Frickendorf
Oldtimer

Wenn es nach Diesel und Benzin riecht ...

Die Motorradfreunde Frickendorf veranstalteten ein Treffen für die Fans alter Fahrzeuge.
Artikel drucken Artikel einbetten
Stilgerechte Fahrt in den Mai  Rudolf Hein
Stilgerechte Fahrt in den Mai Rudolf Hein
+8 Bilder

Für den 1. Mai lud der Verein der Motorradfreunde Frickendorf zum 20. Mal alle Freunde der automobilen Fortbewegung in Oldtimern und Youngtimern in den Ort und auf die Wiese. Viele, viele kamen mit Traktor, Moped, Motorrad, Auto, Lastwagen, Autobus und mit der Gartenfräse, auch bekannt als selbstfahrende Arbeitsmaschine und ganze neun Stundenkilometer schnell.

Vor genau 40 Jahren haben sie sich in einem "2CV", sprich in einer Ente, zum ersten Mal geküsst. Fast ein halbes Jahrhundert später hält die Liebe immer noch, tut das Auto immer noch brav seinen Dienst. Hinzugekommen sind allerdings noch einige andere Oldtimer. So ist dieses Ehepaar aus Meeder im Citroën DS, Baujahr 1971, angereist und schwärmt vom eleganten und bequemen Reisen in dieser Limousine, die den Namen "déesse", das heißt "Göttin", verdient.

Frickendorf steht schon seit vielen Jahren fest auf dem jährlichen Terminplan. Es ist das erste große Event im sommerlichen Veranstaltungsreigen. Die Autos können endlich wieder bewegt werden, man trifft Freunde und Gleichgesinnte zum Fachsimpeln und zur Ersatzteilbeschaffung.

Die Preise für solche Schätzchen steigen permanent an. Positiv an der Sache ist, dass die Nebenkosten für Steuer und Versicherung gering ausfallen. Sind die Fahrzeuge älter als 30 Jahre und im Originalzustand, gelten sie als Kulturgut und werden steuerlich begünstigt. Egal ob Isetta oder Rolls-Royce - mit dem H-Kennzeichen ist der Steuersatz für alle gleich, nämlich weniger als 200 Euro im Jahr. Die Vollkaskoversicherung geht davon aus, dass die Halter sich besonders aufmerksam um ihre Lieblinge kümmern und nicht mehr als 10 000 Kilometer im Jahr fahren. Die günstigsten Policen sind ab etwa 50 Euro zu haben. Feinstaubplaketten sind auch nicht erforderlich.

Im Jahre 1997 organisierte Andreas Wagner, der Vorsitzende der Motorradfreunde Frickendorf, mit Hilfe der Feuerwehr ein erstes versuchsweises Treffen von Oldtimerfreunden. Das wurde so gut angenommen, dass es ab 1999 ununterbrochen bis heute stattfindet. Man verzichtet hier auf feste Standplätze; Anmeldung und Registrierung sind freiwillig. Wer dabei sein will, ist willkommen, ganz ohne Teilnehmergebühr.

Früher gab es mal Gutscheine für Bier und Bratwürste für die Menschen, die nachweislich im Oldtimer angereist kamen. Im Laufe der Jahre bemerkte man allerdings, dass viel mehr Freiwürste verzehrt wurden, als überhaupt Fahrzeuge zu zählen waren. Jetzt gibt es halt nur noch eine Teilnehmerplakette, dieses Jahr ganz apart in Pink gehalten.

Wie bemerkte ein Teilnehmer, der in einem Audi 100 angereist kam: "Ich bin seit 20 Jahren jedes Mal dagewesen. Es ist alles schön hier, aber das Allerbeste ist der Geruch nach Benzin und Diesel."

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren