LKR Haßberge
Umfrage

Unruhen in Ägypten verunsichern Urlauber

Immer ernster wird die Lage in Ägypten. Vor Reisen in das Land, vor allem nach Kairo und in die Touristenzentren in Oberägypten, wird dringend abgeraten. Was macht der Unglückliche, der den Urlaub am Nil schon gebucht hat? Na klar, erst einmal im Reisebüro anrufen. Wir haben gefragt, ob die Leitungen schon heiß laufen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Am Strand von Sharm El-Sheikh tummeln sich nicht mehr so viele Touristen wie in früheren Tagen. Für Ägypten gibt es eine Teil-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.  Symbolfoto: dpa
Am Strand von Sharm El-Sheikh tummeln sich nicht mehr so viele Touristen wie in früheren Tagen. Für Ägypten gibt es eine Teil-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Symbolfoto: dpa
"Ja", sagt Gudrun Zimmermann in Hofheim. Sie ist im Stress. Schon vier Familien, die eine Reise in das Pharaonenland gebucht hatten, haben sich an diesem Morgen bei ihr gemeldet. Bis jetzt seien nur Umbuchungen möglich gewesen, doch schon bald werden Betroffene wohl auch die Option haben, ihre Reise zu stornieren. "Die Reiseveranstalter sitzen gerade am Konferenztisch und beratschlagen über ihre weitere Taktik", erklärt die Reiseverkehrskauffrau. In den nächsten Stunden werde sie wohl mehr erfahren, meint sie.

Etwas Ähnliches berichtet die Angestellte eines Reisebüros im Maintal. "Da es zurzeit nur eine Teil-Reisewarnung gibt, entstehen für die Kunden beim Umbuchen und Stornieren Kosten", erklärt sie. "Deswegen warten die Leute noch." Doch sie vermutet, eine vollständige Reisewarnung werde es wohl bald geben. Dann wäre selbst Stornieren kein Problem mehr.


Von einem Haßfurter Reisebüro wird mitgeteilt, dass die Reisewarnung nur wenige Probleme bereite. Zwei Fälle, bei denen die Buchung aber schon lange her ist, habe es bis jetzt gegeben. "In den letzten Wochen, in denen alles in der Schwebe war, hatte so gut wie niemand Interesse an einer Reise nach Ägypten", berichtet ein Angestellter. 95 Prozent der Kunden hätten sofort abgelehnt, als man sie in einem Beratungsgespräch auf das Land der Pyramiden ansprach.

Walter Weinig in Knetzgau bestätigt das. Auch bei ihm gebe es in den letzten Wochen "null" Anfrage im Bezug auf Ägypten. Der Inhaber eines Reisebüros, das hauptsächlich Kreuzfahrten im Angebot hat, hat trotzdem einiges zu tun. Viele der Kreuzfahrtschiffe, die eigentlich Zwischenstopps in Ägypten planten, haben ihre Routen geändert. Die "Aida" mache statt dessen eine Tour zu den kanarischen Inseln, und auch andere Schiffe weichen sicherheitshalber auf Reiseziele im Mittelmeer aus; Kreta beispielsweise, erzählt er.

Ein anderes Reisebüro beantwortet unsere Anfrage kurz und knapp: "Wir haben heute keine Zeit. Die Bude steht voll. Alle wollen umbuchen." Im Hintergrund sind klingelnde Telefone und diskutierende Menschen sind zu hören.Stressige Zeiten also für Reisekaufleute.

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren