Roßstadt
Sanierung

Weil die Kirche zum Dorf gehört

St. Georg ist wieder das Schmuckstück von Roßstadt. Die Bürger und Vereine des Eltmanner Stadtteils haben ihren Teil dazu beigetragen.
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Auch die Dorfgemeinschaft und die Blaskapelle Roßstadt wollen ihr Schärflein zur Kirchensanierung beitragen. Die Spenden der beiden Vereine wurden jetzt überreicht. Unser Bild zeigt von links den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Werner Lang, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susanne Schmid, Kirchenpfleger Richard Graser und den Vertreter der Blaskapelle Wolfgang Raab. Sabine Weinbeer
Auch die Dorfgemeinschaft und die Blaskapelle Roßstadt wollen ihr Schärflein zur Kirchensanierung beitragen. Die Spenden der beiden Vereine wurden jetzt überreicht. Unser Bild zeigt von links den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Werner Lang, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susanne Schmid, Kirchenpfleger Richard Graser und den Vertreter der Blaskapelle Wolfgang Raab. Sabine Weinbeer
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Frisch saniert präsentiert sich die Kirche St. Georg und die Roßstadter haben ihre Freude daran. Die Sanierung war ein finanzieller Kraftakt, aber "die Spendenbereitschaft ist groß, bei Privat- wie Geschäftsleuten und auch bei den Vereinen", erklärte Kirchenpfleger Richard Graser, als er sich dieser Tage zu einem besonders freudigen Anlass in der Kirche einfand. Zwei Spenden konnte er nämlich in Empfang nehmen.

"Die Kirche gehört zum Dorf und zwar das Gebäude ebenso wie die Kirchengemeinde", das sei auch die Meinung in der Dorfgemeinschaft gewesen, als es darum ging, für welchen gemeinnützigen Zweck der Erlös des Brunnenfestes fließen soll, erklärte Vorsitzender Werner Lang. Der Verein finanzierte die örtliche Seniorenfeier und übergab nun 1000 Euro an den Kirchenpfleger.

Kein Fest mit Erlös hat die Blaskapelle Roßstadt, die während des Jahres für die musikalische Gestaltung der kirchlichen Feste sorgt. Zudem, spielt Wolfgang Raab schon seit fast 40 Jahren die Orgel in St. Georg und freute sich daher besonders über die Spendenbereitschaft seiner Musiker-Kollegen, die schließlich 200 Euro für die Kirchensanierung erbrachte. Kirchenpfleger Richard Graser und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susanne Schmid freuten sich über dieses Engagement.

Nötig wurde die Sanierung, weil die Dachkonstruktion Probleme machte. Die Schwingungen des Glockenturms taten ihr Übriges und so häuften sich die Schäden an Dach und Giebel. Bei der Sanierung ging es zum Einen um die Reparatur und zum anderen darum, solche Beeinträchtigungen künftig zu verhindern. Dazu wurden auch konstruktive Maßnahmen getroffen.


Schwarz statt schwarz-rot

Augenfällig ist, dass jetzt das gesamte Dach schwarz in Schiefer eingedeckt ist, früher war nur der Reiter schwarz, das Kirchendach rot. Daran wurde - wenn auch eher zufällig - auch die Teilung der Zuständigkeit sichtbar. In Roßstadt wie an vielen Kirchen trägt nämlich die politische Gemeinde - in diesem Fall die Stadt Eltmann - die Baulast am Turm, weil Glocken und Uhr früher auch weltliche Funktion hatten. So teilten sich Kirche und Stadt auch hier die Kosten.

Anstelle der früheren Biberschwanzziegeln wurde auch das Dach in Schiefer eingedeckt, weil dieser auf einer Holzschalung aufgebracht wird, die gleichzeitig der Stabilisierung des Daches dient. Durch die Schwingungen waren auch am Giebel des Gotteshauses Schäden aufgetreten, die ebenfalls beseitigt wurden. Auch am Läutwerk und den Glocken erfolgten einige Veränderungen, um künftigen Schwingungen und Folgeschäden vorzubeugen.

So ist die Roßstadter Kirche jetzt frisch saniert wieder Visitenkarte des Ortes und die Spendenbereitschaft zeigt, wie stark sich die Roßstadter mit ihrer Kirche identifizieren. Aus der Sanierung wurden auch neue Erkenntnisse über die Dorfgeschichte gewonnen, nicht nur dass zweierlei Sandstein in der Kirche verbaut wurde. Bei Freilegungen an der Sakristei, die hundert Jahre nach dem eigentlichen Gotteshaus errichtet wurde, fand man Einkerbungen für Eisenhalterungen - ein Hinweis darauf, dass sich hier wohl früher der Roßstadter Marktplatz befand und hier Vieh zum Verkauf angekettet wurde.


Zum Erzbistum Bamberg

Die Filialkirche St. Georgius Roßstadt, wie sie in alten Unterlagen heißt, ist ein Saalbau mit Walmdach und eingezogenem Chor, Giebelfassade und Werksteingliederungen in Sandstein und verschiefertem Dachreiter mit Zwiebelhaube und wurde im Stil des Spätbarock 1747 errichtet. Die aktuelle Dachsanierung wurde von Mai bis November 2017 durchgeführt. Roßstadt gehört wie Lembach zum Erzbistum Bamberg, während die übrigen Stadtteile von Eltmann zur Diözese Würzburg zählen.
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