Zeil am Main
Kreisverkehr

Warmuth-Kreuzung in Zeil wird zum Kreisel

Einen neuen Kreisel bekommen die Zeiler an der Krumer Straße/Abt-Degen-Straße in Zeil. Der Bürgermeister Thomas Stadelmann informierte den Zeiler Stadtrat über den Beginn der Baumaßnahme.
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Bald geht es los: Die Warmuth-Kreuzung in Zeil wird in einen Kreisverkehr umgebaut.  Foto: Klaus Schmitt
Bald geht es los: Die Warmuth-Kreuzung in Zeil wird in einen Kreisverkehr umgebaut. Foto: Klaus Schmitt
Ab Rosenmontag, 3. März, wird die Baustelle eingerichtet, und eine Woche später sollen die Bauarbeiten beginnen, kündigte Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) am Montagabend im Zeiler Stadtrat an. Träger der Baumaßnahme ist das Staatliche Bauamt in Schweinfurt. Die Kosten liegen bei rund 300.000 Euro. Bis zum Zeiler Weinfest soll das Projekt abgeschlossen werden.

Der Verkehr soll auch während des Baus fließen, wenn auch eingeschränkt. Teilweise wird eine Ampel eingesetzt, kurzzeitig muss komplett gesperrt werden (Asphaltierung). Der Bürgermeister appellierte an den Stadtrat, sich Gedanken über einen Namen für den neuen Kreisel zu machen. Warmuth-Kreuzung (benannt nach einer benachbarten Gaststätte) sei nur ein Arbeitstitel, sagte er.

Der Steinhauer-Kreisel

Und er möchte auch eine besondere Gestaltung. Eine erste Idee hat er schon: Stein-Motive in Anlehnung an die Steinhauer-Tradition. Eventuell soll für den Namen ein Ideenwettbewerb gestartet werden. Die Zeiler sind froh, dass der Kreisverkehr kommt, denn die Kreuzung ist gefährlich: Sie liegt auf einer Kuppe, eine Straße bildet gleichzeitig eine Kurve, und manche Autofahrer sind zu schnell unterwegs.

Hier lebt es sich schön

Die Stadt Zeil will sich zusammen mit neun anderen Gemeinden als attraktiver Standort für Wohnungssuchende und das Gewerbe über den Landkreis hinaus bekannt machen. Das geschieht in einer Marketing-Initiative, die die Stadt mit den anderen neun ILE-Kommunen starten will. Der Zeiler Stadtrat stimmte am Montagabend bei seiner Sitzung im Rathaus für das Projekt. Es kostet insgesamt 27.500 Euro. Zeil trägt davon 4400 Euro.

ILE heißt Integrierte Ländliche Entwicklung und bedeutet, dass Gemeinden auf bestimmten Feldern zusammenarbeiten. In der ILE-Organisation sind die "Fünf Sterne" aus dem Steigerwald (Rauhenebrach, Eltmann, Sand, Oberaurach und Knetzgau) sowie die Stadt Zeil und die vier Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebelsbach (Breitbrunn, Kirchlauter, Stettfeld und Ebelsbach).

Gemeinsames Vorgehen

Sie alle haben sich, wie Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) dem Stadtrat erläuterte, bereits in mehreren Sitzungen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt, um sich als attraktiver Standort für Wohnungen und Gewerbe zu präsentieren. "Wir haben von unserer Lage her Möglichkeiten zu profitieren." Dabei gehe es nicht darum, sagte Stadelmann, etwa Einwohner von Theres nach Zeil zu bringen. Der Blick richte sich auf die Räume Nürnberg oder Würzburg und weiter.

Stadelmann sprach sich dafür aus, das Marketing-Projekt anzupacken. Bisher sei innerhalb der zehn ILE-Gemeinden viel geredet worden, aber wenig geschehen. "Ich denke, diese Zusammenarbeit, die über Jahre gewachsen ist, bedarf einer gewissen Ausrichtung", sagte er. Jetzt sei es nötig, zu handeln und Nägel mit Köpfen zu machen. "Wir sind zu wenig bekannt" außerhalb des Landkreises, und das solle sich nach Meinung der ILE-Kommunen ändern, erklärte Thomas Stadelmann. Die zehn Kommunen nehmen für das Projekt professionelle Hilfe in Kauf. Eine Firma soll das Vorhaben umsetzen.

Viel Gerede, nichts dahinter?

Zweiter Bürgermeister Helmut Trautner (SPD) forderte, dass das Projekt mehr als eine weitere Broschüre sein müsse. In den vergangenen Jahren seien im Landkreis Unmengen von Broschüren gedruckt worden ("da geht einem das Messer in der Tasche auf"). Stadtrat Andreas Diehm von der CSU fragte nach dem Mehrwert der Aktion. Ihm fehlen die rote Linie und die Stringenz. Er stimmte schließlich auch als einziger gegen das Projekt.

Der Stadtrat Michael Brehm (CSU), der als Wirtschaftsförderer des Landkreises tätig ist und mit solchen Initiativen beruflich zu tun hat, bat darum, alle Bemühungen auf diesem Feld zu bündeln und Synergien zu nutzen. Wirtschaftsräume sollten sich sowohl über die ILE-Initiative als auch über das Stadt- und das Landkreis-Marketing vorstellen. Alle sollten etwas davon haben, forderte Brehm.

Junge Leute fehlen

Der Zeiler Stadtrat billigte bei einer Gegenstimme das Projekt mit den Kosten. Bürgermeister Thomas Stadelmann wertet die Initiative auch als ein Signal für die funktionierende Zusammenarbeit der Kommunen. "Es wäre ein gutes Zeichen für uns", wenn der Vorstoß erfolgreich wäre. Ein Anstoß fürs gemeinsame Handeln kommt aus dem Wissen, dass wegen des demografischen Wandels die Zahl der Einwohner im Landkreis abnimmt. Vor allem junge Leute fehlen.


Weitere Themen im Zeiler Stadtrat am Montag

Energie Der Strompreis in der Stadt Zeil soll bis Jahresende 2014 stabil bleiben. Das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaus. Die Absicht, den Preis für die elektrische Energie unverändert zu belassen, hatte der Stadtrat bereits vor einiger Zeit bekundet. Damals lagen aber noch nicht alle Informationen und Daten vor, um einen Beschluss zu fassen. Jetzt hat die Stadt alle notwendigen Zahlen, und daher war die Entscheidung am Montag möglich.

Bildung Der Zeiler Stadtrat erhöht den Zuschuss an die Volkshochschule im Landkreis Haßberge. Seit 1988 zahlte Zeil 50 Cent (früher eine Mark) pro Einwohner jährlich an die VHS. Jetzt wird ein Euro pro Einwohner an die Erwachsenenbildungseinrichtung überwiesen. Bürgermeister Thomas Stadelmann begründet die Verdopplung mit den gestiegenen Kosten bei der VHS, und Zeil profitiert nach seiner Darstellung erheblich von der Volkshochschule. Das wird aus der Zahl der Kurse und Veranstaltungen deutlich, die erheblich zugenommen haben. Aktuell hat die VHS 173 Angebot für Zeil und die Stadtteile im Programm. "Es wird viel geboten", lobte der Bürgermeister die Volkshochschule für ihre Arbeit.

Fundtiere Geht es nach dem Willen der Stadt Zeil, soll die Fundtierbetreuung im Landkreis weiterhin in der Hand des Landkreises bleiben. Diese Grundsatzentscheidung traf der Stadtrat am Montagabend im Rathaus. Derzeit ist die Fundtierbetreuung im Landkreis ungelöst. Nachdem das Tierheim in Haßfurt aufgelöst worden ist, werden Tiere teilweise bei der Tierschutzinitiative Haßberge (Oberschwappach) abgegeben, teilweise in Tierheimen außerhalb des Landkreises, und manchmal sind auch schon einzelne Kommunen tätig geworden.

Die Fundtierbetreuung ist eigentlich Aufgabe der Städte und Gemeinden; sie haben diese Aufgabe aber an den Landkreis abgegeben, der nun auf der Suche nach einem Standort für ein neues Tierheim ist. Bisher vergeblich. "Wir müssen eine Lösung finden", sagte Bürgermeister Thomas Stadelmann. Er sprach sich wie der gesamte Stadtrat für eine kreisweite Regelung aus, die Kosten für Zeil wie auch für die anderen Kommunen bedeutet. Nach derzeitigen Berechnungen könnte auf Zeil ein Investitionskostenanteil von rund 80.000 Euro zukommen. Der Stadtrat plädierte einstimmig für eine Landkreis-Lösung, vorbehaltlich der Frage der Kosten.
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