Ebern
Tag der Artenvielfalt

Was kreucht und fleucht auf dem Eberner Bundeswehrgelände?

Der Tag der Artenvielfalt lockt über die Zeitschrift "Geo" und die Werbung im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg Mitte Juni viele Besucher nach Ebern.
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So sieht sie aus, wobei man zum Erkennen ein Lupe braucht: die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze. Klaus Mandery, Leiter des Zentrums für Biodiversität, zeigt die seltene Art. Foto: Ralf Kestel
So sieht sie aus, wobei man zum Erkennen ein Lupe braucht: die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze. Klaus Mandery, Leiter des Zentrums für Biodiversität, zeigt die seltene Art. Foto: Ralf Kestel
Vom Makrokosmos des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) bis zum Mikrokosmos der Essigrosen-Dickfühlerweichwanze, die laut Klaus Mandery, dem Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, in Deutschland nur noch in Ebern vorkommt, reicht das Spektrum des "Tages der Artenvielfalt". Den Aktionstag führt die Zeitschrift "Geo" aus dem Hause Gruner + Jahr am 13. und 14. Juni in der einstigen Kreisstadt im Baunachgrund durch.

Der Schwerpunkt dabei: das frühere Bundeswehrübungsgelände, einst die Heimat von Soldaten und Leo-Panzern, nun die Heimat der Essigrosen-Dickfühlerweichwanze und der Gelbbauchunken sowie weiterer 5998 Arten, die Mandery und seine Helfer dort schon aufgespürt haben.

Da sind in den letzten Jahren einige Arten hinzugekommen bzw. neu entdeckt worden, was da im Schutz der Armee und des abgesperrten militärischen Sicherheitsbereiches kreuchte, fleuchte und gedeihte.

Beim Besuch des damaligen Bundesumweltministers Sigmar Gabriel im Februar 2008 waren es "nur" 2354 Arten gewesen, die Mandery damals in einem Arbeitspapier zusammengetragen hatte .

Es hat sich also einiges getan, seit der Zeit, da noch Fahrsicherheitszentrum und Off-road-Park im Raum standen, bis jetzt, da die Orchideen sprießen, die Solarmodule funkeln und Naturfreunde ihre Spielwiese gefunden haben.

Das gilt es zu zeigen. Findet zumindest Mandery, der Leiter des selbst gegründeten Zentrums für Biodiversität (biodiv): "Die Leute wissen oft gar nicht, was vor Ihrer Haustüre alles existiert." Das soll sich ändern: Am Samstag, 14. Juni, können sich Interessierte im Rahmen eines "Riesen-Programms mit Exkursionen und Ausstellungen, das unsere Natur an den Mann und die Frau bringen soll", vor Ort sowie danach in der Augustausgabe des Geo-Magazins auf 13 Hochglanzseiten informieren.

Denn die heimische Bevölkerung wie die aus dem gesamten VGN-Einzusgbereich ist ebenso eingeladen wie Experten, die "von Villach bis zur Ostsee kommen", so Mandery.. Dazu zählt auch der ehemalige Kommandeur des Panzeraufklärungsbataillons 12, Ekke Demandt", der vielen als über den Übungsplatz hastender Schmetterlingsfänger noch in Erinnerung ist.

Während die Fest- und Fachvorträge am Freitag, 13. Juni, ab 17 Uhr mehr auf ein Expertenpublikum abzielen, dürfte das Programm am Samstag ab 9 Uhr ähnlich viele Interessenten anlocken wie vor fünf Jahren, als 1600 Besucher gezählt wurden. Geboten werden Ausstellungen, Exkursionen zu Themenbereichen wie Wildkatze, Buchenwald, Gelbbauchunke, Solarfelder, Angusrinder, Shropshireschafe, Bienen.

Für die ganze Familie

Dazu gibt es eine Naturrallye und Theateraufführungen des Waldkindergartens in einem Zelt, das nahe der einstigen Panzerwaschanlage aufgestellt wird. Insektensafari, Reptilien- und Amphibien-Modelle sowie ein Kindermalprojekt der Künstlergruppe "casa nova" sprechen besonders Familien mit ihren Sprößlingen an. Stadtführungen mit Besuch der Jagdbilderaustellung in der xaver-mayr-gelarie, Führungen zum Käppele oder ein Gewinnspiel der Tourismus- und Werbegemeingemeinschaft und ein Fotowettbewerb des Foto-Creativ-Kreises bilden weitere Anziehungspunkte.

Da der Verkehrsverbund Nürnberg als Werbeträger fungiert, hofft Mandery auf viele Besucher von auswärts. "Wir richten auch einen Shuttlebus vom Bahnhof zur Kaserne und zurück ein." Rund 120 Helfer sind an beiden Tage für "Geo" im Einsatz, um dem Tag der Artenvielfalt ebenso zu einem Erfolg zu verhelfen, wie in früheren Jahren schon im Naturpark Bayerischen Wald oder den Hohen Tauern, an denen Mandery auch schon beteiligt gewesen ist.


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