Zeil
Freizeit in Franken

Urlaub im Wein- und Burgenland

Mit dem Cali-Campingbus unterwegs zu acht Zielen in Ober-, Mittel- und Unterfranken. Heute: die Haßberge und die Steigerwald-Ausläufer am Main.
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Ein fränkischer Fachwerktraum - das mittelalterliche Städtchen Königsberg
Ein fränkischer Fachwerktraum - das mittelalterliche Städtchen Königsberg
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Unsere Tour durch die Haßberge hat gleich zu Beginn einige Überraschungen für uns parat. In der Touristinfo in Zeil warten bereits die Tourismusexpertinnen Beate Reinhardt und Susanne Volkheimer auf uns. Nicht allein. Zeils zweiter Bürgermeister Dieter Köpf heißt uns ebenfalls willkommen. Wie es sich für eine Weingegend gehört, mit einem Gläschen Sekt. Ein netter Einstieg. Passend zum Zeiler Wahlspruch "Fachwerk, Frohsinn, Heiterkeit". Wir befinden uns am Schnittpunkt von Wein- und Bierfranken, wo für jeden Geschmack etwas dabei ist. Ein viel zu kurzer Stadtrundgang führt uns nach einem Blick in die verwinkelten Altstadtgassen zum Hexenturm. In dem Dokumentationszentrum wird ausführlich über die Zeit der Hexenverfolgung in dem Städtchen informiert. Wir nehmen uns auch nicht die Zeit zum Käppele hinaufzufahren, um von dort die schöne Aussicht ins Maintal zu genießen, die Zeit drängt.
In den Haßbergen gibt's jede Menge zu entdecken.

Wir fahren nach Königsberg, einem wunderschönen mittelalterlichen Städtchen wie aus dem Bilderbuch. Nicht nur wegen des Regiomontanushauses, dem Geburtshaus von Johannes Müller (1436), dem berühmtesten Astronomen seiner Zeit. Das gesamte Ensemble beeindruckt, auch die über der Stadt liegende Reichsburg.
Eine von vielen in den Haßbergen.Eigentlich mehr Ruine, aber liebevoll teilrestauriert von den Mitgliedern des Königsberger Heimatvereins. Dabei kein Einzelfall. Wer durch die Haßberge fährt, wird mit einer Vielzahl von Burgen und Ruinen konfrontiert. Auch mit Schlössern. Sogar solchen, die noch bewohnt sind. Wie das Schloss Friesenhausen, wo wir auf die Besitzer treffen, Gudula und Johann Friedrich von Eichborn. Das ist mal was ganz anderes. Sich in einem 300 Jahre alten Schloss umschauen können, das noch bewohnt ist.

Von den Nöten eines Schlossherrn
In der guten Stube des Schlosses, im ersten Stock - eigentlich mehr Saal als Stube - erzählt der Herr des Hauses von Sorgen und Nöten eines Schlossherrn, der kein Millionär ist. Das Dach hat der heute 73-Jährige selbst mit hergerichtet, ebenso die schönen Stuckdecken. Das Holz zum Beheizen wird ebenso selbst gemacht wie der 45  000 Quadratmeter große Garten gepflegt. Reiten oder Golf, dafür bleibt keine Zeit. Ehefrau Gudula bringt es auf den Punkt. "Nicht du hast ein Haus, das Haus hat dich." Mitleid? Nein. Im Falle der Eichborns war das stets gewollt. Der Jurist träumte schon als Junge davon, sich als Baumeister austoben zu können. Das kann er jetzt, hat sich sogar noch ein zweites Schloss gekauft.

Wir fahren weiter, nach Hofheim, wo sich neben vielem Fachwerk im Stadtzentrum der 1463 erbaute Stadtsitz der Freiherren Truchseß von Wetzhausen befindet. Seit 1804 Apotheke und heute eines der ältesten Fachwerkhäuser im Landkreis. Wir nehmen einen letzten großen Bogen durch die Haßberge, hin zur Burgruine Altenstein. Muss man gesehen haben, so der einstimmige Befund.




Nur mehr Zeit muss man für die Haßberge mitbringen als uns zur Verfügung stand. Eine Woche oder zwei Urlaub in den Haßbergen - kein Problem. Für den Camper bietet sich in Sand, genau gegenüber von Zeil und bereits im Steigerwald gelegen, der dortige Campingplatz als Domizil an. Dort einen Sander Käskuchen und einen Silvaner genossen, besser geht's nicht.
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