Unterpreppach

Wette verloren: Pfarrer schenkte Freibier aus

Am Wochenende ging es im Eberner Stadtteil Unterpreppach turbulent zu. Pater Rudolf Theiler verlor seine Wette, da über 50 Radfahrer zum Festgottesdienst kamen. Dennoch drückte der Geistliche dabei ein Auge.
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Pater Rudolf Theiler (links) betätigte sich, nachdem er mit Elmar Barth (rechts) angestoßen hatte, am Festplatz als Schankwirt.Foto: Helmut Will
Pater Rudolf Theiler (links) betätigte sich, nachdem er mit Elmar Barth (rechts) angestoßen hatte, am Festplatz als Schankwirt.Foto: Helmut Will
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Die Kirchweih ist dank vieler Initiativen, allen voran von Elmar Barth, der neben den Vereinen des Ortes auch Pater Rudolf Theiler einbindet, seit einigen Jahren zu einem Ereignis im größten Stadtteil von Ebern geworden. Der Geistliche lässt dabei nichts unversucht, um am Kirchweihsonntag "ein volles (Gottes-)Haus" zu haben, weshalb er, wie schon im Vorjahre, eine "Pfarrerwette" einging - und verlor, weshalb er zum Sachkwirt mutierte.

Am Freitag wurde der Kirchweihbaum unter dem Kommando von Georg Schramm von der Feuerwehr in der Ortsmitte aufgestellt, der unter Klängen der Jugendblaskapelle, begleitet von der Dorfjugend und Elmar Barth mit einer Schubkarre, darauf ein Fass Freibier, am Dorfplatz angekommen war.


Danach gab es den Kirchweihtanz mit der Gruppe "Basic Beats", wegen der Lautstärke eine Herausforderung für manche Ohren (und Nachbarn).

Dem Heimatabend, der unter dem Motto "Nacht der Tracht" stand, ging am Samstagnachmittag ein Entenrennen auf der "Preppach" voraus. 280 kleine Plastikentchen, pro Stück betrug der Loseinsatz 2,50 Euro, wurden auf die Reise geschickt und mussten sich durch den Bach auf einer Länge von etwa 150 Metern ihren Weg bis zum Ziel an der Brücke am Feuerwehrgerätehaus bahnen.


Plastikenten stranden

Das dauerte, denn die kleinen gelben Entchen verhakten sich öfters im Ufergestrüpp. Schließlich standen die Sieger fest: Auf Platz eins kam Christina Hämmerlein, die ein Fahrrad gewann. Für die ersten zehn Sieger gab es ebenfalls Preise, Mp3-Player, Handel-Set, Tischtennis-Sets, Taschenlampe, Fußball und drei Gutscheine für Pizzas. Die Siegerehrung nahm Elmar Barth vor.

Danach fand das schon Kesselfleischessen statt, bei dem Metzger Walter Steinert "Regie" führte.


Spannung vor Gottesdienst

Am Abend hatten die "Original Preppachtaler" ihren Kirchweihauftritt, bei dem sie mit ihren teils ausgefallenen Instrumenten, darunter Waschbrett und Teufelsgeigen, für Stimmung im voll besetzten Festzelt sorgen.

Spannend wurde es am Sonntagvormittag. Vorweg: Die Vereine haben die Wette ob des Großmuts des Pfarrers gewonnen. Der hatte gewettet, dass es die Unterpreppacher nicht schaffen, zum Kirchweihgottesdienst 50 Personen zu animieren, die mit dem Fahrrad zur Kirche kommen.

Um es nicht zu leicht zu machen, hatte der Geistliche "Schikanen" in seinen Wetteinsatz eingebaut: Unter den 50 Radlern sollten zehn Mitglieder des Stadtrates sein, zehn vom Pfarrgemeinderat Ebern, Unterpreppach und Jesserndorf. Zehn Radler sollten evangelisch sein, zehn jünger als 20 Jahre und zehn sollten einen ausländischen Pass besitzen.


Fastenkur versprochen

Der Wetteinsatz von Pater Theiler: "Wenn ich die Wette verliere, schenke ich nach dem Gottesdienst Freigetränke aus." Außerdem werde er im Jahr 2016 in der Fastenzeit eine achttägige Heilfastenkur organisieren und selbst daran teilnehmen.

Wie Elmar Barth nach dem Gottesdienst freudig bekannt gab, konnten alle Bedingungen des Geistlichen, bis auf eine, erfüllt werden, worüber Theiler großherzig hinweg sah. 52 Personen waren mit Fahrrädern gekommen. Ein Radler war sogar aus Ermershausen angereist, der seinen Pfarrer entschuldigte. "Gefehlt haben die ausländischen Mitbürger, aber vermutlich konnten sie unsere Einladung nicht lesen", mutmaßte Elmar Barth.
Im Gottesdienst predigte Pater Theiler in Reimform wobei er den Jahreslauf mit vielen Veranstaltungen und den "Sinn des Lebens" im Einklang mit Festen und Feiern in den Vordergrund stellte. "Der Sinn der Kerwa ist die Kerch, sonst ist`s wie Alpen ohne Berch, denn ohne die hät`s das net geben, was wir am Wochenende hier erleben."

Damit und mit vielen anderen Worten machte der Geistliche klar, dass "Kerwa und Kerch" zusammen gehören, dass bei aller Liebe zu Festen und Feiern, die Kirche und Gott im Mittelpunkt stünden. Am Ende des Gottesdienstes segnete Pater Theiler die Fahrräder, die vor der Kirche standen, um dann mit der Gemeinde zum Festplatz zu ziehen. Hier löste er seinen Wetteinsatz ein und schenkte, assistiert von Elmar Barth, Bier für die Gottesdienstbesucher aus.

Am Sonntagnachmittag standen Fußballspiele der Sportfreunde im Fokus und am Montagnachmittag findet im Zelt ein Seniorengottesdienst mit Krankensalbung und Hahnenschlag statt, bevor am Abend zum Festausklang die Jugendblaskapelle zum Kirchweihessen lädt.

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