Knetzgau
Eröffnung

Tierheim für den Landkreis Haßberge ist eröffnet

Ein gewaltiger Andrang herrschte am Samstag am neuen Tierheim des Landkreises Haßberge bei Zell. Die Tierschutzinitiative hatte zur Eröffnung eingeladen.
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Der Tag der offenen Tür zur Einweihung des neuen Tierheims des Landkreises Haßberge war auch für die Hunde, die dort untergebracht sind, sehr aufregend. Daher musste ab und zu ein schönes Nickerchen sein. Ulrike Langer
Der Tag der offenen Tür zur Einweihung des neuen Tierheims des Landkreises Haßberge war auch für die Hunde, die dort untergebracht sind, sehr aufregend. Daher musste ab und zu ein schönes Nickerchen sein. Ulrike Langer
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Tierfreunde aus dem ganzen Landkreis feierten dieses Ereignis mit und konnten zum ersten Mal die neuen Räume besichtigen.


Endlich beim Tierschutz auf einem guten Stand

"Was lang währt, wird endlich gut. So könnte man die heutige Eröffnung des neuen Tierheims auf den Punkt bringen", sagte der stellvertretende Landrat Oskar Ebert. "Endlich sind wir in Sachen Tierschutz und Fundtierbetreuungim Landkreis Haßberge auf einem guten Stand!" Ebert betonte, dass es gleich zweimal Grund zur Freude gebe: für die künftigen "Gäste", die Tiere, aber auch für die Menschen, als Besucher der Tiere. "Uns ist es wichtig, dass diese Einrichtung von den Menschen angenommen wird, und dass unsere Tiere wieder ein echtes Zuhause finden können", so Ebert weiter. Er dankte allen, die dazu beigetragen hatten, vor allem aber der Vorsitzenden der Tierschutzinitiative (TI) Haßberge, Britta Merkel, und ihrer Stellvertreterin Karin Kraus. Denn sie hatten ihre Unterstützung schon in der Bauphase gezeigt und betreiben nun das Tierheim ehrenamtlich. Ein Lob richtete er auch an alle Mitglieder und freiwilligen Helfer der Tierschutzinitiative.


Tierschutz braucht Menschen

Dem schloss sich Dieter Möhring gerne an. Er ist Vorsitzender des Zweckverbandes "Fundtiere Haßberge", dem Träger des Tierheims. "Der Tierschutz braucht nicht nur ein Tierschutzheim, er braucht auch Menschen, die dafür ehrenamtlich tätig sind", sagte er. Die vielen Gäste signalisierten, dass das Tierwohl und somit dieses Tierheim ein wichtiger Bestandteil des Landkreises seien. Besucher aus anderen Landkreisen hätten bereits den Vorbildcharakter dieser Einrichtung herausgestellt.

"So schön es auch ist, bitte lassen Sie uns gemeinsam dafür einstehen, dass es nicht aus allen Nähten platzt. Denn beinahe jedes Tier im Tierheim steht für das Versagen der Menschen", wandte sich Möhring an die Gäste. Abschließend dankte er der Amtstierärztin Simone Nowak und wünschte Britta Merkel und Karin Kraus eine stets gute Zusammenarbeit mit allen erdenklichen Partnern - seien es die Kommunen oder das Veterinäramt, Förderer oder Handwerker, Nachbarn oder andere Mitbürger.


Der letzte weiße Fleck...

"Der letzte weiße Fleck auf der Tierheim-Karte Bayerns ist nun verschwunden, und ganz Bayern feiert mit Ihnen!", freute sich die Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Bayern, Tessy Lödermann, die mit dem "halben Präsidium" angereist war. "Dieses Haus ist wunderbar geworden. Es ist ein wirkliches Heim für die Tiere, in dem sich auch Menschen wohlfühlen, eine Begegnungsstätte für Tiere in Not und für Menschen, die Tiere schätzen."

Lödermann dankte besonders Britta Merkel für ihre Verdienste um den Tierschutz, aber auch dem Landratsamt, den Kommunen, dem Zweckverband und dem Veterinäramt, dass sie zusammen gestanden hätten, um dieses Tierheim zu errichten. "Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt. Aber für das Tier, das gerettet wird, verändert sich seine ganze Welt", betonte sie.

Britta Merkel und Karin Kraus luden alle Gäste ein, sich das Tierheim anzusehen. "Wir freuen uns, dass wir nun starten können, denn seit 2011 gab es keine Tierschutzeinrichtung im Landkreis", sagten sie. "Wir bitten die Bevölkerung um ihre Mithilfe beim Gassi gehen mit den Hunden, beim Putzen oder bei Veranstaltungen."


Tierschutz ist sehr viel teurer

Denn die Tierschutzinitiative Haßberge erhält jährlich nur 80 000 Euro über die Kreisumlage, während sie mit Kosten von 200 000 Euro rechnet und die Differenz durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, die Vermittlung von Tieren, Veranstaltungen und Pensionseinnahmen erwirtschaften muss. Auch wenn zwei Vollzeitstellen und eine Halbtagsstelle mit Tierpflegern und Tierarzthelfern besetzt werden sollen, so braucht es doch viele ehrenamtliche Helfer für den Betrieb. Mittlerweile engagierten sich zehn bis 15 Helfer, berichtete Karin Kraus.

Beim Einweihungsfest waren zwar nur wenige Tiere zu sehen, da zurzeit nur zwei Katzen, fünf Hunde, vier Degus und fünf Ratten dort leben. Allerdings konnten sich die Besucher ein Bild von dem wunderschön gestalteten Tierheim machen. Es besteht aus einem Verwaltungstrakt mit Veranstaltungsraum, Büro, einer Quarantäne- und Krankenstation sowie dem Tierarztzimmer, dem Vermittlungstrakt, in dem die Tiere untergebracht werden, und verschiedenen Auslaufmöglichkeiten. Die Mitglieder der Tierschutzinitiative standen dabei gerne Rede und Antwort. Auch für Speisen und Getränke war an diesem Tag gesorgt worden, während das Tierheim bei einer Lostombola gleich unterstützt werden konnte.


Begeistert von der Resonanz

Alles in allem ein anstrengender, aber sehr schöner Tag für die Tierschutzinitiative, wie Karin Kraus am späten Abend mitteilte. "Wir sind begeistert von der großen Resonanz und dem Interesse und haben auch einige neue Helfer gefunden."

Ab Dienstag, 15. Mai, ist das Tierheim mit seinen 45 Plätzen und 30 Quarantäneplätzen für Katzen, zwölf Plätzen für Hunde sowie einigen Plätzen für diverse Kleintiere offiziell geöffnet. Sofern Plätze frei sind, können Tiere auch gerne in Pension gegeben werden. Montag, Donnertag und Freitag ist geschlossen, dienstags und mittwochs ist von 13 bis 16 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr und sonntags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.


Mehr zur Vorgeschichte des Tierheims lesen Sie hier
Die Schließung des Tierheims in Haßfurt war der Anfang
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