Königsberg in Bayern
FDP-Starkbierprobe

Stauffenberg vermisst Protest gegen Extreme

Nach dem großen Vorbild Nockherberg veranstaltete die FDP in der Schlossberggaststätte eine "liberale" Starkbierprobe.
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Gemeinsam stießen die FDP-Politiker (von rechts) Albert Duin, Karsten Klein, Katrin Hiernickel und Karl Graf von Stauffenberg bei der liberalen Starkbierprobe mit Biersommelier Georg Hiernickel (links) an.Licha
Gemeinsam stießen die FDP-Politiker (von rechts) Albert Duin, Karsten Klein, Katrin Hiernickel und Karl Graf von Stauffenberg bei der liberalen Starkbierprobe mit Biersommelier Georg Hiernickel (links) an.Licha
Kreisvorsitzende Katrin Hiernickel stellte humorvoll fest, dass mit "Berg, Bier und Politik die Voraussetzungen auch hier im Landkreis Haßberge gegeben seien, wenn auch in einem etwas kleineren Rahmen.
Mit Georg Hiernickel begleitete sie ihr Ehemann als ein deutschlandweit tätiger Biersommelier durch den Abend. Mit seinem Spezialthema "Foodpairing" machte er auf die Nuancen des Biergenusses aufmerksam. Mit einem Bockbier, einem dunklen Doppel-Bock und einem Bierlikör zeigte der Fachmann auf, dass Franken als Kompetenzzentrum für Genussmittel gelte. Und sogar ein amtierender Hopfenkönig war zu Gast: Der FDP-Direktkandidat für Würzburg-Land, Wolfgang Kuhl, errang nämlich bereits zum zweiten Mal diesen Titel beim Hopfen-Wettzupfen einer Ochsenfurter Brauerei.
Der FDP-Direktkandidat im Stimmkreis Haßberge/Rhön-Gradfeld, Karl Graf von Stauffenberg, kam nach seinem erfolgreichen Bieranstich gleich zur Sache. Mit einem ironischen Unterton stellte der Politiker fest, dass Horst Seehofer das Zitat von Konrad Adenauer "Was stört mich mein Geschwätz von gestern?" perfektioniert habe: "Seehofer kann nämlich seine Meinung auch zwei-, dreimal am Tag ändern." Auch sei der bald scheidende Ministerpräsident in seiner Zeit, als er für noch Bundesgesundheitsminister war, "linker als die Linkspartei" gewesen. "Und heute versucht er, alle rechts zu überholen", sagte Stauffenberg.


Darum nicht bei der CSU

Aber auch sachliche Worte waren von Staufenberg zu hören. Der 47-Jährige ist verheiratet und lebt mit seinen vier Kindern in Irmelshausen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Obwohl er aus einer alten CSU-Familie stammt, tritt er für die FDP an. Sein ausgeprägtes Demokratieverständnis und seine Begeisterung für die Idee des Rechtsstaates verhinderten sein Engagement bei den "Schwarzen".
Stauffenberg ist gegen einen dritten Nationalpark, denn "hier sind die Menschen von der Natur ausgesperrt". Dagegen will er sich für den ländlichen Raum und gegen das Dorfsterben engagieren.
Der Direktkandidat findet es auch unerträglich, dass derzeit extreme Stimmen aus den linken und rechten Lagern das Volk auseinandertreiben. Er vermisse aber, dass die große Mehrheit der demokratischen Mitte auf die Straße geht und dagegen protestiert. Und eine Partei, die anderen Politikern droht, könne keine Alternative für Deutschland sein.
Ebenfalls in Königsberg zu Gast, war der liberale Bundestagsabgeordnete Karsten Klein aus Aschaffenburg. Seine Partei habe bereits eine Initiative eingebracht, den Solidaritätszuschlag komplett abzuschaffen, beschrieb er seine bisherige Arbeit in Berlin. "Denn wenn es dem Staat gutgeht, soll er auch etwas an die Bürger zurückgeben", sagte Klein.
Albert Duin, ehemaliger FDP-Landesvorsitzender in Bayern und ein Bewerber bei der Stichwahl zur Ernennung des Spitzenkandidaten, ergänzte, dass vieles nicht in Deutschland passe. So sei es unverständlich, dass eine Kreuzfahrt billiger ist als ein Monat im Pflegeheim. Die Pflege dort nach Vorgabe im Minutentakt sei unmenschlich. Als Unternehmer sprach er sich auch dafür aus, Ladenöffnungszeiten und Arbeitszeiten flexibler zu gestalten und Master- und Meisterabschlüsse gleichzustellen. "Die Handwerksberufe müssen viel besser anerkannt werden", sagte Duin.
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