Obertheres
Hochwasserschutz

Wenn der große Regen kommt ...

Der Gemeinderat Theres besichtigte Orte, an denen es bei heftigen Niederschlägen brenzlig werden kann. Was ist zu tun?
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Der Gemeinderat Theres war mehrere Stunden auf Besichtigungstour, um sich ein Bild von den Problemen bei Starkregen zu machen und Lösungen zu suchen. Im Bild der Rechen am Riedengraben am "Rentnerweg" der immer schnell mit Ästen und Gras verstopft ist.  Ulrike Langer
Der Gemeinderat Theres war mehrere Stunden auf Besichtigungstour, um sich ein Bild von den Problemen bei Starkregen zu machen und Lösungen zu suchen. Im Bild der Rechen am Riedengraben am "Rentnerweg" der immer schnell mit Ästen und Gras verstopft ist. Ulrike Langer
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Obertheres hat ein großes Problem bei starkem Regen. Denn rund um den Ort gibt es vor allem im Westen und Norden riesige landwirtschaftliche Flächen, die zum Großteil in Richtung Besiedelung entwässern. Die Gräben jedoch können Regenmassen von 30 bis 40 Litern oder mehr innerhalb kürzester Zeit kaum fassen. Der Gemeinderat Theres war deshalb am Montagabend mehrere Stunden auf Besichtigungstour, um sich ein Bild von den Problemen zu machen und Lösungen zu suchen.

Am "Rentnerweg", wo etliche Anwohner auf die Gemeinderäte warteten, ist das Problem für die Bevölkerung besonders groß. Denn der Rechen am Riedengraben ist bei Regengüssen schnell mit Ästen und Gras verstopft, so dass das Wasser über die Klosterstraße in einige Anwesen fließt und darüber hinaus auch Anlieger der Peter-Wagner-Straße beeinträchtigt.

Bürgermeister Matthias Schneider (CSU) berichtete, dass er anstrebe, die Gemeinde in das Projekt "boden:ständig" aufnehmen zu lassen. Es ist eine Initiative von und für Menschen, die sich kreativ und engagiert für den Erhalt der Böden einsetzen. Mitarbeiter des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken begleiten die Projekte. Dabei gibt es seit kurzem auch eine erweiterte Förderung für die Anlage von Landschaftselementen wie Rückhaltemulden oder Feldgehölzen. "Ich habe mit Vertretern des ALE die Situation vor Ort begutachtet und sie haben vorgeschlagen, dass wir zusammen mit ihnen einen runden Tisch aus Landwirten, Anwohnern und Gemeindevertretern bilden, um Lösungen für das Starkregenproblem zu finden", sagte Schneider.

Der Bürgermeister betonte, dass die Anwohner soweit wie möglich geschützt werden müssen; sie könnten aber auch selbst zum Beispiel mit mobilen Aluminium-Trennwänden ihre Anwesen schützen. Nach eingehender Diskussion mit allen Gästen, die verschiedenste Probleme mit dem Ablauf von Regenwasser schilderten, kam der Gemeinderat überein, an mehreren Stellen Rechen in den Graben einzubauen und auf einigen Flächen der Gemeinde entlang des Grabens Rückhaltungen zu schaffen. Zusätzlich dazu stellte Schneider fest, dass Teile der Gräben entlang des "Rentnerwegs" und des Sailershäuser Wegs zugeschwemmt sind und wieder geöffnet werden müssen. "Das wird eine Menge Grabenarbeit", sagte er angesichts dieser "Riesenbaustelle". Wobei eigentlich die Landwirte zugelassen hätten, dass die Gräben nicht mehr aufnahmefähig seien.

In Buch möchte ein Landwirt über eine GbR eine landwirtschaftliche Biogasanlage mit Gärrestelager, Vorgrube und Mistplatte sowie einer landwirtschaftlich genutzten Fahrsiloanlage errichten. Daher besichtigte der Gemeinderat das Grundstück und sprach mit dem Landwirt. Die Biogasanlage ist an den Viehbetrieb des Bauern angeschlossen und die dort anfallende Biomasse (tierische Exkremente und pflanzliche Stoffe) soll in der Biogasanlage energetisch genutzt werden. Ein Teil der Biomasse stammt aus dem Betrieb eines anderen Landwirts. Wie der Betreiber sagte, beträgt die Kapazität der Biogasanlage jährlich weniger als 1,2 Millionen Normkubikmeter Biogas. Das Gas werde in Strom umgewandelt und in das Netz eingespeist. So erzeuge die Anlage rund 75 Kilowatt pro Stunde bei einer jährlichen Laufzeit von 8500 Stunden. Dazu erteilte der Gemeinderat sein Einverständnis.

Bei einem weiteren Ortstermin in Buch teilte Gemeinderat Heinz Stützlein mit, dass im Zuge der Dorferneuerung das Milchhäuschen und das alte Feuerwehrgerätehaus abgerissen werden sollten. Da die Dorfgemeinschaft dort aber Sachen lagere, benötige sie neue Lagerflächen. Deshalb sei geplant, die alte Schmiede mit dem Wohnhaus in der Oberen Gasse abzureißen. Die Dorfgemeinschaft könnte dort zusammen mit der Gemeinde eine neue, einfache Lagerhalle errichten. Dadurch könnte auch die enge Obere Gasse verbreitert werden. Dem stimmte der Gemeinderat zu. Bürgermeister Schneider ergänzte, dass 2021 der Kanal erneuert werde und dann die Dorferneuerung beginne.

In der Sitzung im VG-Gebäude in Obertheres erklärte Matthias Schneider, dass die Schule in Obertheres durch die Telekom an das Glasfasernetz angebunden werde und dabei das Kindergartengässchen aufgerissen werden müsse. Daher sei zu überlegen, den Belag der gesamten Gasse zu erneuern. Man kam überein, die Gasse zu asphaltieren, eine Entwässerung zu erstellen und die Beleuchtung zu prüfen.

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