererseits kündigte er im Landtag seine Ablehnung der Abschaffung an (wie viele andere Fraktionskollegen auch), während man vom FDP-Parteitag eine Zwei-Drittel-Mehrheit für eine Zustimmung erwarte. Das Verhältnis innerhalb der CSU-/FDP-Staatsregierung beschrieb Heubisch als gut. "Die Koalition funktioniert. Es gibt halt Probleme wie in jeder Koalition, da jede Partei ihr eigenes Programm und Profil hat. Unter den rhetorischen Kämpfen leidet die persönliche Wertschätzung aber nicht. Da muss man genau unterscheiden. Ich bin mit vielen CSU-Kollegen per Du und schätze sie sehr."
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