LKR Haßberge
Bezirkstagswahl

Weiter zwei Bezirksräte für die SPD?

Bei der Wahl zum Bezirkstag für Unterfranken setzt sich Thomas Habermann von der CSU im Stimmkreis durch und bekommt das Direktmandat. Sands Bürgermeister Bernhard Ruß schafft's wohl wieder über die Liste der SPD.
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Thomas Habermann gewinnt das Direktmandat im Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld bei der Bezirkstagswahl. Der Landrat aus dem Nachbarlandkreis holte die meisten Erststimmen.  Foto: RK (Archiv)
Thomas Habermann gewinnt das Direktmandat im Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld bei der Bezirkstagswahl. Der Landrat aus dem Nachbarlandkreis holte die meisten Erststimmen. Foto: RK (Archiv)
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Er hat sich achtbar geschlagen, der Sander Bürgermeister und stellvertretende Landrat Bernhard Ruß. Aber gegen die CSU-Übermacht hatte der SPD-Kommunalpolitiker bei den Wahlen zum unterfränkischen Bezirkstag keine Chance, das Direktmandat zu gewinnen. Macht aber nichts. So wie es am gestrigen Montag aussah, bleibt Ruß Bezirksrat, und zwar über die Liste der SPD.

Das Direktmandat für den Bezirkstag hat Thomas Habermann gewonnen. Er ist Landrat im Nachbarkreis Rhön-Grabfeld. Im Kreis Haßberge kam Ruß (Heimvorteil) bis auf drei Prozente an Habermann heran (siehe Tabelle), aber im Kreis Rhön-Grabfeld sei gegen den dortigen Landrat "nichts zu erben" gewesen, bekannte Ruß gestern gegenüber unserer Zeitung.


Im Stimmkreis Haßberge/ Rhön-Grabfeld, der aus dem gesamten Landkreis Haßberge und etwa zwei Dritteln des Gebietes des Landkreises Rhön-Grabfeld besteht, erhielt Ruß 17 896 Stimmen (23,77 Prozent). Habermann schaffte 34 170 Stimmen (45,38 Prozent). Achtung: Dieses Ergebnis beruht auf 331 von 333 Stimmbezirken. Zwei Stimmbezirke in Rhön-Grabfeld waren gestern am späten Nachmittag noch nicht ausgezählt.


Siegmund Kerker musste verzichten

Habermann holt das Direktmandat für das 20-köpfige Gremium, das bisher der ehemalige Oberauracher Bürgermeister Siegmund Kerker (CSU) inne hatte. Aber der hatte bei der Nominierung schon auf eine erneute Kandidatur verzichtet - verzichten müssen. Die CSU Haßberge sollte nicht alle Direktkandidaten für die Wahlen stellen (Dorothee Bär für den Bundestag, Steffen Vogel für den Landtag, Siegmund Kerker für den Bezirkstag), sondern wenigstens einen Posten an die Parteifreunde aus der Rhön abtreten. Kerker gab nach und verzichtete zugunsten von Thomas Habermann.

Das Ergebnis der Bezirkstagswahl kam gestern nur langsam zustande. Um 13 Uhr waren 328 von allen 333 Stimmbezirken im Stimmkreis ausgezählt. Um 17 Uhr waren es 331 Wahllokale.


Bereits fünf Jahre Bezirksrat

Sicher war zu den Zeitpunkten, dass Thomas Habermann drin ist. Und Bernhard Ruß ging davon aus, dass er drin bleibt, nachdem er schon eine Periode (fünf Jahre) Sitz und Stimme im unterfränkischen Bezirkstag hatte. Ruß hatte einen guten Listenplatz: Rang zwei. Der "müsste auf jeden Fall reichen", meint Ruß. Er geht davon aus, dass die SPD sich nicht verschlechtert und damit ihre vier Sitze halten kann, und er geht weiter davon aus, dass sein persönliches Wahlergebnis so gut ist, dass für ihn der Sitz über die Liste wie schon vor fünf Jahren herausspringt.

Einige Stimmen hat Ruß, wie er sagte, im Landkreis Haßberge wohl an "meinen Freund Oskar" verloren. Damit meinte er den Rauhenebracher Bürgermeister Oskar Ebert, der als Direktkandidat der Freien Wähler antrat und ein ordentliches Ergebnis erzielte. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte Bernhard Ruß, wie er glaubt, gewiss einige Stimmen mehr geholt.

Dass Ebert über die Liste in den Bezirkstag kommt, ist eher unwahrscheinlich. Er hatte Platz fünf auf der Liste der Freien Wähler. Andere Bewerber aus dem Kreis Haßberge hatten ohnehin so gut wie keine Chance.

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