Zeil

Wasserpreis in Zeil und Ebelsbach "soll stabil bleiben"

Die Millionen, die in die Aufbereitungsanlage vor Jahren geflossen sind, zahlen sich aus. Rund 10.000 Bürger bekommen über den Zweckverband Zeil-Ebelsbach die beste Qualität. Außerdem soll nicht an der Kostenschraube gedreht werden.
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Moderne Technik in seiner Aufbereitungsanlage in Ebelsbach setzt der Wasserzweckverband der Zeil-Ebelsbach-Gruppe ein, um bestes Trinkwasser an die Bürger zu liefern. Rund 10 000 Bürger in den beiden Kommunen sind an das Versorgungsnetz angeschlossen.  Foto: Archiv/Klaus Schmitt
Moderne Technik in seiner Aufbereitungsanlage in Ebelsbach setzt der Wasserzweckverband der Zeil-Ebelsbach-Gruppe ein, um bestes Trinkwasser an die Bürger zu liefern. Rund 10 000 Bürger in den beiden Kommunen sind an das Versorgungsnetz angeschlossen. Foto: Archiv/Klaus Schmitt
Für einen Politiker, noch dazu im Wahlkampf, ist diese Aussage etwas überraschend. Am besten sei es, "wenn man nicht viel hört", betonte der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wasserzweckverbands der Zeil-Ebelsbach-Gruppe. Die Erklärung lieferte Stadelmann in der Verbandssitzung am Mittwochnachmittag gleich hinterher. Wenn man nicht viel höre, dann bedeute das, dass alles reibungslos laufe und die Anlage funktioniere.

Die Anlage ist die Wasseraufbereitung des Zweckverbandes in Ebelsbach. Sie ist vor etwa fünf Jahren umfassend saniert und modernisiert worden. Rund 2,6 Millionen Euro steckte der Zweckverband, den die beiden Kommunen Zeil und Ebelsbach bilden, in das Wasserwerk. Geld, das gut angelegt ist, wie in der gestrigen Sitzung in Zeil erneut deutlich wurde, denn die 10.000 Bürger in den Orten der beiden Gemeinden erhalten Trinkwasser in bester Qualität.

Schulden sind allerdings da. Sie beliefen sich Ende 2012 (für dieses Jahr wurde den Verbandsräten die Jahresrechnung vorgelegt) auf 1,675 Millionen Euro. Planmäßig werden jedes Jahr gut 100.000 Euro Verbindlichkeiten abgetragen. Zugleich baut der Zweckverband eine Rücklage auf, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. "Irgendwann kommt eine größere Investition", weiß Verbandsvorsitzender Thomas Stadelmann. Bisher "ist nichts Gravierendes passiert", erklärte Stadelmann, aber das kann sich ändern...

Ungeachtet der Schulden und der Tatsache, dass der Wasserverbrauch sinkt und damit weniger Geld in die Kassen des Zweckverbandes gespült werden, wollen Zeil und Ebelsbach nicht an der Kostenschraube drehen. Ziel sei, versicherte Stadelmann, dass "der Wasserpreis stabil gehalten werden soll".

Der Zweckverband bezieht sein Wasser aus Quellen nahe Neubrunn und aus fünf Brunnen im Maintal bei Ebelsbach. Das nitratreichere Wasser aus Neubrunn wird mit dem nitrat-armen Wasser aus den Ebelsbacher Brunnen in der Aufbereitungsanlage Ebelsbach gemischt und mit einem Nitratwert, der deutlich unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter liegt, in das Versorgungsnetz des Verbands eingespeist.

Der Verbrauch sinkt

Im Jahr 2012 hat der Zweckverband Zeil-Ebelsbach rund 470.000 Kubikmeter gefördert, aufbereitet und über das Versorgungsnetz sowie die Hochbehälter und die örtlichen Leitungen zu den Bürgern transportiert. Im vergangenen Jahr waren es bereits 5000 Kubikmeter weniger, und für 2014 rechnet der Zweckverband mit einer Jahresfördermenge von bis zu 465 000 Kubikmeter.

Die Tendenz sei eindeutig, berichtete der Geschäftsführer des Wasserzweckverbands, Andreas Trautner, gestern im Gebäude der Stadtwerke Zeil den Verbandsräten: Der Verbrauch gehe nach unten. Was sich auf den ersten Blick positiv anhört, weil die Bürger weniger Wasser verbrauchen, ist für den Zweckverband eher ein Nachteil. Denn die Kosten für Förderung, Aufbereitung und alle weiteren technischen Erfordernisse bleiben gleich, während bei geringerem Verbrauch die Einnahmen über die Gebühren sinken.

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