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LKR Haßberge
Sturmtief "Sabine"

Sturmtief verschont den Landkreis Haßberge

Ein paar umgeknickte Bäume, heruntergerissene Wellblechdächer, das sind bislang die einzigen Schäden, die im Landkreis Haßberge zu verzeichnen sind.
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Die Feuerwehr in Ebern hatte alle Hände voll zu tun bei ihrem Einsatz wegen eines abgedeckten Firmendaches.Helmut Will
Die Feuerwehr in Ebern hatte alle Hände voll zu tun bei ihrem Einsatz wegen eines abgedeckten Firmendaches.Helmut Will
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Das Sturmtief "Sabine", es hat den Landkreis Haßberge kaum gezaust. Bei einer Eberner Firma wehte es mehrere Wellbleche von Dächern, bei Eschenbach fiel ein Baum auf die B 26. Das war so gut wie alles.

Eltern mega gestresst

Gezaust hat Sturmtief "Sabine" allerdings auf ganz andere Art die Eltern der Schul- und Kindergartenkinder. Die wurden von der Nachricht am Sonntagnachmittag, es gebe schulfrei schon sehr überrascht. Und die Küche der Arbeiterwohlfahrt in Ebern. Sie versorgt hunderte Schul- und Kindergartenkinder im Landkreis Haßberge mit warmem Mittagessen. Viele Kindertagesstätten und Schulen stornierten dementsprechend das Essen.

"Von den Schulen kam eine Meldung nach der anderen und bei mir klingelte das Telefon, ob wir offen haben", berichtete Eleonore Steinhäuser, Leiterin des Kindergarten St. Maria Limbach. Im Gegensatz zu den Schulen hatten die meisten Kindergärten im Landkreis geöffnet. So auch Limbach. "Ich habe zu meinem Team gesagt, dass sie gerne ihre Kinder mitbringen können, wenn sie nicht wissen wohin mit ihnen und die Schulen alle geschlossen haben", erklärte Eleonore Steinhäuser.

Eigener Kommunikationskanal

Auch im städtischen Kindergarten "Kunterbunt" in Eltmann hatten vereinzelt besorgte Eltern angerufen. Sebastian Schilling von der Stadt Eltmann erklärte, dass die Kommunikation jedoch gut funktionierte: "Wir haben einen Infokanal auf ,Telegram‘, auf dem auch Meldungen, die die städtischen Kindergärten betreffen, bekannt gegeben werden."

In Knetzgau blieben die Kindergärten offen, um die Versorgung zu gewährleisten. Bürgermeister Stefan Paulus: "Wir haben uns gestern unter anderem mit der Feuerwehr kurzgeschlossen und dann entschieden, die Kindergärten nicht zu schließen und die Eltern selbst entscheiden zu lassen, ob sie ihre Kinder in den Kindergarten schicken oder nicht."

Leere Gänge in den Schulen

Bis auf vereinzelte Schüler, deren Eltern den Ausfall nicht mitbekommen hatten, herrschte heute auf den Pausenhöfen im Landkreis gähnende Leere. Einige Schulen, wie die Grundschule in Haßfurt, hatten zwar eine Notfallbetreuung eingerichtet, hier ist aber kein Kind aufgetaucht, weil Kommunikation über den Elternbeirat so gut funktioniert habe, so Rektorin Gisela Schott. War es nicht übereilt, schulfrei zu geben? Susanne Vodde vom Schulamt erklärte, dass "die Sicherheit der Schüler oberste Priorität hat und deshalb war die Entscheidung, die Schulen zu schließen, nicht übereilt, sondern eine notwendige Sicherheitsvorkehrung war, die von der der lokalen Koordinierungsgruppe ,Schulausfall‘, in Absprache mit benachbarten Schulamtsbezirken, getroffen wurde."

Züge fuhren nicht

Während es am Montagvormittag höchstens noch einmal einen kräftigen Dusch ins Maintal hineinregnete, standen auf den Eisenbahnstrecken quasi die Reifen still: Wie der für die Strecke Ebern-Bamberg zuständige Betreiber Agilis meldete, blieb der Verkehr bis 10.30 Uhr eingestellt, auch danach, hieß es, seien Verspätungen und Zugausfälle nicht auszuschließen. Bei der Bahn gab es bis in die Mittagsstunden keinen Zugverkehr.

Die Integrierte Leitstelle Schweinfurt (ILS), über die alle Rettungseinsätze laufen, war laut dem stellvertretenden Leiter Klaus Wörner zwar mit dreifacher Besetzung ausgestattet, doch gab es seit Sonntag um Mitternacht bis zum Montagmittag gerade mal 90 Einsätze im ILS-Gebiet, zu dem die Landkreise Haßberge, Schweinfurt, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld gehören. Auf den Landkreis Haßberge entfielen zehn Einsätze, der Schwerpunkt lag im Landkreis Bad Kissingen mit 50 Einsätzen.

Häufigster Einsatzgrund waren herabgefallene Äste und Zweige und umgestürzte Bäume. Einen solchen beseitigte - auch nach dem Bericht der Polizeiinspektion in Haßfurt, die Freiwillige Feuerwehr in Eltmannn bei Eschenbach, wo der Baum die Bundesstraße 26 unpassierbar gemacht hatte. Die Feuerwehr Obertheres rückte um 4.10 Uhr aus. Die Kreisstraße Obertheres-Buch war durch den Baum blockiert. Nach den Aktionen am frühen Montagmorgen allerdings blieb es ruhig, und auch die Polizei in Ebern vermeldete keine besonderen Vorkommnisse. Außer diesem:

Wellblechdach fliegt vom Dach

Am Montagvormittag gab es in Ebern für Polizei und Feuerwehr Alarm. Bei der Firma Weigang in der Bahnhofsstraße, hatte der Sturm mehrere Wellblechplatten von Dächern gerissen. Verletzte gab es nicht. Wie Fabian Weber, Pressesprecher der Feuerwehr Ebern vor Ort sagte, waren mehrere Teile von zwei Hallendächern bei der Firma Weigang herunter gerissen worden. Die Feuerwehr Ebern sichtete unter Leitung ihres Kommandanten David Pfeufer die Lage, sicherte weitere einzelne Teile und kümmerte sich dann um die Räumung. Mit 18 Einsatzkräften waren die Eberner vor Ort, und sie sperrten mit der Polizei die Bahnhofstraße zwischen des Geschäftes Rossmann und dem Kreisel an der Marienkapelle. Wie festgestellt wurde, waren auf dem Betriebsgelände mehrere Wellblechteile zwischen zwei Hallen heruntergerissen.

Weitere Teile baumelten lose an einer Außenwand. Deshalb war für die Helfer auch Vorsicht geboten, als sie die Teile abtransportierten, da "Sabine" noch reichlich Wind machte. Auf Seite der Bahnhofstraße wurden ebenfalls Wellblechteile herunter gerissen, die auf einem Wiesengrundstück zwischen Firma und der Bahnhofstraße zu Liegen kamen. Dort waren Feuerwehrleute mit einen Trennschleifer beschäftigt die Teile für den Abtransport zurecht zu schneiden. Der Schaden dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Die Bahnhofstraße war längere Zeit gesperrt.

Stromausfall sorgt für Unruhe

Pech hatten auch die Bürger in den Heiligen Ländern, die morgens gerne ein Brötchen bei ihrem Bäcker geholt hätten: Wegen eines gut einstündigen des Stromausfalls war alles in Verzug.

Der Strom fiel auch nochmals in den Mittagsstunden aus im Bereich Breitbrunn, Ebern und einigen Eberner Stadtteilen. Wie der Pressesprecher des Bayernwerks, Maximilian Zängl erklärte, konnten in Nordbayern die Stromausfälle schnell aufgearbeitet werden, in Oberbayern sah die Lage anders aus, "wir sind mit Mann und Maus unterwegs". Zängl beschrieb, dass in den meisten Fällen die Bäume oder Äste die Leitungen beschädigt oder heruntergerissen hätten. Sein wichtigster Rat: Sich heruntergerissenen Leistungen am Boden nicht nähern!

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