Haßfurt
Unglück

Haßfurt: Bundeswehr-Hubschrauber crasht in Tower - Mann (60) stirbt durch Trümmerteile

Bei einem Tankstopp eines Bundeswehrhubschraubers am Flugplatz in Haßfurt ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Die Ermittlungen dauern an.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei einem Tankstopp eines Bundeswehrhubschraubers am Flugplatz in Haßfurt ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Die Ermittlungen dauern an. Foto: NEWS5 / Merzbach
Bei einem Tankstopp eines Bundeswehrhubschraubers am Flugplatz in Haßfurt ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Die Ermittlungen dauern an. Foto: NEWS5 / Merzbach
Ein Toter bei Hubschrauber-Unfall: Ein schwerer Unfall, bei dem ein Mitarbeiter des Verkehrslandeplatzes Haßfurt-Schweinfurt tödlich verletzt wurde, ereignete sich am Montag (9. April 2018) in Haßfurt. Daran war ein Transporthubschrauber des Typs CH 53 der Bundeswehr beteiligt.

Der Transporthubschrauber der Bundeswehr war am Montagmorgen in Manching gestartet und legte am Flugplatz in Haßfurt eine Zwischenlandung ein, um Kraftstoff zu tanken. Nach der Landung kam es kurz nach 10.00 Uhr zu dem folgenschweren Unfall.

Die Drehgeschwindigkeit des etwa 22 Meter durchmessenden Hauptrotors hatte zu diesem Zeitpunkt "noch seine volle Drehzahl", die erbrachte Leistung der Antriebsturbinen mit insgesamt 8660 PS hätte ausgereicht, um den (unbeladen) 10,7 Tonnen schweren Transporthubschrauber wieder abheben zu lassen, wie Marcus Baier vom Luftfahrtamt der Bundeswehr erklärte. Er leitet die Ermittlungen am Unfallort.
Beim Anrollen zur Tankstelle stießen die laufenden Rotorblätter gegen den Tower. Trümmerteile flogen durch die Luft und trafen unter anderem auch einen 60-jährigen Flugplatzmitarbeiter, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Freien aufhielt. Ein Rettungshubschrauber flog den Schwerstverletzten in ein Krankenhaus. In der Nacht zum Dienstag erreichte die Polizei die Mitteilung, dass er seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Die vierköpfige Hubschrauberbesatzung blieb unverletzt und wurde nach dem Unfall psychologisch betreut.

Die Wucht, mit der die Rotorblätter den Tower trafen, war enorm. Teile des Gebäudes wurden herausgerissen und flogen wie Geschosse durch die Luft, auch vom Rotor lösten sich Teile: Die Trümmer durchlöcherten das über 50 Meter entfernte Tor der Gerätehalle des Fallschirm-Sport-Zentrums von Haßfurt.

Neben dem Bundeswehrhubschrauber und dem Tower wurden auch andere stehende Flugzeuge durch umherfliegende Trümmerteile zum Teil erheblich beschädigt. Der Gesamtschaden dürfte nach ersten Schätzungen in die Millionen gehen.

Bilder zum Unfall am Haßfurter Flugplatz

Vor Ort hatte auch Andreas Schmidt von der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD) 61 erklärt, der Transporthubschrauber habe bei einem "planmäßigen Flug" einen "planmäßigen Tankstopp" auf dem Gelände des Flugplatzes eingelegt. "Beim Rollen auf dem Boden gab es Kontakt der Rotorblätter mit dem Towergebäude", erklärte Schmidt. Dabei ist ein Mann durch herumfliegende Trümmerteile tödlich verletzt worden.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch ein Revisionsteam der Bundeswehr waren am Dienstagmittag auf dem Flugplatz mit Ermittlungen beschäftigt. Der Flugplatz wird bis dahin noch abgesperrt bleiben und von Bundeswehrsoldaten bewacht.


Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.