Haßfurt

Vater droht, seine Familie umzubringen

Ein 42-Jähriger kündigt einen Amoklauf an und löst damit Panik aus. Das Haßfurter Amtsgericht verurteilt ihn zu einer Bewährungsstrafe.
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Foto: Archiv
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Am 14. Oktober 2013 löste der Anruf einer Schule aus dem Kreis Haßberge auf der Polizeiinspektion Haßfurt Alarm aus: Ein Vater drohe damit, seine beiden Kinder, die Ex-Freundin, deren neuen Lebensgefährten und sich selbst umzubringen. Die Polizeibeamtin im Zeugenstand des Amtsgerichts Haßfurt beschrieb Strafrichterin Ilona Conver die Maßnahmenkette so: Der mutmaßliche Täter wurde in seiner Wohnung festgenommen, die Schule überwacht und die Ex-Freundin zu ihrer Sicherheit auf die Wache gebracht. Am Ende ging alles gut aus. Aber wäre es überhaupt zum Äußersten gekommen?

Bereits einen Tag vor der Festnahme, am 13. Oktober 2013, hatte der Angeklagte vor einem Bekannten mit dem Amoklauf gedroht. Er wolle sich töten und die anderen mit ins Grab nehmen, soll er dem Bekannten gesagt haben. "Dabei hat er stark gezittert und ist sehr wütend gewesen", sagte der 44-jährige Zeuge aus.

Er erzählte weiter, dass der Angeklagte die Trennung von seiner Ex-Freundin und deren neue Beziehung nicht verkraftet habe. Da der Angeklagte schon öfter gedroht habe "zu explodieren", habe er die Ex-Freundin und deren Partner am nächsten Tag gewarnt.

Damit trat er eine Lawine los, denn die Frau, die mit dem Angeklagten zwei Kinder hat, geriet in Panik und informierte die Schule. Auch ihr neuer Lebensgefährte fürchtete um sein Leben. Vor Gericht musste Richterin Ilona Conver anhand von sechs Zeugenaussagen entscheiden, ob der Angeklagte durch sein Verhalten tatsächlich den öffentlichen Frieden durch die Androhung einer Straftat gestört hat (so die Anklage) - oder nicht.
Verteidigerin Vera Rosenzweig plädierte für Freispruch. Sie halte eine Bedrohung durch ihren Mandanten für fraglich. Der hatte zu Beginn der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt, so dass über seine Beweggründe nur spekuliert werden kann.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Bamberg, Ilker Özlap, sah die Vorwürfe bestätigt und forderte eine Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Am Ende wurde der 42-Jährige zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und muss zusätzlich 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Bewährungszeit ist auf zwei Jahre festgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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