Vorbach
Entdeckung

Unbekannte lassen an der Ruine Raueneck Steinbogen mitgehen

Kreisheimatpfleger Günter Lipp hat entdeckt, dass Unbekannte an der Ruine Raueneck einen alten Bogen mit Wappen entwendet haben.
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Nur noch ein Bogenstück ohne Wappen liegt vor dem Eingang zur Burg. Foto: Günter Lipp
Nur noch ein Bogenstück ohne Wappen liegt vor dem Eingang zur Burg. Foto: Günter Lipp
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Seit Herbst vergangenen Jahres lässt der Landkreis an der Ruine Raueneck weitere Sicherungsmaßnahmen durchführen. Das bedeutet, dass die rund 800 Jahre alten Mauern mit originalen Steinen ergänzt, neu verfugt und ihre Kronen so gesichert werden, dass dort wenig wächst und das Regenwasser möglichst ungestört abläuft.

Die Kosten dafür tragen der Landkreis Haßberge, der Freistaat Bayern und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. All das steht unter der Fachaufsicht des Burgenexperten Joachim Zeune und des Architekten Jürgen Bergmann.

Der Verfall der Ruine ist gestoppt

Wer sich die Arbeit der Spezialfirma aus Sulzbach ansieht, freut sich über das Ergebnis. Der Verfall der Ruine ist gestoppt, Besucher können sie ab nächstem Jahr ohne Gefahr besichtigen und sich an dem wunderbaren Ausblick freuen, der sich ihnen jetzt wieder bietet.

Aber nun ist etwas passiert. Im Herbst hat die Baufirma in einem Haufen Erde behauene Steine entdeckt. Bei näherer Betrachtung zeigten sich ein kleiner Trog und zwei sorgfältig profilierte Bögen. Sie gehörten wahrscheinlich zu einem kleinen Portal in der Nähe des Eingangs. Das Besondere war, dass einer der Bögen das Wappen der Rauenecker trug: einen steinernen Schild mit einem Schrägbalken. Er sollte später an passender Stelle wieder eingesetzt werden.

"Im April noch gesehen"

"Dieser Bogen lag den ganzen Winter vor dem Burgeingang. Am 11. April habe ich ihn bei einer Ortsbesichtigung mit Fachleuten noch gesehen und mich darüber gefreut, dass das alte Wappen erstmals an seinem ursprünglichen Ort gefunden worden war", so Kreisheimatpfleger Günter Lipp. Er habe die untere Denkmalschutzbehörde schriftlich auf den wichtigen Fund hingewiesen. Sein Schreiben habe er wie folgt beendet: "Ich möchte nicht, dass er vielleicht unbemerkt verschwindet."

Doch genau das sei jetzt aber geschehen, so Lipp. An einem Wochenende vor dem 24. Juni sei dieser Bogen mit dem Wappen gestohlen worden, ebenso der kleinere Stein. Die Baufirma habe das sofort dem Landesamt für Denkmalpflege in Schloss Seehof gemeldet, der Landkreis habe den Eigentümer der Ruine, Hermann von Rotenhan, darüber informiert. "Beide reagierten betroffen", weiß der Heimatpfleger.

Es müssen mehrere Personen gewesen sein

Als Diebe kämen nur mehrere Personen infrage, "denn der Bogen ist schwer". Vermutlich hätten sie ihn bei einer Wanderung entdeckt, seien dann mit einem Anhänger oder einem Hebegerät zur Burg hochgefahren und hätten den Stein aufgeladen. "Nun sitzt er vielleicht in einem Garten oder wurde zunächst an einem stillen Ort gelagert", vermutet Günter Lipp. Die Hoffnung des Eigentümers und des Landesamts sei, dass aufmerksame Nachbarn den Stein erkennen und dies in ihrer Gemeinde, bei der Polizei oder beim Landratsamt melden.

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