Haßfurt
Entsorgung

Weg frei für die gelbe Tonne im Kreis Haßberge

Der Kreistag Haßberge informierte über die neue Erfassungsmöglichkeit ab 2020. Die Wertstoffhöfe werden nicht überflüssig.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nach der Einführung der Gelben Tonne zum 1. Januar 2020 können die Bürger wahlweise auch weiterhin die Verpackungsabfälle in einem der 27 Wertstoffhöfe im Landkreis abgeben.  Christian Licha
Nach der Einführung der Gelben Tonne zum 1. Januar 2020 können die Bürger wahlweise auch weiterhin die Verpackungsabfälle in einem der 27 Wertstoffhöfe im Landkreis abgeben. Christian Licha

Lange wurde um sie gekämpft. Jetzt ist es amtlich, dass sie planmäßig kommt. Wilfried Neubauer, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Haßberge, verkündete am Montag bei der Kreistagssitzung im Landratsamt in Haßfurt, dass der pünktlichen Einführung der Gelben Tonne zum 1. Januar 2020 nichts im Wege steht. Nachdem die Junge Liste vor kurzem angekündigt hatte, einen Antrag auf Auskunft des Sachstandes im Gremium zu stellen, wurde die Tagesordnung kurzfristig um diesen Punkt ergänzt.

"Es war ein beschwerlicher Weg", berichtete Neubauer, da der bisherige Ausschreibungsführer, mit dem man immer verhandelt habe, vom Markt gegangen ist. Schlussendlich gab der Landkreis die Rahmenbedingungen mit Umsetzungsparameter vor, auf die sich jetzt die acht verbliebenen Lizenzfirmen im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung bewerben können. Es ist vorgesehen, den Vertrag auf drei Jahre festzuschreiben. 28 500 schwarze 240-Liter-Tonnen mit gelbem Deckel müssen geliefert werden, genauso wie 1500 Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1100 Litern für das Gewerbe. Die Gelbe Tonne wird alle vier Wochen geleert, wobei es den Bürgern unbenommen bleibt, die Verkaufsverpackungen nach wie vor bei einem der 27 Wertstoffhöfe im Landkreis abzugeben. Aber auch dort entfällt das mühsame Vorsortieren in Zukunft.

Zusätzlich ist geplant, in den Wertstoffhöfen weiße 90-Liter-Sammelsäcke anzubieten, um die Lagerung daheim und den Transport zu vereinfachen. "20 bis 30 Säcke werden wahrscheinlich einen Euro kosten", informierte Neubauer. Man verlange nur den Selbstkostenpreis und die Farbe der Säcke sei bewusst weiß, damit es keine Verwechslungen mit dem Gelben Sack kommt, der in anderen Landkreisen anstelle der Gelben Tonne verwendet wird. Weiterhin stellte Neubauer klar, dass bei eventuellen Problemen mit der Abfuhr nicht der Abfallwirtschaftsbetrieb zuständig ist, sondern man sich direkt an den Entsorger wenden müsse.

Informiert wurde der Kreistag auch über den Sachstand zur Einführung des 365-Euro-Tickets im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), zu dem der Landkreis Haßberge zählt. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) betonte, dass das eine große Chance sei, die Jugend mit einzubinden und den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken. Rund 4500 Schüler werden laut Schneider im Landkreis Haßberge davon profitieren. Es bestehe zwar noch Klärungsbedarf und einige Gespräche stünden bevor, aber man sei zuversichtlich, dass die Einführung des verbilligten Tickets im Herbst 2020 erfolgen kann. Nach einem komplizierten Schlüssel errechnet, kommen auf den Landkreis damit anteilige Kosten in Höhe von schätzungsweise 184 000 Euro zu.

Susanne Makowski, Horst Hofmann und Kurt Sieber gaben in ihren Berichten zu den Partnerschaften mit Israel, Polen, Schweden und Frankreich einen Einblick in die partnerschaftlichen Erfolgsgeschichten. Mit über 50 Jahren besteht die Partnerschaft zum Distrikt Tricastin in Frankreich am längsten. Ganz aktuell hat die Stadt Ebern eine Partnerschaft mit der Stadt Trun in der Normandie besiegelt. Ebenfalls schon Jahrzehnte gibt es die Partnerschaft zu Israel. Im Jüdischen Museum in Kleinsteinach soll auch das Erbe der verstorbenen Cordula Kappner bewahrt bleiben, die viel für die geschichtliche Aufarbeitung getan hat. In der Partnerschaft mit dem polnischen Klobuck steht ein Besuch einer Delegation aus dem Kreis Haßberge beim dortigen Erntedankfest bevor. Auch die Kontakte zu Lindesberg in Schweden sind hervorragend und werden weiter vertieft.

Durch den Austritt von Kreisrat Herbert Baum aus der SPD-Fraktion im Januar dieses Jahres ergibt sich eine neue Sitzverteilung in den Ausschüssen mit zwölf und sieben Sitzen. Die CSU-Fraktion bekommt demnach in den großen Ausschüssen einen Sitz mehr und hat dann fünf statt bisher vier Ausschussmitglieder. Die SPD muss auf einen Sitz verzichten und kommt dann auf jeweils zwei Sitze. Wie der Beschlussvorlage zu entnehmen war, hat die CSU-Fraktion erklärt, dass für den Ausschuss für Kultur, Tourismus und Sport keine Änderung in der Besetzung vorgenommen werden soll. Die SPD kann damit in diesem Ausschuss ihre drei Sitze behalten.

Die Sportförderrichtlinien im Landkreis wurden neu gefasst. Als förderfähige Kosten können jetzt auch Übernachtungskosten ab unterfränkische Meisterschaften und gleichwertigen Wettbewerben bei einer Anreisezeit ab einer Stunde und einer erforderlichen Anwesenheit vor 8 Uhr anerkannt werden. Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass diese Regelung das Gesamtbudget nicht verändere, da es noch andere, nicht ausgeschöpfte Beträge gebe.

Der Tourismusverband Steigerwald wurde seit vielen Jahren wie ein Verein geführt, ohne dass dies explizit und formal geregelt war. Der Kreistag stimmte auf Grundlage einer ausgearbeiteten Satzung der Eintragung in das Vereinsregister zu, da auch der Landkreis Haßberge Mitglied des Verbandes ist.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren