Haßfurt
Strafprozess

Streit endete im Krankenhaus

Das Amtsgericht Haßfurt verhandelte einen Fall von Körperverletzung, bei dem ein Mann schwere Verletzungen erlitten hatte. Das Opfer fehlte unentschuldigt.
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Am 1. Mai 2016 gab es für einen 28 Jahre alten Mann aus dem Maintal keinen Grund, in den Mai zu feiern. Schon früh um 6.30 Uhr kam es zum Streit mit einem Mitbewohner, der 250 Euro, die eigentlich in seiner Tasche sein sollten, vermisste. Der Streit eskalierte zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, wegen der sich der 28-Jährige am Freitag am Amtsgericht in Haßfurt verantworten musste.

Laut Anklage sprang der 28-Jährige, der wegen einer anderen Straftat einsitzt und aus der Justizvollzugsanstalt Nürnberg in Handschellen vorgeführt wurde, auf das Bett des späteren Opfers und schlug mit beiden Fäusten auf dessen Kopf und Oberkörper ein. Als das Opfer, das damals einen Beinbruch auskurierte, mit seinen Krücken zu flüchten versuchte, stolperte es und fiel auf den Boden. Der Angeklagte soll dann mit einer Krücke auf den Oberkörper seines Mitbewohners eingeschlagen haben.

Der Geschädigte erlitt eine Fraktur am rechten Arm, bekam ein blaues Auge und trug Prellungen am ganzen Körper davon. Er lag zwölf Tage im Haßfurter Krankenhaus.

Vor Gericht gab der Angeklagte an, nur zweimal zugeschlagen zu haben. Einmal auf den Arm und einmal auf den Oberschenkel seines Opfers. Die Frage des Staatsanwalts, wie es zum Armbruch und dem blauen Auge des Geschädigten kam, konnte der Angeklagte nicht beantworten.

Laut Protokoll der Polizeistreife, die kurz vor 8 Uhr gerufen worden war und wenig später am Tatort eintraf, konnte sich der Geschädigte nicht mehr bewegen und kam sofort mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Der Angeklagte war zu diesem Zeitpunkt flüchtig und konnte 20 Minuten später von der Polizei aufgegriffen werden. Eine Atemalkoholprobe ergab knapp 1,2 Promille im Blut des Angeklagten.

Das Opfer konnte am Tattag wegen seiner schweren Verletzungen nicht mehr vernommen werden, sondern erst Tage nach der Tat. Obwohl er so schwer verletzt worden ist, erschien er am Freitag nicht zur Verhandlung vor dem Amtsgericht, um als Zeuge gegen seinen Peiniger auszusagen. Die Verhandlung wurde daher auf den 12. Dezember um 10.20 verschoben. Richterin Ilona Conver verhängte gegen den unentschuldigt fehlenden Zeugen ein Ordnungsgeld in Höhe von 90 Euro, ersatzweise drei Tage Ordnungshaft.

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