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Wirtschaft

Wie lief die Ernte? - So lala

Die Landwirte im Kreis Haßberge haben das Getreide von den Feldern geholt. Die Ernte war mäßig. Mais und Zuckerrüben dagegen schauen vielversprechend aus.
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Ein Mähdrescher bei der Weizenernte Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Ein Mähdrescher bei der Weizenernte Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Wann ist noch gleich Erntezeit? Dann, wenn die Frucht reif ist und das Wetter passt, lautet eine einfache Regel der Landwirte. So gesehen ist also sehr oft Erntezeit, denn die verschiedenen Pflanzensorten haben je nach Aussaat und Beschaffenheit ganz unterschiedliche Erntezeitpunkte über das Jahr verteilt. Im Sommer ist das Getreide dran. Juli, August, das ist der Zeitraum, in dem die im Landkreis Haßberge bedeutenden Sorten Gerste, Weizen, Brotroggen und teils auch Hafer von den Feldern geholt, gedroschen und eingelagert werden. Im Laufe dieser Monate ist auch der Raps dran, sowie im August Erbsen und Ackerbohnen.


Heuer: große Herausforderung

War's denn gut, dieses Jahr? Die Frage geht an Klaus Merkel. Der Landwirt aus Mariaburghausen ist Vorsitzender des Kreisverbandes Haßberge im Bayerischen Bauernverband. Die Getreideernte ist seit einigen Wochen beendet "und die war heuer für uns eine große Herausforderung", erklärt Merkel. Ziemlich viel Regen hat alles erschwert, denn für die Ernte muss das Getreide trocken sein, damit es gedroschen werden kann. Da muss jedes mögliche Zeitfenster genutzt werden und es muss schnell gehen. "Mit jedem Regen fällt die Qualität ab", sagt Merkel. Wenn es ganz schlecht läuft, kann das Getreide am Ende nicht mehr für die Brot- oder Malzproduktion verwendet werden und wird in die Tierfutterproduktion gegeben.

Hinzu kam heuer laut Merkel ein sehr trockenes Frühjahr, was teilweise dazu führte, dass das Korn sich nicht vollwertig entwickeln konnte. Kleinere Körner heißt: Die Menge vermindert sich. "Wir haben heuer Einbußen zwischen 20 und 30 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr", bilanziert Merkel.

Dann bleibt den Landwirten doch immer noch die Möglichkeit, die Verluste über höhere Preise am Weltmarkt auszugleichen? So lautet die nächste Frage an Merkel. Im Prinzip ja, sagt dieser, aber das klappte heuer nicht: Der Weltmarktpreis reguliert sich ganz normal über Angebot und Nachfrage, wäre die Ernte weltweit nun schlecht ausgefallen, wäre der Preis entsprechend höher. "Zunächst gab es die Meldung aus den USA, dass die Ernte schlecht ausfällt. Die Preise gingen hoch", erklärt Merkel. Dann aber kam die Nachricht aus Russland, dass das Land eine Rekordernte eingefahren hat. "Russland hat viel Getreide auf den Markt geworfen", sagt Merkel. "Die Preise sind tendenziell eher gesunken."


Erbse, Raps und Ackerbohne: gut

Auch Erbsen, Ackerbohnen und Raps wurden bereits geerntet. "Hier fällt der Ertragsunterschied nicht so hoch aus", sagt Merkel. Bei den Erbsen war es zum Teil sogar besser als im letzten Jahr, wie Merkel von einigen zufriedenen Berufskollegen erfahren hat.

Auf den Feldern stehen jetzt noch Mais und Zuckerrüben. Laut einer Einschätzung des Südzucker-Werkes in Ochsenfurt (Kreis Würzburg) ist heuer eine Rekordernte bei den Zuckerrüben zu erwarten. Klaus Merkel bestätigt diese Annahme: "Ich habe auch Zuckerrüben draußen und es schaut nach einer sehr guten Ernte aus. Das gleiche gilt für den Mais."

Und noch etwas war heuer anders für die Landwirte im Kreis Haßberge. Das hiesige Landratsamt hatte für eine verbesserte Verkehrssicherheit in Hinblick auf die vielen engen Straßen im Landkreis Auflagen erlassen, die Bauern und ihre landwirtschaftlichen Maschinen betreffen: Überbreite Fahrzeuge müssen seit diesem Jahr mit Begleitfahrzeug unterwegs sein, wenn die Restfahrbahnbreite unter 2,50 Meter beträgt und die Sichtweite 150 Meter unterschreitet. Das bedeutet mehr Aufwand bei der Ernte. Zumutbar? Merkel gibt sich hier gelassen: "Wir müssen mit der Situation pragmatisch umgehen. Es ist so, also stellt man sich darauf ein", sagt er.

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