Haßfurt
Kommunalwahl

Stephan Schneider will es wieder wissen

Die SPD in Haßfurt nominierte den aktuellen Dritten Bürgermeister als ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl.
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Fraktionsvorsitzender Manfred Stühler (links) und Landratskandidat Wolfgang Brühl (rechts) freuen sich zusammen mit Stephan Schneider über dessen erfolgreiche Nominierung als SPD-Bürgermeisterkandidat für Haßfurt. Christian Licha
Fraktionsvorsitzender Manfred Stühler (links) und Landratskandidat Wolfgang Brühl (rechts) freuen sich zusammen mit Stephan Schneider über dessen erfolgreiche Nominierung als SPD-Bürgermeisterkandidat für Haßfurt. Christian Licha

Mit überwältigender Mehrheit wurde Stephan Schneider zum Bürgermeisterkandidaten der SPD in Haßfurt nominiert. 19 der 20 anwesenden Mitglieder der SPD-Ortsvereine Haßfurt und Augsfeld-Oberhohenried-Sylbach stimmten in der FC-Stadiongaststätte für den 46-Jährigen, der bereits zum dritten Mal für das höchste Amt in der Kreisstadt kandidiert.

Der SPD-Landratskandidat Wolfgang Brühl hob die langjährige kommunalpolitische Erfahrung des Bürgermeisterkandidaten hervor. Mit seiner fast zwölfjährigen Arbeit im Stadtrat, während der er auch seit 2014 Haßfurt als Dritter Bürgermeister vertritt, sei Schneider geradezu prädestiniert, die Geschicke der 14 000-Einwohner-Stadt an erster Stelle zu lenken, sagte Brühl.

"Verlässlichkeit, Zusammenhalt, Familie, Bildung und Demokratie" nannte Stephan Schneider sein Motto und das der SPD-Stadtratskandidaten, die am gleichen Abend nominiert wurden. "Es ist sehr wichtig, dass wir uns intensiv um unsere Vereine kümmern", sagte der Notfallsanitäter, der als freiwilliger Wasserluftretter der Wasserwacht weiß, welch wichtige Bedeutung das Ehrenamt hat. Die Vereinsförderung dürfe nicht mit starren Regeln von oben übergestülpt werden, sondern müsse individuell gestaltet sein.

Mit einer Diskussionsveranstaltung möchte die SPD demnächst auf die Vereine zugehen, um gemeinsam einen Weg auszuloten. Um Familien zu fördern, forciert die SPD-Stadtratsfraktion die Übernahme der Kindergartengebühren durch die Stadt, so dass ein kostenfreier Besuch möglich sei, so Schneider. Hierzu gebe es aber noch Redebedarf, erklärte Schneider.

In Sachen Umweltschutz müssen nach seiner Ansicht die Forschungen in Sachen Wasserstoff vorangetrieben werden. "Das wird in der Zukunft die einzige Technologie sein, die kohlendioxidneutral ist", zeigte sich Schneider überzeugt. Um den Plastikmüll zumindest auf lokaler Ebene zu reduzieren, prüfe die SPD derzeit die Möglichkeit, ein einheitliches Mehrwegsystem zu schaffen. Mit diesen Verpackungen könne man dann überall sein Mittagessen holen und die Behältnisse auch in allen Läden wieder abgeben, schwebt dem Bürgermeisterkandidaten vor.

In einem Kommentar einer Zeitung sei neulich zu lesen gewesen, dass ihm der "Vorwurf" gemacht werde, zu fair zu sein, sagte Schneider zu den Versammlungsteilnehmern und ergänzte: "Auf diesen Vorwurf bin ich stolz." Er und die SPD hätten es nicht nötig, andere schlechtzureden. Schneider versprach einen fairen, zukunftsorientierten Wahlkampf und aus Fehlern der Vergangenheit, vor denen auch die SPD nicht gefeit sei, zu lernen. "Wir möchten die Wähler mit Sozialdemokratie und unserer guten Mannschaft überzeugen."

Auch die Stadtratsliste, die mit 100 Prozent der Stimmen der Wahlberechtigten bestätigt wurde, wird Stephan Schneider auf Platz eins anführen. Danach folgt auf Platz zwei die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Caroline Petersen. Die 32-Jährige, die mit dem Sohn der Schweinfurter Stadträtin und ehemaligen Landtagsabgeordneten Kathi Petersen verheiratet ist, möchte der Familientradition folgen und sich als Fachlehrerin und Mutter eines kleinen Sohnes vor allem für junge Familien, Schulen und Kindergärten einsetzen. Ihr Vater Werner Holzinger habe ihr mit seinen 30 Jahren als Stadtrat und 28 Jahren als Kreisrat, davon zwölf Jahre als stellvertretender Landrat, das politische Engagement quasi in die Wiege gelegt.

Seit zwölf Jahren im Stadtrat als Ortssprecher von Uchenhofen vertreten, ist Manfred Finster, der auf Platz drei kandidiert. Der Hoch- und Tiefbautechniker hat unter anderem an dem kürzlich vorgestellten Vorschlag für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes mitgewirkt. Als "Speerspitze" der SPD in Prappach bezeichnete Bürgermeisterkandidat Stephan Schneider die ehemalige Krankenschwester Wiltrud Burger, die auf Platz vier antritt. Auf Platz fünf und sechs sind die beiden Stadträte Jürgen Baum und Reiner Greich vertreten, die seit der letzten Wahl im Jahre 2014 dem Gremium angehören. Den letzten Listenplatz, der auch bei manch anderen Parteien als Plattform für prominente Bewerber genutzt wird, füllt Fraktionsvorsitzender Manfred Stühler als 24. Bewerber. Der ehemalige FC-Vorsitzende, der sein Hauptaugenmerk auf die Stadtfinanzen legt, gehört mit einer beruflichen Unterbrechung insgesamt bereits über 20 Jahre dem Stadtrat an. Stühler zeigte sich optimistisch: "Mit unserer guten Liste müsste es uns gelingen, unsere Präsenz im Stadtrat von vier auf sechs Sitze zu erhöhen."

Die Stadtratskandidaten in der Reihenfolge ihrer Listenplätze: 1. Stephan Schneider, 2. Caroline Petersen, 3. Manfred Finster, 4. Wiltrud Burger, 5. Jürgen Baum, 6. Reiner Greich, 7. Alexander Dürrbeck, 8. Jürgen Heinl, 9. Andreas Kurz, 10. Frank Hofmann. 11. Thomas Finzel, 12. Günther Schleelein, 13. Sebastian Klein, 14. Matthias Benkert, 15. Marco Feustel, 16. Hazim Nayir, 17. Marco Heumann, 18. Lukas Heinl, 19. Fabian Rennert, 20. Oliver Dirschbacher, 21. Bernd Baumgart, 22. Udo Burger, 23. Gabi Finster, 24. Manfred Stühler. Ersatzkandidaten sind Barbara Baum und Erol Sevim.

In der Kreisstadt zeichnet sich eine spannende Bürgermeisterwahl ab. Die CSU hat bereits ihren Bewerber Volker Ortloff als Kandidaten aufgestellt. Ortloff und Schneider fordern den Amtsinhaber Günther Werner (Wählergemeinschaft) heraus.

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