Knetzgau
Wanderung

Über sieben Gipfel musst du ...

Eine Tour zum Zabelstein im Steigerwald lohnt immer. Sie macht deutlich, warum der Steigerwald tatsächlich "Steiger"-Wald heißt.
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Wo man singet, da lasse dich nieder ... der gute Mensch Reinhold Albert hat  auf dem Zabelstein nicht nur Lieder, sondern auch eine gut gefüllte Vorratskammer.privat
Wo man singet, da lasse dich nieder ... der gute Mensch Reinhold Albert hat auf dem Zabelstein nicht nur Lieder, sondern auch eine gut gefüllte Vorratskammer.privat
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Es kann sich nur um eine Halluzination handeln, eine Sinnestäuschung. Der Rucksack ist leer gegessen, in der Feldflasche sind nur noch ein paar Tropfen. Der letzte Anstieg will einfach nicht enden, und man muss aufpassen, dass man nicht ständig auf die eigene hechelnde Zunge tritt. Auf einmal, mitten im Wald: Bratwurstduft!

Keine Fata Franconia. Lange Zeit lockten der Zabelstein und sein Turm vor allem mit der Fernsicht. Kulinarisch waren die Aussichten bescheiden, abgesehen von seltenen Festen auf dem Bergplateau. Das hat sich geändert, seit der Zeiler Künstler Reinhold Albert dem Ruf des Berges gefolgt ist. Als "Frey am Zabelstein" setzt der Freak da oben Akzente - auch in der Mini-Küche.

Dazu später ein wenig mehr, erst einmal aber muss man hinkommen, das heißt: hinauf. Der Wege zum Zabelstein sind viele; wer es ganz bequem haben will, parkt an der Straße zwischen Fabrikschleichach und Hundelshausen und spaziert gemütlich und fast eben auf breit asphaltiertem Weg zum Gipfel.

Unsere Tour ist anspruchsvoller; wer es lockerer mag, kann die 22 Kilometer in zwei Portionen teilen. Machbar ist der Trail auch für Mountainbiker. Oder, ganz sportlich, als Halbmarathon plus im Laufschritt. Die Strecke verbindet über drei Landkreise hinweg Ebrach und Wohnau mit einer Zwischenstation in Handthal. Da kann man überall einkehren. Was der Jogger nicht braucht.

Passend zum zehnten Jubiläum folgt der Weg grob dem 2009 installierten Steigerwald-Panoramaweg zwischen Bad Windsheim und Bamberg. Diese Langstrecken-Tour bietet 161 Kilometer und 3660 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Das ist mal eben der Großvenediger. Sprachen wir vom Steiger-Wald?

Auch die Zabelstein-Tour ist gewürzt mit (nachgezählt) sieben mehr oder weniger knackigen Anstiegen. Der letzte ist der längste, der zum Bratwurstgipfel auf dem Zabelstein. Der besondere Reiz der Tour liegt in der Vielfalt der Wald-Landschaften, die man durchquert, und in der Herausforderung, den Weg hier und da selbst zu suchen. Es gibt keine durchgängige Markierung!

Start ist am Parkplatz des Baumwipfelpfades bei Ebrach im Landkreis Bamberg, direkt an der B 22 gelegen. Wer mag, kann den Pfad erklimmen (Einzelkarte für Erwachsene zehn Euro), sozusagen als Gipfel Nummer 8. Ansonsten lässt man den Pfad links liegen und wendet sich scharf nach Osten. Dann folgt man in nordwestlicher Richtung dem Handthaler Graben mit einer Reihe ehemaliger Fischteiche der Ebracher Mönche, heute ein Paradies für Biber.

Vorbei am Naturwaldreservat Waldhaus erreicht man Handthal. Hier locken das Steigerwald-Info-Zentrum, der höchste Weinberg Deutschlands mit der Stollburg (Ruine) und sehr gute Gastronomie. Ab Handthal folgt man meist einsamen Waldwegen nach Michelau, vorbei am Murrleinsbrunnen.

Die nächsten Stationen heißen Prüßberg, Hundelshausen, Altmannsdorf und Neuhof. Hier beginnt der Aufstieg zum Zabelstein, der sich an Sonn- und Feiertagen doppelt lohnt, weil Reinhold Albert dann Bratwürste in der Pfanne hat. Kaffee und Kuchen gibt es auch. Beim flotten Abstieg zum Finale in Wohnau folgt man dann nur noch der wunderbaren Welt der Schwerkraft.

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