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Gesellschaft

Tanzkurse im Landkreis: Es wird wieder mehr getanzt!

Tanzkurse sind nicht mehr angesagt? Ganz im Gegenteil! Ob Walzer, Discofox oder Cha-Cha-Cha: Das Interesse an den Tanzstilen wächst, wieso ist das so?
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In der Turnhalle des TSV Prappach wird wieder getanzt: Tanzlehrer Sebastian Lendl prüft in der Schnupperstunde, auf welchem Stand die Teilnehmer sind. Jutta Rudel
In der Turnhalle des TSV Prappach wird wieder getanzt: Tanzlehrer Sebastian Lendl prüft in der Schnupperstunde, auf welchem Stand die Teilnehmer sind. Jutta Rudel

Eins, zwei, drei, eins, zwei, drei - was wird hier wohl geübt? Discofox! Schrittfolge, Drehungen und die richtige Haltung: Das wollen die Teilnehmer des Tanzkurses im TSV Prappach in zwölf Tanzstunden lernen. Tanzkurs-Initiatorin Evi Burger hat zur Schnupperstunde geladen, gekommen sind einige - und es geht direkt aufs Parkett.

"Ich schaue jetzt erst einmal ihre Schritte an und überlege, ob wir den Kurs in Anfänger und Fortgeschrittene trennen", sagt Tanzlehrer Sebastian Lendl von der Tanzschule Fiedler in Schweinfurt. Er ist zum ersten Mal dabei und begeistert: "Sieht doch gut aus!" Seine Aufgabe in den nächsten Wochen ist es, "die Knöten aus den Füßen zu bekommen". Später wird dann an der Haltung gefeilt.

Zur Schnupperstunde sind viele alte, aber auch neue Gesichter gekommen. "Einige besuchen den Kurs schon zum vierten Mal", erzählt Evi Burger. 2015 hat sie mit ihrem Mann Mirco einen Tanzkurs ins Leben gerufen und ihn später an den TSV Prappach abgegeben.

Vereine profitieren vom Angebot

Der Vorsitzende Oliver Beuchert war von Anfang an begeistert, als sich Evi Burger an ihn wendete: "Es ist wichtig, dass die Halle genutzt wird und wir unser Sportangebot erweitern können. So ein Tanzkurs ist auch mal was anderes", sagt er. Doch das ist nicht alles: "Wir wollen damit Leben in den Verein und ins Dorf bringen, da muss man auch mal neue Wege gehen." Das Angebot wird angenommen: Von anfangs acht Paaren sei die Zahl, so Burger, auf 20 gestiegen.

Was sagen die Teilnehmer?

"Das Interesse an Tanzkursen steigt", erzählt Burger. Nicht nur in Prappach, sondern auch in anderen Tanzkursen kann man diesen Trend beobachten. So berichtet Sascha Vay, der einen Tanzkurs im RSV Unterschleichach anbietet, dass "die Nachfrage seit einigen Jahren wächst". Woran liegt das?

"Es ist schön, als Paar etwas gemeinsam zu machen", erzählt Monika. Sie und ihr Mann Matthias nehmen bereits zum vierten Mal am Tanzkurs in Prappach teil. "Vor allem jetzt, wenn die Kinder aus dem Haus sind", fügt Matthias hinzu.

Zur Schnupperstunde sind auch Ute und Dieter gekommen: "Es ist schon 15 Jahre her, dass wir getanzt haben, wir wollen unsere Kenntnisse wieder auffrischen", erzählt Ute. Und sie wollen, so Dieter, ihren Horizont erweitern: "Wir sind auch neugierig, ob man neue Figuren kennen lernen kann." Zeit mit dem Partner, Auffrischung und Neues lernen - das sind in den Tanzkursen die meist genannten Gründe. Wer denkt, dass Tanzen nur etwas für Ältere ist, liegt aber falsch: "Von Teenageralter bis zu 70-Jährigen ist alles dabei", erzählt Burger.

Auch junge Tänzer im Kurs

In Unterschleichach sieht es ähnlich aus: "Die stärkste Altersgruppe bilden die 45- bis 55-Jährigen, doch auch 16- und 70-Jährige kommen zum Tanzkurs", sagt Vay. Auch in den Schulen im Landkreis werden in den neunten und zehnten Klassen Tanzkurse angeboten - die durchwegs sehr gut besucht sind. Die Veranstalter haben eine Erklärung, wieso Tanzen auch bei den jungen Leuten angesagt ist: "Getanzt wurde schon immer. Seit die Tanzshow Let's Dance im Fernsehen läuft, ist das Tanzen wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt und auch bei den Jüngeren wieder beliebter", sagt Sascha Vay.

Diese Erfahrung hat auch Tanzlehrer Sebastian Lendl gemacht: "Tanzen ist immer aktuell, manchmal wird das Interesse aber durch bestimmte Tanzshows beflügelt."

Darüber hinaus ist Vay der Meinung, dass die Möglichkeit, auf modernen Liedern zu tanzen, den Jugendlichen das Standard-Tanzen etwas näher bringt.

Egal ob alt oder jung - wer spontan Lust aufs Tanzen bekommen hat, kann, so Evi Burger, jederzeit zu einer Stunde ins Vereinsheim dazu kommen, um sich noch anzumelden. Das wäre, so Lendl, nicht nur für die Veranstalter und die Gemeinschaft im Kurs schön, sondern "spricht ja auch für die Ortschaft, wenn hier so etwas zustande kommt."



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