Eltmann
Bürgerversammlung

Weitere Bauentwicklung von Eltmann schwierig

Ein Neubaugebiet mit 26 Plätzen entsteht in Eltmann am Hahn. "Aber das wird die letzte Erweiterung sein", erklärte Michael Ziegler den Bürgern.
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Dieser Blick von der Wallburg auf Teile von "Eltmann Süd" zeigt beispielhaft, dass Eltmann in seiner baulichen Entwicklung an seine topographischen Grenzen stößt.Sabine Weinbeer
Dieser Blick von der Wallburg auf Teile von "Eltmann Süd" zeigt beispielhaft, dass Eltmann in seiner baulichen Entwicklung an seine topographischen Grenzen stößt.Sabine Weinbeer
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Die Topographie zwischen Main und dem Anstieg des Steigerwaldes macht in Eltmann eine weitere Bauentwicklung schwierig. Deshalb werde man sich noch stärker auf Leerstände und Baulücken konzentrieren. "160 unbebaute Grundstücke gibt es in Eltmann und den Stadtteilen", erläuterte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) bei der Bürgerversammlung. "Aber sie gehören nicht der Stadt und stehen derzeit nicht für eine Bebauung zur Verfügung."
Von vielen großen und kleinen Vorhaben berichtete der Bürgermeister. Das Interesse an der Bürgerversammlung war allerdings nicht sehr groß, die meisten Plätze in der Stadthalle blieben leer. Dennoch gab es viele Anregungen und Diskussionen.
Michael Ziegler wies auf die Bemühungen der Stadt hin, ein vielfältiges Kulturleben anzubieten, ob mit dem Kulturprogramm, dem eigenen Kinderprogramm, oder auch dem Angebot der Volkshochschule. Attraktive Freizeitangebote seien auch der im vergangenen Jahr für 200 000 Euro neu errichtete Multifunktionscourt und das benachbarte Freibad. Der Multicourt werde gut genutzt, auch von den Schulen, sagte Michael Ziegler. Nur die erste Eisfläche wollte vor zwei Wochen nicht so recht gelingen. Die Luft war zwar kalt genug,doch nicht der Boden, denn der Court sitzt auf einer dicken Schotterschicht. Unter der Folie für den Eisbelag liegt außerdem noch der Kunstrasen mit seinem Granulat, und so genügte die Außentemperatur nicht, um eine funktionierende Eisfläche zu produzieren, erklärte Ziegler auf Nachfrage.
Auch am Schulzentrum gehen die Investitionen weiter. Gemeinsam mit dem Landkreis finanziert die Stadt die Innensanierung der Georg-Schäfer-Sporthalle, die fast 900 000 Euro kosten wird. Dank Zuschüssen bleibt der Stadt ein Eigenanteil von lediglich 132 000 Euro.
Bezugnehmend auf einen schriftlichen Antrag zur Bürgerversammlung erklärte Ziegler, dass bekannt sei, dass die Vorkehrungen bezüglich Brandschutz und Sicherheit Erschwernisse für die Nutzer im Breitensport mit sich bringen. Doch müsse man berücksichtigen, dass es sich hier zuerst um eine Schulsporthalle handelt und "an Brandschutz und Sicherheit geht nun mal kein Weg vorbei". Allerdings werde es noch eine Zusammenkunft aller Hallennutzer geben, bei der nach Lösungen für bestimmte Probleme gesucht wird.
Die neue Schiffsanlagestelle für die kleine Mainschifffahrt werde im Frühjahr an der Mainlände errichtet, erklärte der Bürgermeister. Abgeschlossen wurden die Straßenausbauten Schlosssteige und Weidengasse. Die Abrechnung liege allerdings derzeit auf Eis, nachdem die Staatsregierung entsprechende Empfehlungen an die Kommunen ausgab. Weil derzeit von den Freien Wählern Unterschriften für ein Volksbegehren zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung gesammelt werden, gibt es einen Grundsatzbeschluss der CSU, diese Beiträge abzuschaffen. Ziegler: "Wir hoffen, nähere Auskünfte von der Staatsregierung zu erhalten, wenn der neue Ministerpräsident im Amt ist". 500 000 Euro kann die Stadt Eltmann deshalb derzeit nicht umlegen, obwohl solche rechtlichen Änderungen bisher nie rückwirkend für bereits durchgeführte Maßnahmen gegriffen haben.
Jedes Jahr erneuert die Stadt zwei Spielplätze. In diesem Jahr ist der Kleinkinderspielplatz an der Promenade an der Reihe. Wie immer fand dazu eine Kinder- und Jugendversammlung statt, und das Ergebnis ist ein Schlossdrache. "Wir machen Spielplätze nur noch in der Diskussion mit den Kindern. Das begeistert mich immer wieder, wie gut das läuft", erklärte der Bürgermeister. Auch für den Spielplatz in der Georg-Schäfer-Straße werde heuer eine neue Planung erstellt, kündigte er an.
Viele Veränderungen gibt es im Bestattungssektor, berichtete der Bürgermeister. Deshalb werde der Stadtrat auch prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, an der Kriegergedächtniskapelle einen Friedwald anzulegen. Gleichzeitig wird der Friedhof in der Stadt weiter umgestaltet. Die neue barrierefreie Toilette wurde bereits an die Aussegnungshalle angebaut. In den nächsten Wochen soll auch der Vorbereich neu gepflastert werden, und zwar so, dass ein Zugang zur Leichenhalle ohne Stufen möglich ist. Im hinteren Bereich des Friedhofes, zwischen den Urnenwänden und der Kreuzkapelle, wurde ein ganzes Gräberfeld aufgelassen. Hier sollen jetzt neue Urnenbestattungsmöglichkeiten geschaffen werden. Laut Bürgermeister Ziegler lassen sich nur noch 25 Prozent der Eltmanner im Sarg bestatten, 75 Prozent entscheiden sich für eine Urne.
Nach der Ampelanlage an der B 26 fragte Hella Schmidt. Dazu habe das Staatliche Bauamt ein Gutachten in Auftrag gegeben, auf das man derzeit warte, erklärte der Bürgermeister. Der Stadtrat müsse sich bis Mitte des Jahres auch entscheiden, wie der Marktplatz aussehen soll. Das Staatliche Bauamt bessere die Schäden heuer noch einmal "notdürftig" aus, doch im nächsten Jahr müsse ein Neuausbau der Fahrbahn über den Marktplatz erfolgen. Dann stellt sich die Frage, ob die Staatsstraße wieder gepflastert oder doch lieber asphaltiert werden sollte. "Am liebsten wäre es uns, den Schwerlastverkehr wenigstens nachts auszusperren, aber da stehen die Chancen schlecht", meinte der Bürgermeister. Viele Mautflüchtlinge fahren über Eltmann und den Steigerwald zur A 3 bei Geiselwind. Auch Unterschleichach, Fabrikschleichach, Karbach und Untersteinbach können davon ein Lied singen.
Auf Anfrage von Horst Pflaum informierte Michael Ziegler darüber, dass die kommunale Parküberwachung nun auch beauftragt sei, in der Bamberger Straße die Gehweg-Parker aufzuschreiben. Den unterschwelligen Vorwurf einer Ungleichbehandlung wies er zurück. Die Überlegung, ob die sogenannte Reutherswiese am Main so gestaltet werden könnte, dass Schwimmer Zugang zum Main haben, werde der Stadtrat weiterverfolgen. Ebenso die Bitte von Hella Schmitt, zu prüfen, ob es nicht wie früher möglich wäre, im Winter auf dem Gelände des Yachtclubs spazierenzugehen.
Verärgert zeigte sich Bertram Bimmerlein, dass vor 30 Jahren im Baugebiet "Weingärten" extrem strenge Bebauungsplan-Regeln galten und jetzt Gebäude genehmigt werden, die den alteingesessenen Nachbarn die Aussicht verstellen. Dazu erklärte Michael Ziegler, dass in dieser Zeit auch das bayerische Baugesetzbuch mindestens dreimal novelliert wurde und manche Regeln aus alten Bebauungsplänen heute einfach nicht mehr zu halten seien.
Auf Anfrage von Georg Schwemmlein erklärte Ziegler, dass ab nächster Woche mit der Sanierung des Kreuzweges zur Kriegergedächtniskirche begonnen werde. Die Sperrung sei aus versicherungstechnischen Gründen unvermeidbar gewesen, bat er um Verständnis.
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