Haßfurt
Demokratie

Stichwahl im Landkreis Haßberge: "Es ist ein Zeitspiel"

Gerade gewählt und doch nicht gewählt: Im Landkreis Haßberge geht der Wahlkampf mancherorts in die zweite Runde. Für Michael Schor ist es ein Wettlauf gegen die Zeit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Michael Schor, stellvertretender Wahlleiter im Landratsamt in Haßfurt, zeigt den Stimmzetttel für die Stichwahl um den Posten des Landrats im Landkreis Haßberge. Foto: Andreas Lösch
Michael Schor, stellvertretender Wahlleiter im Landratsamt in Haßfurt, zeigt den Stimmzetttel für die Stichwahl um den Posten des Landrats im Landkreis Haßberge. Foto: Andreas Lösch
In Michael Schors Büro stapeln sich Wahlunterlagen. Der stellvertretende Wahlleiter des Landkreises Haßberge hatte die anstehende Stichwahl von vornherein auf dem Zettel. Dass es in der kurzen Vorbereitungszeit hektisch werden kann, war ihm klar. "Es ist ein Zeitspiel", sagt der 40-jährige Beamte. "Wir haben Stichwahl-Unterlagen schon vorab bestellt."

Druckfreigabe für Stimmzettel

All die Merkzettel und Informationsblätter waren dann schon mal da. Die Landratswahl am 16. März musste freilich abgewartet werden: Am Montag nach der Wahl, bei der sechs Kandidaten angetreten waren, wurde durch den Wahlausschuss das erste amtliche Ergebnis festgestellt - die Grundlage für den nächsten Schritt, wie Schor erklärt: "Dann kann die Druckfreigabe für die Stimmzettel erfolgen."

Auf diesen stehen dann nur noch zwei statt sechs Namen: Wilhelm Schneider (CSU) und Bernhard Ruß (SPD) haben es in die Stichwahl am 30. März geschafft. Viele Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem ein paar wenige Stimmen den Unterschied machen.

Briefwahlunterlagen vorbereiten

Für Schor und das Team im Landratsamt, das sich um die Vorbereitung und Umsetzung der Wahlen kümmert, ist es ein Rennen gegen die Zeit: Zum einen müssen die Ergebnisse vom 16. März ausgearbeitet werden - weil gewählte Kandidaten eine Woche Zeit haben, die Wahl anzunehmen, hängen die Beamten eine Zeitlang in der Luft, bis alles fix ist.
Außerdem geht es darum, so schnell wie möglich die Briefwahlunterlagen vorzubereiten und an die Kommunen weiterzugeben, damit die Briefwähler rechtzeitig ihre Stimme abgeben können. Damit dass klappt, mussten die Unterlagen "zügig raus", sagt Schor. Die Kreiswahlleitung sah sich aber gut vorbereitet. Auch in den Städten und Gemeinden, in denen bei den Bürgermeisterwahlen mit einer Stichwahl zu rechnen war (etwa Haßfurt und Knetzgau), hatte man bei der Bestellung abgefragt, ob man die Unterlagen nicht gleich mitordern sollte.

Notfalls Druck machen

Michael Schor jedenfalls ist guter Dinge. Und hofft darauf, dass möglichst viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Notfalls mit Nachdruck, fordert er: Wer zum Beispiel seine Briefwahl-Unterlagen bei seiner Kommune beantragt, aber noch nicht erhalten hat, der sollte unbedingt noch mal auf die Gemeinde zugehen. Das sei die Selbstverantwortung des Wählers, dass er auch tatsächlich sein Stimmrecht nutzt.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren