Eyrichshof
Interview

"Status Quo hat noch immer Feuer"

Die Band "Status Quo" tritt beim Open-Air-Konzert in Eyrichshof auf. Gründungsmitglied Francis Rossi rockt mit.
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Francis Rossi auf der Bühne  Helmut Ölschlegel
Francis Rossi auf der Bühne Helmut Ölschlegel
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120 Millionen Schallplatten weltweit verkauft. Aber das ist nur der Status Quo. Denn die Band, die seit 1967 unter diesem Namen unterwegs ist und seither den Boogie-Rock in immer wieder neuer Form erfindet, veröffentlicht Anfang September mit "Backbone" (Rückgrat) das 33. Studio-Album und spielt einige der Stücke davon auch beim Rösler-open-air am Dienstag, 23. Juli, im Schlosshof Eyrichshof. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Francis Rossi (70 Jahre) als einziges verbliebenes Gründungsmitglied der Band zurück und - man will es kaum glauben - voraus.

Frage: Wie kam es zu dem neuen Album, findet man darauf auch ein Vermächtnis deines jahrzehntelangen Begleiters Rick Parfitt?

Francis Rossi: Nein, von Rick gibt es darauf gar nichts. Das Album mit seinen elf Songs ist komplett nach seinem Tod entstanden. Wir haben, glaub' ich, im Februar 2018 damit begonnen, und alle aktuellen Bandmitglieder waren daran beteiligt, was schon für einige neue Nuancen sorgte. Ich selbst habe wieder mit Robert Young zusammengearbeitet, den ich schon aus Jugendzeiten kenne. Ist doch verrückt, damals war er schon ein Jahr älter. Das war in den 60er und 70er Jahren. Und nun sind wir seit einiger Zeit wieder zusammen. Das ist nicht nur eine Partnerschaft, sondern eine richtig enge Freundschaft geworden.

Ihr tourt seid Anfang Juni quer durch Europa. Kommen dabei auch die neuen Titel zur Aufführung?

Ja, wir spielen zwei Songs. Es ist verrückt und überraschend, auch wenn die Leute die Songs noch nie gehört haben, fahren sie darauf ab. Dabei dachte ich, dass das etwas komplett Neues ist.

Aber das neue Album hört sich ja auch wie Status Quo in besten Zeiten an.

Jetzt sagst du das auch. Ich hatte das Gefühl, etwas komplett Neues zu machen. Aber wir hören das immer wieder, dass dies der beste Status-Quo-Sound aller Zeiten sei. Die einen meinen, wie zu Beginn, die anderen, wie in den 70ern, andere, wie in den anderen 80er Jahren. Was uns wichtig ist: Es ist ein Album der gesamten Band, des gesamten Kollektivs.

Ihr solltet den Titelsong "Backbone" ins Programm mit aufnehmen. Das ist ja ein echter Ohrwurm geworden.

Freut mich, wenn du das so empfindest. Der Song ist einer Session entsprungen. Ich habe ein bisschen auf meiner Gitarre herumgeträllert und die anderen sind dann darauf eingestiegen. Ich meine, dass es mehr ein Disco- denn ein Rocksong ist.

Wie baust du denn überhaupt so ein Programm für ein Konzert wie in Schloss Eyrichshof nächste Woche auf?

Die Basis hat sich über Jahre entwickelt. Natürlich erwarten die Fans bestimmt Song wie "In the army now" oder "Rockin' all over the world". Wir gehen auch zurück bis "Down the dustpipe" und "Railroad". Deswegen gibt es auch noch nicht viel neues Material. Aber im Telefonat vor dir habe ich mit unserem neuen Manager über die Pläne für die nächsten zwei Jahre gesprochen. Wenn das neue Album gut ankommt, werden wir auch die Live-Auftritte neu konzipieren.

Baut ihr auch Show-Elemente in Eure Auftritte ein?

Nein, nein. Status Quo ist die Show für sich. Keine Feuerspiele und solchen Schnickschnack. Bei uns geht es nur um die Musik und die soll für gute Laune sorgen.

Wie fühlt man sich eigentlich als Chef einer der ältesten noch aktiven und erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten?

Das sagst du. Ich habe das nie so empfunden und ist mir auch nicht so bewusst. Ich bin kein Freund von Statistiken. Ich habe Höhen und Tiefen mitgemacht. Es ist eine Frage der Kontinuität und das ist das Verrückte im Musikgeschäft. Das Gute daran: Ich mache das, was mir Spaß macht, und ich bereite damit vielen anderen Menschen eine Freude. Was will man mehr? Und Status Quo hat noch immer Feuer.

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