Eltmann
Geschichte

Wie einst die Rittersleut'

Der historische Verein in Eltmann öffnete zum Tag des offenen Denkmals den Wallburgturm hoch über der Stadt.
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Wie entwickelten sich ritterliche Gegenstände bis in die Neuzeit? Diese Frage beantwortete Reiner Reitz einem interessierten Publikum.  Er verglich zum Beispiel einen Ritterhandschuh mit einem modernen Motorradhandschuh. Sabine Weinbeer
Wie entwickelten sich ritterliche Gegenstände bis in die Neuzeit? Diese Frage beantwortete Reiner Reitz einem interessierten Publikum. Er verglich zum Beispiel einen Ritterhandschuh mit einem modernen Motorradhandschuh. Sabine Weinbeer
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Geschichte zum Anfassen bot der Verein für Heimatgeschichte Eltmann zum Tag des offenen Denkmals an der Wallburg und das Interesse der Bevölkerung war groß. "Umbrüche in Kunst und Architektur" lautete das überregionale Motto des Aktionstages und die Eltmanner Heimatforscher hatten sich dazu einige beispielhafte Themen herausgepickt, etwa die Veränderungen bei der Innengestaltung der Stadtpfarrkirche. Der Schwerpunkt lag allerdings auf der Wallburg, zu deren Geschichte die Vereinsmitglieder seit einiger Zeit wieder intensiv forschen.

Jede Menge zu tun hatten Willi Lediger und Reiner Reitz, die in historischen Kostümen unzählige Fragen beantworteten. Viele Bilder und Artikel zeigten auf, welche Geheimnisse die Heimatforscher der Wallburg bereits "entrissen" haben. Gemäß dem übergeordneten Motto hatte Vereinsvorsitzender Reiner Reitz eine Präsentation zusammengestellt, die zeigte, wie die Funktionen ritterlicher Gegenstände in die Neuzeit transportiert wurden. Das geschah etwa anhand eines Ritterhelms und eines modernen Soldatenhelms.

Spannend fanden viele den Ritterhandschuh mit seinen Metallschuppen, dessen Grundfunktionen auch in einem modernen Motorradhandschuh zu finden sind. "Allerdings hat der Ritterhandschuh schon bei einer kleinen Delle nicht mehr richtig funktioniert", so Reiner Reitz. Auch den historischen, aber nicht mittelalterlichen Brustpanzer, den zwei Vereinsmitglieder als Buben in einem Bach fanden, hatte er dabei - und er war genau so schwer wie eine moderne schusssichere Weste, die dazu verglichen werden konnte.

Reiner Reitz ist in seiner Freizeit auch der "Burgvogt", der bei schönem Wetter jeden Sonntagnachmittag den Wallburgturm öffnet. Der ist jetzt wieder optimal begehbar, denn er hat eine neue Treppe erhalten und im "ersten Stock" hält jetzt ein "echter" Ritter Wacht. Die Rüstung mitsamt Schwert ist ein Dekorationsobjekt, das die Schlosserei Pflaum und die Elektrofirma Schwaten dem Verein gestiftet haben. Reiner Reitz hat dem Ritter eine Konsole gebaut und so begrüßt die Figur jetzt alle, die den Turm erklimmen, um dann die Rundsicht über Maintal, Steigerwald die Haßberge zu genießen.

Hier beim Ritter soll auch eine Zeitreise beginnen. Reitz arbeitet daran, auf dem Weg auf den Turm die Geschichte der Wallburg zu erzählen. Der Verein nutzte den Tag des offenen Denkmals, um die interessierten Gäste einzuladen, sich an den Forschungen zu beteiligen. Wer Lust hat, trifft Reiner Reitz jeden Sonntag an der Wallburg - mindestens bis zum 1. November.

Den nächsten historischen Vortrag hält Günther Reiss am Dienstag, 24. September, um 19 Uhr im Ritz in Eltmann unter der Überschrift "Pulverdampf und Musketendonner". Dabei geht es um das Scharmützel am 30. August 1796 bei Eltmann.

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