Ebern
Strecken-Inbetriebnahme

Von der Bimmelbahn in den ICE-Turbo

Ab Sonntag düsen die ICE-Schnellzüge zwischen München,Erfurt und Berlin. Durch den Haltepunkt in Bamberg ergeben sich für Reisende aus Ebern Vorteile.
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Von Bahnhaltepunkt in Ebern geht's ab in die weite Welt - und ab Sonntag noch viel schneller und bequemer.Ralf Kestel
Von Bahnhaltepunkt in Ebern geht's ab in die weite Welt - und ab Sonntag noch viel schneller und bequemer.Ralf Kestel
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Zur vollen Stunde in Ebern in die Agilis-Bahn einsteigen und eineinhalb Stunden später in Erfurt aus dem ICE aussteigen? Was wie das Märchen eines Modelleisenbahners klingt, wird von Sonntag an Wirklichkeit. Mit der Inbetriebnahme der neuen ICE-Strecke zwischen Breitengüßbach/Coburg und Erfurt eröffnen sich Zugreisenden ungeahnte Dimensionen, auch in Richtung München, da mehr Direkt-Schnellzüge zur Verfügung stehen, ohne dass in Nürnberg umgestiegen werden müsste (was immer noch geht und eine zusätzliche Optionen darstellt).

Aber auch im Nahverkehr ergeben sich Verbesserungen. "Die Eberner Nebenstrecke wird weiter systematisiert und optimal auf die Anschlüsse in Bamberg nach Nürnberg, Würzburg und Berlin abgestimmt. In Breitengüßbach ergibt sich erstmals jede Stunde ein bahnsteiggleicher Übergang zum Regionalexpress nach Coburg bzw. alternierend nach Jena. Hallstadt kann bis auf einzelne, dem ICE-Fahrplan geschuldete Ausnahmen erstmals stündlich bedient werden", teilte der Streckenbetreiber Agilis mit.

Kurt Langer hat als Vorstandsmitglied der Eberner Ortsgruppe des Bund Naturschutz wieder einen Mini-Fahrplan erstellt, der in jede Geldbörse passt und sich den Fahrplan ganz genau angeschaut.
Seine Meinung: "Die Abfahrts- und Ankunftszeiten sind bis auf wenige Ausnahmen gleich geblieben.
Damit fahren nun fast alle Züge im Stundentakt von Ebern in der Zeit von 8 bis 20 Uhr jeweils in der Minute 01 ab. Eine Ausnahme ist der Schülerzug, welcher um 13.09 Uhr abfährt, was den Unterrichtszeiten geschuldet ist. Das Gleiche gilt für die Abfahrt der Züge ab Bamberg von 8 bis 19 Uhr. Die Züge fahren jeweils in der Minute 27 bzw. 25 ab."


Unmittelbare Anschlüsse

Laut Langers Analyse haben tagsüber ab 8 Uhr haben alle Züge in Bamberg unmittelbaren Anschluss an den Regionalexpress (RE) nach Nürnberg. Lediglich mit dem Zug Ebern ab 15.02 Uhr muss man bereits in Breitengüßbach in den RE nach Nürnberg umsteigen.

Mit dem neuen ICE erreicht man werktags fast zu jeder Stunde Berlin von Ebern aus in knapp 3,5 Stunden, schwärmt Langer. In München ist man ab Bamberg in drei Stunden, ohne umsteigen zu müssen (siehe auch die Übersicht mit den Anschlusszügen in Bamberg: Von dort aus beträgt die Fahrzeit nach Erfurt 45 Minuten, nach München 1:45 Stunden)

Damit ergeben sich auch am Ende der Nebenstrecke in Ebern deutliche Vorteile, die der Streckenneubau mit sich bringt. So führten bislang die Strecken nach Erfurt über Schweinfurt/Bad Neustadt (Bimmelbahn) oder Würzburg/Fulda (ICE).

Auch die Verbindungen nach Coburg werden verbessert, da die neue ICE-Strecke auch für Regionalexpresse aus Bamberg genutzt wird. "Unser Highlight ist der neue Franken-Thüringen-Express (FTX) zwischen Sonneberg und Nürnberg", erklärt Johann Niggl von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Nach dem Vorbild des erfolgreichen München-Nürnberg-Express bestellt die BEG Regionalzüge im Zweistundentakt, die auf der neuen Strecke zwischen Coburg und Bamberg ohne Zwischenhalt unterwegs sind. Von Coburg aus erreicht man Bamberg in nur 24 Minuten. Von Coburg nach Nürnberg sind es rund 70 Minuten - bis zu einer halben Stunde weniger als bisher.


Stündlich nach Coburg

Der Regionalexpress (RE) Sonneberg - Nürnberg verkehrt stündlich mit allen Halten von Sonneberg bis Coburg, ab dort im zweistündlichen Wechsel via Neubaustrecke oder via Bestandsstrecke (über Lichtenfels) nach Bamberg. Die Regionalexpresse können für Reisende aus Richtung Ebern ab Breitengüßbach im Stundentakt genutzt werden. In Hallstadt hält der Agilis-Triebwagen nun häufiger.

Die Neuerungen bringen also auch für Bahnfahrer von und nach Ebern spürbare Verbesserungen. Eine nachträgliche Entschädigung für die neunmonatige Streckensperrung im vergangenen Jahr, die für einige Erschwernisse gesorgt hatte.

Noch eine Gemeinsamkeit verbindet die ICE-Strecke mit der "Bimmelbahn" nach Ebern: Der Fahrdienstleiter für beide Strecken sitzt im Bahnhof Rödental.
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