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Maroldsweisach
Industrie

Von Maroldsweisach in die Welt

Das Unternehmen Weiss hatte 2012 seinen Standort in der Marktgemeinde erweitert und nun Einblicke in die neue Firmenstruktur gegeben. Unter anderem mit einem neuen Sensormodul will der Spindelhersteller am Markt punkten.
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Monteur Sven Hoffarth erfasst die Daten zu einer in der Reparatur befindlichen Spindel.
Monteur Sven Hoffarth erfasst die Daten zu einer in der Reparatur befindlichen Spindel.
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e unkomplizierter ein Prozess abläuft, desto weniger fehleranfällig ist er. Die Siemenstochter Weiss Spindeltechnologie mit Standort in Maroldsweisach versucht deswegen, ein neues Sensormodul am Markt zu etablieren, das die Inbetriebnahme ihrer Spindeln wesentlich vereinfacht: SMI 24 heißt die Entwicklung, die die Firma seit mehreren Jahren vorantreibt.

Die von Weiss gebauten Spindeln sind in der Regel von einem Elektromotor angetriebene Wellen für Werkzeugmaschinen, an deren Ende zum Beispiel ein Fräskopf befestigt werden kann.
Direkter digitaler Datenaustausch zwischen Steuermodul und Spindel in der Werkzeugmaschine ist die Idee hinter SMI 24, und Produktmanager Jürgen Müller hofft darauf, dass einige Weiss-Kunden bei Neuanschaffungen von Maschinen bereit sind umzurüsten. Klar ist aber auch, dass das sicher nicht von heute auf morgen passiert.


Analoge Technologie ist fehleranfälliger

Laut Müller läuft die Mehrzahl an Maschinen, für die Weiss als Hersteller oder Servicepartner verantwortlich ist, mit der standardmäßigen analogen Technologie. "Die ist fehleranfälliger", erklärt Fabian Wahler von der Systemintegration. Denn hier müssen etliche Parameter händisch in die grafische Oberfläche des Steuermoduls eingegeben werden. Außerdem muss das analoge Signal relativ umständlich mit Hilfe von teurer Hardware im Schaltschrank digitalisiert werden - auch hier können je nach Qualität des Signals fehlerhafte Daten übertragen werden.

Wahler testet im Maroldsweisacher Werk Spindeln und die dazugehörigen Steuermodule auf ihre Funktionalität. Er führte den Medienvertretern beim Pressetag der Firma Weiss in Maroldsweisach das SMI 24-Modul vor. "Die Daten werden automatisch eingelesen", sagt er.

Das funktioniert, weil Weiss Spindeln entwickelt hat, die ein elektronisches Typenschild enthalten. In diesem Typenschild sind alle relevanten Daten vorhanden, der Computer muss sie nur noch auslesen.
Das Steuerungsmodul und die dazugehörige Software hat Siemens entwickelt. Weiss hofft nun, dass sich das neue Produkt in den kommenden Jahren weiter durchsetzen kann. Vor zwei Jahren schon hatte das Unternehmen das SMI Modul in der Öffentlichkeit vorgestellt, allerdings brauchte die Firma noch mehr Zeit, die Marktreife war damals noch nicht erreicht.

Fotografieren tabu

Weiss gab bei dem Pressetag Einblicke in seine betrieblichen Abläufe. Relativ offen zeigte sich das Unternehmen bei der Betriebsbesichtigung, nur fotografieren war tabu: zu groß die Angst vor Industriespionage.
Fred Elflein, zuständig für die Serviceleitung des global agierenden Unternehmens, erklärte, Weiss habe wegen seines Wachstumskurses den Betrieb vergrößert und Abläufe in der Spindelfertigung und -montage sowie Reparatur optimiert. Um den Kundenkreis auszudehnen, hat sich Weiss unlängst auch darauf spezialisiert, Spindeln zu reparieren, die nicht aus der eigenen Produktion stammen.

Die Firma repariert eigenen Angaben zufolge rund 3500 Spindeln pro Jahr, davon sind 15 Prozent von fremden Herstellern. Im Zuge des Wachstumsprozesses sollen weitere betrieblichen Verfahren verändert beziehungsweise optimiert werden. "Wir sind, wie gesagt, im Wandel", sagt Elflein.

Am Standort in Maroldsweisach sind derzeit 270 Mitarbeiter beschäftigt. Im Reparaturbereich arbeitet Sven Hoffarth. In seinem Arbeitsbereich liegen mehrere Spindeln bereit. "Ich zerlege die dann und erstelle einen Befund", erklärt der Monteur. Bei der Spindel, die er soeben im Rechner erfasst, ist der Spritzring (schützt die Spindel vor Schmutz) beschädigt und muss ausgetauscht werden.

Aus einer Hand

Wie Elflein erklärt, ist das umfassende Serviceangebot für die Weiss-Kunden ein wichtiger Punkt, dem Unternehmen die Treue zu halten, weil sie hier rundum versorgt werden können ("alles aus einer Hand").

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