Unterpreppach
Kirchweih

Vom Gottesdienst bis Entenrennen

Ein verrücktes Kirchweihfest wurde am Wochenende in Unterpreppach gefeiert.
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Der feierliche Gottesdienst wurde mit einer Kirchenparade und Marschmusik eingeleitet. Foto: Jasmin Herbst
Der feierliche Gottesdienst wurde mit einer Kirchenparade und Marschmusik eingeleitet. Foto: Jasmin Herbst
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"Verrückt" auf der einen Seite, weil es verrückt ist, dass es überhaupt Gotteshäuser gibt und auf der anderen Seite, weil man mit vielerlei Kirchweihgaudi das Fest feiert.

Der feierliche Gottesdienst am Sonntag wurde mit einer Kirchenparade eingeleitet. Mit Marschmusik und Fahnenabordnungen der Vereine zog sich der Festzug vom Musikheim zur Kirche. Mit Orgelmusik und Blasmusik war es eine besonders festliche Messe.

Wie Pater Rudolf Theiler in seiner Kirchweihpredigt beschrieb, war es verrückt, dass vor mehr als 500 Jahren die Preppacher Einwohner darum baten, im Ort ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Man braucht Ställe, Höfe, Wohnhäuser, Vereinsheime ... Aber ein Gebäude, nur um dort zu singen, gar noch in anderen Sprachen, nämlich Latein - das ist doch verrückt. Und trotzdem ist dies ein Ort, der eigentlich gar nicht verrückt ist. Eine Kirche ist ein Zentrum, gibt eine Richtung vor. Man kommt dort zur Ruhe, Taufen werden gefeiert und vieles mehr. So können die Preppacher auch heute noch froh sein, dass sich vor langer Zeit ein paar "Verrückte" eingesetzt haben und das Dorf heute stolz über eine eigene Kirche sein kann.

Fußball und Entenrennen

Gefeiert wurde die Kirchweih auch mit allerlei "verrückten" Programmpunkten.

Zum Beispiel am Samstag mit dem alljährlichen Fußballspiel der Alten Herren gegen die befreundete Hobbymannschaft den "Schlossparkkickers" aus Berlin. Auf die Frage, wer gewonnen hat, war die Antwort "Es ging 4 zu 3 aus". "Und für wen?" "Das ist egal, die Mannschaften waren gemischt", verriet Alfred Heinemann, Ehrenmitglied und langjähriger Freund der Berliner.

Auch das Entenrennen fand wieder statt. 261 Gummienten waren im Sack, bzw. am Start und wurden in die Preppach gelassen. Die ersten 40 von ihnen waren die Siegerenten, denn 40 Sachpreise wie Fahrrad, Tretroller, Spielzeugautos und diverser weiterer Spielgeräte oder Gutscheine standen zur Verfügung.

Elmar Barth war der "Sportkommentator", der die Preppach entlang lief und immer wieder den Zwischenstand über die schnellsten Enten bekannt gab. Zahlreiche Kinder und Erwachsene waren bei dem Spektakel dabei und feuerten ihre Gummienten an.

Ebenfalls am Samstag zog die Jugendblaskapelle Unterpreppach wieder durchs Dorf und spielte die alljährlichen Kirchweihständchen. Rund fünf Stunden dauerte die Runde, wobei es dazwischen großzügige Verpflegung von den Anwohnern gab.

Außergewöhnliche Instrumente

Die "Original Preppachtaler", die mit ihren außergewöhnlichen Instrumenten, nämlich Teufelsgeige oder Waschbrett auch etwas "verrückt" sind, sorgten am Samstagabend wieder für Stimmung im Festzelt.

Eingeleitet wurde das Kirchweihtreiben am Freitag mit dem Aufstellen des Kirchweihbaumes. Mit Marschmusik wurde der Baum von der Gärtnerei Schmitt zum Festplatz begleitet und dort mit vereinten Kräften aufgestellt. Der Alleinunterhalter "Balu" begeisterte anschließend mit einer schmissigen Stückeauswahl über Volksrock, Pop, Rock und Schlager und gutem Gesang. Zahlreiche Gäste waren an beiden Abenden am Festplatz, die sich aufgrund des Wetters weniger im Zelt, sondern viel mehr draußen um die Stehtische aufhielten oder sich auf dem Spielplatz tummelten.

Weitere "verrückte" Programmpunkte standen noch am Montag an, wie die Kirchweihgaudi, bei der die Kinder an verschiedenen Spielstationen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen können. Traditionell ist auch der Hahnenschlag, der in Unterpreppach jedes Jahr stattfindet. Mit verbundenen Augen wird dabei versucht, mit einem Dreschflegel einen Tontopf zu Treffen. Wem dies gelingt, der gewinnt einen echten Hahn.

Auch der Seniorengottesdienst am Montag im Festzelt ist fester Bestandteil des Kirchweihfestes. Hier haben alle die Möglichkeit der Krankensalbung und können anschließend bei Kaffee und Kuchen noch gemütlich beisammensitzen.

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