Rentweinsdorf
Nachbarschaftsstreit

Weihnachstmarkt des FC Rentweinsdorf wird zum Politikum

Der FC Rentweinsdorf will seinen Weihnachtsmarkt trotz der Proteste aus Ebern und eines Schreibens aus dem Wirtschaftsministerium weiterhin am Volkstrauertag abhalten. Der Charakter des weltlichen Feiertags bleibt gewahrt, verspricht Vorsitzender Kurt Paulus.
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Ruhig ging's vor wenigen Wochen beim Weihnachtsmarkt im Marktsaal zu. Foto: Horst Schneider
Ruhig ging's vor wenigen Wochen beim Weihnachtsmarkt im Marktsaal zu. Foto: Horst Schneider
Kann ein Weihnachtsmarkt den vorweihnachtlichen Frieden stören? Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Befürwortern und Kritikern des Weihnachtsmarktes am Volkstrauertag im Rentweinsdorfer Marktsaal liefern den Stoff für diese Annahme. Aktueller Stand: Der Weihnachtsmarkt des Fußballclubs findet im nächsten Jahr wieder statt - und zwar wieder am Volkstrauertag. Trotz der Proteste aus Ebern und einem Schreiben aus dem Wirtschaftsministerium, das beim Eberner Pfarrer Rudolf Theiler eingangen ist, der sich vorher schriftlich und in einer Predigt über die Veranstaltung in Rentweinsdorf beklagt hatte.

Den Ministeriums-Schrieb hat FC-Vorsitzender Kurt Paulus genau durchgelesen. "Für uns trifft das gar nicht zu. Erstens ist das Privatveranstaltung eines Vereins; und zweitens wahren wir auch den Charakter des stillen Feiertages.
Es wird nicht auf einem öffentlichen Platz gefeiert, sondern in einer geschlossenen Einrichtung, und die Kommune ist nicht Veranstalter, nur Vermieter."

Paulus hat kein Verständnis für die Einmischung aus katholischen Kreisen aus Ebern, zumal Pfarrer Theiler in einem Schreiben von "verletzten religiösen Gefühlen" sprach, da "ein stiller Gedenktag und christliches Fest dem Geschäft geopfert" würden. Paulus: "Der Volkstrauertag ist ein weltlicher Feiertag."

Andererseits ist der FC-Vorsitzende dem Geistlichen aus Ebern auch wieder dankbar: "Er hat von der Kanzel gegen unsere Veranstaltung gewettert. Eine bessere Werbung hätten wir gar bekommen können. Noch nie hatten wir so viele Besucher, und schon gar nicht aus Ebern."

Dennoch blieb es eine private Veranstaltung und der Charakter des Feiertages gewahrt, "anders als bei Starter-Partys", verweist Paulus auf Eberner Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit. "Unsere Klientel will sich vor dem Advent mit selbst gefertigten Deko-Artikeln versorgen, alle späteren Märkte sind doch nicht viel mehr als Alkohol-Exzesse."

Im Übrigen sei der Veranstaltungstermin am Volkstrauertag mit der örtlichen Kirchengemeinde abgestimmt und beginne erst nach den Gedenkfeiern am Kriegerdenkmal und im Friedhof. "Die Kirchengemeinde war selbst schon mit einem Stand vertreten."

Weil am Totensonntag so eine Veranstaltung nicht gewollt ist, sei man eben auf den früheren Termin ausgewichen, den man auch im Vereinskalender und bei der Marktsaal-Buchung für 2014 schon wieder vorgemerkt habe. "Der nächste Markt ist auf 16. November 2014 terminiert und daran lasse ich nicht rütteln. Wir machen das seit 13 Jahren so, und bisher hatte es keinen gestört", wundert sich Paulus und fürchtet dabei auch die Regierung von Unterfranken nicht. "In Rattelsdorf findet der Markt sogar am Totensonntag in der Halle statt", blickt er ins nahe Oberfranken.

Das sah der VG-Vorsitzende Robert Herrmann (CSU) zunächst anders. Aufgrund des Schreibens aus dem Wirtschaftsministerium in München bat er im zuständigen Referat der Verwaltung um "künftige Beachtung".
Die zuständige Sachbearbeiterin antwortete ihm per E-mail: "Die Verwaltung hat keine Möglichkeit, diesen Markt zu verbieten", da von privat an privat verkauft werde.

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