Untersteinbach
Debatte

Steigerwald - Bruch bleibt weiterhin bestehen

Die Frage ob Nationalpark Steigerwald oder nicht beschäftigt die Region seit längerem. Einer Umfrage des Bundes Naturschutzes, die Befürworter in der Mehrzahl sieht, setzt der Verein "Unser Steigerwald" nun eine andere Studie entgegen.
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Idylle im Steigerwald? Die Diskussion um den Steigerwald geht weiter. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Idylle im Steigerwald? Die Diskussion um den Steigerwald geht weiter. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Der Steigerwald hat Potenzial. Potenzial, die Gemüter zu erhitzen vor allem. Ob Nationalpark oder nicht, in dieser Sache wird heftig gestritten. Entsprechend emotional läuft der Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegnern ab. "Die maßen sich an, über die Geschicke der Menschen im Steigerwald zu reden", empörte sich am Donnerstagabend Staatssekretär und erklärter Nationalpark-Gegner Gerhard Eck (CSU) in Untersteinbach (Gemeinde Rauhenebrach). Dort präsentierte der Verein "Unser Steigerwald", dessen Vorsitzender Eck ist, das Ergebnis einer Forsa-Umfrage.

Demnach will die Mehrheit der Bürger im Steigerwald keinen Nationalpark. Mit dieser Umfrage sehen Eck und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Oskar Ebert wiederum die Aussage einer Emnid-Umfrage des Bundes Naturschutz widerlegt, nach der es im Steigerwald eine Mehrheit der Bevölkerung für einen Nationalpark gibt. "Das genaue Gegenteil ist der Fall", erklärte Oskar Ebert. Forsa und Emnid sind zwei bekannte Meinungsforschungsinstitute.


Unterschiedliche Ergebnisse

Wie aber können dann zwei Studien zum selben Thema zu so unterschiedlichen Ergebnissen kommen? Dass die neue Umfrage "so eklatant im Widerspruch zur Emnid-Studie des BN" steht, liegt laut Ebert "an der Fragestellung". Während der Verein "Unser Steigerwald" unter anderem konkret mit "ja" und "nein" über die "Einrichtung eines Nationalparks in der Region Steigerwald" abstimmen ließ (57 Prozent sprachen sich dagegen aus), fragte die vom BN in Auftrag gegebene Studie: "Fänden Sie es gut oder schlecht, wenn in Franken ein Nationalpark Steigerwald im Staatswald eingerichtet wird?". Die Antwortmöglichkeiten reichten von "sehr gut" über "eher gut" und "eher schlecht" bis hin zu "sehr schlecht". Aus der gesamten Fragestellung-Schematik wurde so eine über 60-prozentige Zustimmung zum Nationalpark ermittelt. "Aufgrund der Fragestellung war es für mich keine Überraschung", sagte Oskar Ebert dazu.

Bei der Umfrage des Vereins "Unser Steigerwald" wurde Eberts Ausführungen zufolge Wert darauf gelegt, den Willen der unmittelbar betroffenen Bevölkerung zu ermitteln. Befragt wurden Menschen verschiedener Altersgruppen (ab 14 Jahren) aus den Städten Bamberg und Schweinfurt sowie Bewohner der Kommunen in den Landkreisen Bamberg, Haßberge und Schweinfurt. Aus dem Ergebnis geht hervor, dass besonders die unmittelbaren Bewohner der Steigerwald-Gemeinden einen Nationalpark ablehnen und den bestehenden Naturpark als ausreichend erachten.

Eine der Aussagen aus der Umfrage lautet: "Am größten fällt die Ablehnung (...) eines Nationalparks unter den Befragten in den Landkreisen Bamberg, Haßberge und Schweinfurt, den über 60-Jährigen, den Anhängern der CSU und denjenigen aus, die generell der Meinung sind, dass es in Deutschland bereits heute ausreichend Naturschutzgebiete gibt."

"Für uns war einfach mal wichtig, dass eine neutrale und auf die Region bezogene Umfrage gemacht wird", erklärte Staatssekretär Eck am Donnerstag. "Wir haben nichts gegen einen Nationalpark. Dort, wo er passt." Die betroffene Fläche des Steigerwalds mit etwa 17 000 Hektar sei derart klein und "durchdrungen von asphaltierten Straßen", zudem seien Dörfer und viel Privatgrund darin, was keine guten Voraussetzungen für einen Nationalpark sei. "Da liegt überhaupt keine Ruhezone, um einen Nationalpark daraus zu machen", sagte Eck. Wer nun meinte, er könnte einfach einen Nationalpark fordern, ohne dass er sich mit der Region hier wirklich auskenne, sei fehl am Platz.

Bürgerentscheid?

Laut der Forsa-Umfrage sind übrigens 83 Prozent der Befragten der Meinung, dass "die Bürger der betroffenen Gemeinden durch einen Bürgerentscheid über diese Frage entscheiden sollten". Für die beiden Vereinsvorsitzenden eine akzeptable Lösung: "Ich bin überzeugt, das geht so eindeutig aus wie bei unserer Umfrage", sagte Oskar Ebert. "Davor habe ich keine Angst", ergänzte Gerhard Eck.


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