Ebern
Straßenbau

Verzögerung am Hambach

Die Arbeiten an der Serpentinenstrecke zwischen Ebern und Untermerzbach kommen voran. Trotzdem wird es nichts mit der anvisierten Fertigstellung bis zum Schuljahresbeginn.
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Der Unterbau für die Fhrbahn ist fertig. ende September soll der hambach weider passierbar seinFoto: Helmut Will
Der Unterbau für die Fhrbahn ist fertig. ende September soll der hambach weider passierbar seinFoto: Helmut Will
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Ebern/UntermerzbachBis zum Schuljahresbeginn wird es definitiv nicht klappen. Das Staatliche Bauamt hat das Datum verschoben. Offiziell peilt es jetzt den 30. September für die Fertigstellung der Bauarbeiten am Hambach an. "Vielleicht geht es ja ein bisschen schneller", sagt Manfred Rott, der für den Landkreis Haßberge zuständige Abteilungsleiter bei der Schweinfurter Behörde.

"Es ist einfach viel mehr geworden", erklärt er zum Umfang der Tiefbauarbeiten. 15 000 Kubikmeter Material mussten bewegt und aufbereitet werden; ursprünglich war man von 10 000 Kubikmetern ausgegangen. Ein Drittel Mehraufwand, der sich natürlich auch zeitlich auswirkt.

Bis in sieben Meter Tiefe

Der Boden und der Unterbau mussten verbessert werden, nachdem ein Teil der Fahrbahn an der Staatsstraße zwischen Ebern und Untermerzbach im Frühjahr plötzlich abgebrochen war. In einer Serpentine am Hambach war die Teerdecke nahezu einem Meter tief abgesackt. Wie sich bei der Untersuchung des Schadens herausstellte, hatte Grundwasser das Gelände und damit Teile des Straßendamms ins Rutschen gebracht. Beim Buddeln wurde später eine nicht mehr funktionierende Tiefendrainage als "Schuldige" entlarvt.

Um den Untergrund dort am Hang abzusichern, musste die beauftragte Baufirma sieben Meter tief ins Erdreich schürfen. Sie war wochenlang mit mehreren Baggern und schweren Muldenfahrzeugen beschäftigt, um Erde, Steine und Schutt zu bewegen und die riesigen Mengen an Material mit Kalk und Zement zu verdichten. Es galt, die Feuchtigkeit zu binden und den Untergrund zu stabilisieren.

Wie eine Wundertüte

"Wir hatten zwar Gutachten vorliegen, aber immer wenn es so tief reingeht, kann man nicht genau sagen, was einen da unten erwartet, erklärt Baudirektor Rott. Ohne Bodenproben würde man komplett im Dunklen stochern. Andererseits bieten die Proben nur Anhaltspunkte. Schon drei Meter neben dem Untersuchungspunkt könne sich die Situation wieder ganz anders gestalten. Das sagt die Erfahrung und das habe sich auch jetzt vor Ort wieder gezeigt, so der Fachmann aus Untertheres.

Durch den erhöhten Bauumfang werden natürlich auch die Kosten steigen. Doch die Frage nach der Finanzierung ist für den Verantwortlichen vom Bauamt erst mal zweitrangig: Schon die Suche nach einem verfügbaren Bauunternehmen hatte Wochen in Anspruch genommen und man war froh, Ende Juli endlich loslegen zu können. Dann, sagt Rott, "gab es kein Zurück mehr, die begonnene Baumaßnahme muss schließlich möglichst schnell beendet werden." Die genauen Kosten wird der Abteilungsleiter erst erfahren, wenn alles fertig ist.

Weite Umwege

Wie wichtig die Verkehrsader zwischen Ebern und Untermerzbach ist, hat nicht erst die Sperrung gezeigt. Seit 23. Juli ist die Straße vom Baunach- in den Itzgrund für den Verkehr komplett unpassierbar, der Schwerlastverkehr musste schon länger ausweichen. Mangels hinreichend breiter und belastbarerer Umgehungsstraßen in unmittelbarer Nähe wurde zuletzt eine weiter Umweg bis über Breitengüßbach erforderlich.

Schon jetzt ist klar: Die Kurve im Waldgebiet, in deren Umfeld einige Bäume weichen musten, um den Baufahrzeugen genügend Arbeitsradius zu verschaffen, hat sich optisch verändert. Inzwischen ist das gesamte Areal wieder aufgeschüttet und verdichtet. Der Hang wurde neu modelliert. Bis die Fahrbahn fertig ist, wird es noch einige Tage dauern.

Manfred Rott wirbt um Geduld bei den Verkehrsteilnehmern. Schließlich soll alles ordnungsgemäß fertiggebracht werden, um künftigen unangenehmen Überraschungen an dieser Stelle vorzubeugen. "Die Qualität darf nicht unter dem Zeitdruck leiden", sagt Rott.

Die Kommunen und Busunternehmen seien bereits darüber unterrichtet, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Ferienende gleich Ende der Bauarbeiten - das klappt in diesem Fall nicht. Für die ersten zwei, drei Schulwochen müssen sich die Busschüler aus dem Itzgrund und deren Eltern also wohl auf längere Fahrten gefasst machen.



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