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Knetzgau
Bürgermarsch

Statt Drill zählt in Knetzgau der Spaß am Wettbewerb

Beim Bürgermarsch in Knetzgau zeigten Militärangehörige und Zivilisten ihr Können.
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Alle Bundeswehrfahrzeuge gesichtet haben (von links) Anja Reinwand, Pia Hellmuth, Brittany Lohr und Tina Ankermüller unter der Aufsicht von Matthias Ofen, der die Modelle detailgetreu zusammengebaut hatte.
Alle Bundeswehrfahrzeuge gesichtet haben (von links) Anja Reinwand, Pia Hellmuth, Brittany Lohr und Tina Ankermüller unter der Aufsicht von Matthias Ofen, der die Modelle detailgetreu zusammengebaut hatte.
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"Es ist schön und macht Spaß." Diese Aussage war am Samstag in der Knetzgauer Flur mehrfach zu hören. Die Reservistenkameradschaft Knetzgau hatte zum siebten Bürgermarsch aufgerufen und die Beteiligung war groß. Der Bürgermarsch hat sich etabliert und wird von der Bevölkerung aus Knetzgau und Umgebung gut angenommen. Zur Mittagszeit waren 38 Gruppen gemeldet. "Ein neuer Rekord", freut sich Vorsitzender Christian Emmert.


Zum Event entwickelt

"Aus dem ursprünglichen Zweck der zivilmilitärischen Zusammenarbeit hat sich mittlerweile ein Veranstaltungsevent entwickelt für Reservisten, Vereine und für Groß und Klein in der Umgebung", zeigte sich der Koordinator Thomas Nicklaus, Hauptfeldwebel der Reserve, überwältigt von der erneut großen Resonanz. Die örtlichen Vereine binden sich erfreulicherweise mit ein, und so waren neben dem Roten Kreuz nicht nur die Wasserwachtgruppe Sand/Zeil im wahrsten Sinne des Wortes mit im Boot, sondern auch die Schützen, die Sportangler und der FC Knetzgau.

Zivilisten, darunter Damen- und Kindermannschaften, aber auch Reservistenteams machten sich auf eine Wegstrecke von rund acht Kilometern. Abmarsch und Zielpunkt war das Reservistenheim an der Hauptstraße in Knetzgau, der sogenannte Meldekopf. Hier wurden Lageplan und Laufzettel, aufgelistet mit den zehn Stationen, ausgeteilt, ehe es auf die Strecke mit den verschiedenen Aufgaben ging. Doch zuvor waren erst noch Konzentration und Gedächtnisstärke gefordert. An einer Filmstation wurden drei verschiedene Einspielungen per Laptop, aufgeteilt für Zivilisten und Militär, über verschiedene Bundeswehreinsätze in Litauen und Afghanistan gezeigt. Für die Kleinen lief die "Sendung mit der Maus", wobei kindgerecht die Technik eines ADAC-Hubschraubers aufgearbeitet wird. Am Ende des Marsches wurden dann entsprechende Fragen zu den Filmbeiträgen gestellt.

Nach der Prüfung der Treffsicherheit am Schießstand der Schützen konnte der eigentliche Marsch beginnen. Am Main entlang traf man auf Familien mit "Kind, Hund und Kegel". Am FC-Fußballplatz konnten die Teilnehmer beim Torwandschießen punkten. Der Sportanglerverein stellte in der Nähe seines Sees in den Mainauen ein Quiz mit Fragen über heimische Fischarten wie Zander, Hecht oder Karpfen. Bei der Station "Leben im Felde" musste ein Bundeswehrpaket wasserdicht verpackt werden.


Siegesgewiss

"Wir haben alles gesichtet", verrieten Anja, Pia, Brittany und Tina an der Station "Fahrzeuge". Hier mussten Zivilisten - in abgespeckter Version - und Militärs aus einer Entfernung von 20 Metern mit einem Fernglas zehn verschiedene Modellfahrzeuge wie Leopard oder Wolf im Maßstab 1:35 erkennen. Die vier Damen, die unter "The Running Gag" gestartet sind, zeigten sich siegessicher: "Wir haben sehr gut geschossen, die Fische erraten, dem Wetter getrotzt und mit einer guten Zeit den Hindernisparcours bewältigt und einen verunfallten Motorradfahrer versorgt". Schmunzelnd meinten die Vier: "Nur das Torwandschießen ist verbesserungsfähig". Jetzt galt es, auf dem Weg zurück ins Ziel nur noch im Boot auf dem Main sicher ans andere Ufer überzusetzen und den Bundeswehrfilmbeitrag korrekt auszuwerten. Alle Mühen hatten sich offensichtlich gelohnt, denn das Quartett konnte sich bei der Siegesfeier am Abend über den dritten Platz freuen.

"Die Kameradschaftlichkeit wird im Anschluss immer gepflegt", freute sich Frank Estenfelder von der Reservistenkameradschaft Markt Einersheim bei Kitzingen. Der Oberfeldwebel bezeichnete den Bürgermarsch, bei dem er schon vier Mal gestartet ist, als lustige Veranstaltung, bei der man alte Kameraden treffen und die Freundschaften aufleben lassen kann.

"Just for fun" hieß es für den Stabsfeldwebel Gerald Karl von der Reservistenkameradschaft Unterpreppach. Seit 30 Jahren geht er auf Wettkämpfe und ist beim Bürgermarsch nicht nur mit seinen beiden Kameraden im Boot gut klar gekommen. cr
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