Zeil am Main
Glaube

Wallfahrt, Weihwasser und Wahrhaftigkeit: Festgottesdienst zur Zeiler Käppele-Kirchweih

Mit den Schlagworten Wallfahrt, Weihwasser und Wahrhaftigkeit könnte man den Festgottesdienst zur Käppele-Kirchweih am Pfingstmontag in Kurzform umschreiben, den Pfarrer Michael Erhart mit den Gläubigen am Freialtar feierte.
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Die Augsfelder Wallfahrt kommt am zeiler Käppele an.Brigitte Hamm
Die Augsfelder Wallfahrt kommt am zeiler Käppele an.Brigitte Hamm
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Für die Pfarrei Augsfeld ist der Pfingstmontag seit einigen Jahren zum traditionellen Wallfahrtstag geworden. So feierten die Fußwallfahrer und die mit dem Auto Dazugekommenen gemeinsam mit den Gläubigen der PG "Am Weinstock Jesu" und weiteren Besuchern den Festgottesdienst zum Weihetag des Zeiler Käppele. Mit dem Eintauchen der Osterkerze in ein Weihwassergefäß segnete Pfarrer Michael Erhart es. Er freute sich, dass die Anschaffung durch eine Spende möglich war. Jetzt kann auch vom Käppele Weihwasser mit nach Hause genommen werden.

Die Predigt hatte Pfarrer Michael Erhart Diakonatsbewerber Andreas Hofer im Rahmen seiner Ausbildung überlassen. Hofer griff den Erlass von Papst Franziskus auf, der im letzten Jahr verfügte, dass der Pfingstmontag als Gedenktag "Maria - Mutter der Kirche" begangen werden solle. "Gemeinsam mit der Kirchweih unsres Käppele gesehen, könnten die drei Feste nicht näher beieinanderstehen", so der Prediger. Ausgehend von der Schriftstelle, in der Maria erfährt, dass sie durch das Wirken des Heiligen Geistes ein Kind bekommen wird, spannte er den Bogen in die heutige Zeit.

Er schaute auf das Verhalten Josefs, der ja davon ausgehen musste, dass seine Frau fremdging. Andreas Hofer stellte die Frage, wie wir heute reagieren würden, wenn man uns in so einem Fall diese Geschichte erzählen würde. Auf diese Weise thematisierte Andreas Hofer die Eigenschaften Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit im persönlichen Bereich, aber auch in den Bereichen und Kirche.

Andreas Hofer zeigte sich überzeugt, dass Maria und Josef einen offenen und vertrauensvollen Umgang miteinander hatten. Nur habe diese Situation bestanden werden können.

Wie offen, vertrauensvoll und ehrlich sind wir heute zueinander? Wie steht es bei uns mit diesen Charaktereigenschaften, die wir so notwendig brauchen? Wie oft erleben wir Tarnung, Verborgenheit, Rollenspiel, Rückzug, Maskierung und sogar Lügen. Hofer wünscht sich konsequente Ehrlichkeit: im persönlichen Bereich ebenso wie in der Politik und in der Kirche.

In der Kirche könnte konsequente Ehrlichkeit zum Beispiel so ausschauen, dass Akten geöffnet werden, damit Straftaten juristisch aufgearbeitet werden können. Konsequente Ehrlichkeit der Kirche könne auch sichtbar werden im Wahrnehmen und Honorieren der Leistung Ehrenamtlicher, an der gerade Frauen einen großen Anteil haben.

Konsequente Ehrlichkeit brauche es aber auch für von jedem von uns, wenn es darum gehe, dass wir zu unserem Glauben und zur Kirche stehen - auch in der Öffentlichkeit. Ehrlichkeit riskiere auch Ablehnung und Zurückweisung, doch in Wirklichkeit sei sie die wesentlichste Voraussetzung für ein authentisches Zusammenleben, so der Prediger. Im Blick auf Maria, die ehrliches Handeln durchwegs gelebt habe, und mit Hilfe des Heiligen Geistes sollte das immer besser gelingen.

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