Wonfurt
Bürgerversammlung

Stinkt der neue Wonfurter Betrieb? Bürger befürchten Geruchsbelästigung

Bei der Bürgerversammlung sprachen die Wonfurter eine geplante Neuansiedlung und die Heimlichtuerei darum an. Auch Kindergarten und Spielplätze bewegten die Gemüter.
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Die Gemeinde Wonfurt erweitert das Gewerbegebiet in Wonfurt Richtung Osten (rechts im Bild). Ulrike Langer
Die Gemeinde Wonfurt erweitert das Gewerbegebiet in Wonfurt Richtung Osten (rechts im Bild). Ulrike Langer
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Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch gab Bürgermeister Holger Baunacher gut 50 Anwesenden umfassende Information über die Gemeinde Wonfurt. Die Gemeinderäte befassten sich mit vielen Themen, für die Umsetzung vieler Vorhaben müssten aber auch etliche Voraussetzungen erfüllt sein.

Viele junge Häuslebauer in Wonfurt

Nach einem Blick auf den Haushalt 2018, die Einwohnerentwicklung und die Geburtenrate berichtete Baunacher über die Bauleitplanung. "Wir haben zwar ein Förderprogramm für die Innenentwicklung, aber es gibt natürlich auch junge Bürger, die gerne ein neues Haus bauen wollen", sagte er. "Weil aber bestehende, nicht genutzte Bauplätze partout nicht verkauft werden, wollen wir in Wonfurt im Anschluss an das Bodenfeld ein neues Baugebiet ausweisen."

Im Gegenzug habe man andere Wohngebiete aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Auch in Dampfach stehe das neue Baugebiet kurz vor der Vollendung.Eine große Aufgabe ist die Kanalsanierung in Wonfurt und Steinsfeld.

Es geht um 800 000 Euro

Sie läuft in mehreren Bauabschnitten: Im Frühjahr 2019 geht es um die Kanäle in der Sonnenstraße und in der Dr. Steinmüller-Straße in Wonfurt. "Dabei reden wir von Kosten von 800 000 Euro, wobei die Kanäle mit rund 300 000 Euro zu Buche schlagen", so Baunacher. Bei den Arbeiten erfolgt auch der Breitbandausbau.

Bürger müssen zahlen

"Was nicht so schön ist, ist die Tatsache, dass wir dann auch Verbesserungsbeiträge von den Bürgern erheben werden müssen", erklärte der Bürgermeister. Allerdings sollten die Beiträge vertretbar sein. In einer eigenen Bürgerversammlung für Wonfurt und Steinsfeld erfahren die Bürger mehr über die Kosten und Beitragserhebung.

Für die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße nach Hainert steht die Planung. Feinabstimmungen mit der Regierung kommen noch. Denn es steht zwar eine Förderung von rund 60 Prozent im Raum, aber dafür müsste die Straße nach dem Stand der Technik ausgebaut werden. Außerdem soll die Straße vor dem Waldbereich verlegt werden, was die Gemeinde Wonfurt verhindern will. Weiterhin bereitet die Entwässerung der Autobahn A70 über die Gräben der Gemeindeverbindungsstraße Probleme. Und es muss die Zufahrt für das geplante Neubaugebiet in Wonfurt geprüft werden: Ein Gehweg soll eingeplant werden.

Umstrittene Gewerbeansiedlung

Noch heuer erweitert die Gemeinde ihr Gewerbegebiet in Wonfurt für die Ansiedlung eines Betriebs (wir berichteten). Wie Baunacher mitteilte, werde sich 2019 ein weiterer Betrieb dort niederlassen. In der Verwaltung befasst man sich auch damit, ob und unter welchen Voraussetzungen die Kläranlage Wonfurt die Sickerwässer des Kreisabfallzentrums sowie die Abwässer aus Dampfach mit verarbeiten könnte. Dies wäre mit einer Erweiterung verbunden. Auch geht es um die Klärschlammentsorgung, die muss der Gemeinderat beraten.

Das Gremium wird sich zudem überlegen müssen, in welchem Umfang der Kindergarten in Wonfurt saniert werden soll. In Frage kämen ein Ersatzneubau, eine Generalsanierung - und dabei geht es um einen siebenstelligen Betrag - oder nur punktuelle Sanierungen.

Trotz vieler gestellter Förderanträge hat die Gemeinde immer noch keinen positiven Bescheid für die Sanierung der Turnhalle in Wonfurt. Im Oktober soll daher entschieden werden, ob die Turnhalle auch ohne Fördergelder saniert werden soll.

Unter anderem ging Baunacher auch auf die Gestaltung der Friedhöfe ein. Gefragt sind kleinere Gräber, Urnenbestattungsmöglichkeiten sowie Grabstellen ohne Pflegefläche. In Wonfurt habe man Probleme mit der Barrierefreiheit und der Unkrautbekämpfung und so sei angedacht, einen befestigten Weg vom Haupteingang zur Aussegnungshalle anzulegen.

Droht neuer Ärger für die Wonfurter durch Geruch?

In der Diskussion sprachen etliche Wonfurter die Ansiedlung eines neuen Kunststoff verarbeitenden Betriebs im Gewerbegebiet an. Dass der Name verschwiegen wird, stieß einigen sauer auf. Baunacher betonte, es sei rechtens, wenn ein Bauherr in der frühen Ansiedlungsphase Anonymität verlangt. Der Gemeinderathabe sich intensiv mit dem Unternehmen befasst und das Landratsamt Haßberge um Mithilfe gebeten. Der Bauantrag brauche keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Weil das Unternehmen Kunststoff verarbeite, entstehe zwar in der Produktionshalle Geruch. "Aber außerhalb des Gebäudes ist dieser Geruch nicht wahrnehmbar", betonte er.

Allerdings monierte Luzia Settelein, dass von der FirmaLoacker nachts massive, metallische Gerüche ausgegangen seien. Baunacher erklärte auf Anfrage, dass Loacker durch verschiedene Behörden kontrolliert werde. Bei einer Geruchsbelästigung sollte man sich an den Geschäftsführer und an die Gemeinde wenden. "Dann wird recherchiert", so Baunacher.

Weitere Themen in der Bürgerversammlung

Thomas Schuck hatte gleich mehrere Anliegen. Dazu teilte Baunacher mit, dass er dem Gemeinderat vorschlagen werde, einen Grünschnittablageplatz für die Bürger anzulegen. Zum Thema Spielplätze sagte er, dass die Geräte auf dem Spielplatz an der Turnhalle in Wonfurt derzeit geprüft und nötigenfalls ersetzt würden. Ein kleiner Spielplatz ist im neuen Baugebiet vorgesehen. Zum Vorwurf, dass die Jugendlichen immer noch keinen Jugendraum hätten, teilte Baunacher mit, dass noch heuer zwischen Feuerwehrgerätehaus und dem Anwesen der Firma Schramm Container (mit sanitären Anlagen) aufgestellt werden.

Den Wunsch von Rita Cieski nach einem Metzger in Wonfurt kann der Bürgermeister nicht erfüllen. "Es gibt seitens der Metzgereibetriebe kein Interesse", sagte er. Es fehlt das Personal und die Auflagen sind einfach zu hoch.

Sabine Barthelme mahnte die Barrierefreiheit der Kirche an, mit der sich der Gemeinderat ebenfalls schon befasst hatte. "Es ist Aufgabe der Kirchenverwaltung, aber uns als Gemeinde liegt auch viel daran", betonte Baunacher. "Doch der Denkmalschutz ist das größte Problem." Er halte nicht viel von einem Aufzug am Hintereingang; doch ein Vorschlag müsse von der Kirchenverwaltung kommen.

Luzia Settelein monierte zu hohe Geschwindigkeiten von Lkw-Fahrern in der Hauptstraße. Laut Bürgermeister sind auf der Staatsstraße keine baulichen Veränderungen möglich. Bei der Erweiterung des Gewerbegebietes sollte über einen Kreisverkehr an der Staatsstraße außerhalb von Wonfurt nachgedacht werden.

Da laut Rüdiger Cieski "Ordnung und Sauberkeit" zu wünschen übrig ließen, betonte Holger Baunacher, dass es immer wieder Bürger gebe, die den Winterdienst und das Reinigen der Straße vernachlässigten und ihre Hecken nicht schneiden würden. "Ab 2019 wird es gelbe und rote Karten geben, die der Bauhof verteilen wird", sagte er. "Im Extremfall kann eine Fremdfirma auf Kosten der Hauseigentümer beauftragt werden, die notwendigen Arbeiten auszuführen." Dies müsse der Gemeinderat beschließen.



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