Greßhausen
Tiergemeinschaft

Turmfalken gegen Dohlen

In Greßhausen streiten sich Vögel um einen begehrten Nistplatz. Nun hat der Hausbesitzer eine Lösung gefunden.
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Offenbar keine Angst vor Menschen hat der junge Turmfalke, der heuer im Dach des Hauses von Otto Bachmann in  Greßhausen mit vier weiteren Jungen geschlüpft war. Ulrike Langer
Offenbar keine Angst vor Menschen hat der junge Turmfalke, der heuer im Dach des Hauses von Otto Bachmann in Greßhausen mit vier weiteren Jungen geschlüpft war. Ulrike Langer
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Ein Herz für Tiere, insbesondere für die gefiederten Vertreter, hat Otto Bachmann aus Greßhausen (Gemeinde Gädheim). So nisteten beziehungsweise nisten Schleiereulen, Dohlen und Turmfalken in seinem Anwesen. Doch offenbar sind Nistplätze rar. Denn in letzter Zeit kämpften Dohlen und Turmfalken um einen Nistkasten in der Scheune.

Als Otto Bachmann vor rund 25 Jahren Schleiereulen in seinem Heimatort entdeckte, baute er für sie einen Nistkasten im Innengiebel seiner Scheune. "In all den Jahren entflogen rund 50 bis 70 junge Schleiereulen dem Nest", berichtet er. Doch vor einigen Jahren gab es einen schneereichen Winter, in dem offenbar viele Schleiereulen verhungerten, da sie aufgrund der dichten Schneedecke keine Mäuse, ihre bevorzugte Beute, mehr fanden. Daraufhin blieb der Nistkasten leer.

Vor drei Jahren entdeckte ein Turmfalkenpaar den idealen Nistplatz in der Scheune und zog dort vier Junge groß. Ein Jahr später entschlüpften dem Nest sogar sechs junge Falken.

Dann wurde es heikel. Wie Otto Bachmann erzählt, wurde im letzten Jahr auch ein Dohlenpaar auf den Nistkasten aufmerksam und stritt sich mit den Falken um den begehrten Brutplatz. Dabei setzten sich die intelligenten Rabenvögel durch und zogen vier junge Dohlen groß. Währenddessen gingen die Turmfalken auf die Suche nach einem anderen Nistplatz und zogen ins Dachgeschoss des Hauses von Otto Bachmann ein. Die Sandsteinrosette im Giebel erwies sich als perfektes Einflugloch und das Falkenpaar konnte immerhin einen Jungvogel großziehen.

"Heuer war es dann wieder soweit, dass sich die Dohlen und die Falken einigen mussten, wer im Nistkasten in der Scheune brüten durfte", so Otto Bachmann. "Doch dieses Mal setzten sich die Greifvögel durch und es schlüpften vier Junge." Etwa drei Wochen später fand ein zweites Turmfalkenpaar den Eingang in den Hausdachboden und zog fünf junge Falken groß.

Aufgrund der Streitigkeiten um den Brutplatz brachte Otto Bachmann nun einen zweiten Nistkasten in der Scheune an. "Ich hoffe, dass im kommenden Jahr Dohlen und Falken in je einem der Kästen ihre Jungen aufziehen können", so der Besitzer. "Das wäre dann eine wunderbare Wohngemeinschaft zwischen den beiden verschiedenen Vogelarten."

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