Königsberg in Bayern
Verkehr

Stadt Königsberg will Stolperfallen beseitigen

Königsberg will die Begehbarkeit des Altstadtpflasters verbessern und strebt ein Gesamtkonzept an.
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Gassen in der Königsberger Altstadt sind  vor allem für ältere Leute nur schwer begehbar. Eine Gehspur  würde Abhilfe schaffen.  Dass das geht, zeigt das Beispiel Tretgasse in Königsberg, wo durch einen Seitenstreifen das Kopfsteinpflaster "entstolpert" wurde.  Gerold Snater
Gassen in der Königsberger Altstadt sind vor allem für ältere Leute nur schwer begehbar. Eine Gehspur würde Abhilfe schaffen. Dass das geht, zeigt das Beispiel Tretgasse in Königsberg, wo durch einen Seitenstreifen das Kopfsteinpflaster "entstolpert" wurde. Gerold Snater

Vielen Königsbergern ist die Begehbarkeit des Kopfsteinpflasters in der Altstadt ein Dorn im Auge. Besonders ältere Menschen tun sich auf dem unebenen Untergrund schwer. Selbst eine Fortbewegung mittels eines Rollators ist an manchen Stellen nicht einfach. Zur Verbesserung der Begehbarkeit des Altstadtpflasters durch bauliche Maßnahmen, wie den Einbau einer Gehspur für Rollstühle und Rollator, hatte Stadtrat Frank Slawik einen schriftlichen Antrag auf Behandlung dieser Thematik im Stadtrat gestellt.

Dahingehend führte Bürgermeister Claus Bittenbrünn, wie er dem Stadtrat in der Sitzung am Dienstagabend mitteilte, erste Vorgespräche mit der Unteren Denkmalpflege (Landratsamt), dem Denkmalpflegeamt in Schloss Seehof und mit der Regierung von Unterfranken bei einem Termin im Landratsamt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Erschließung durch ein umfassendes Wegenetz am besten durch eine städtebauliche Maßnahme geplant werden sollte, um auch Zuschüsse zu erhalten. Denn, so Bürgermeister Bittenbrünn: "Das Ganze wird nicht billig." Allerdings bedürfe es einer umfassenden Planung und die Umsetzung als mehrjähriges Gesamtprojekt. Es gehe dabei um Finanzmittel, über welche die Stadt in den letzten Jahren nicht verfügen konnte.

Für eine Anmeldung bei der Städtebauförderung sind neben einem denkmalschutzrechtlichen Antrag mit einer detaillierten Beschreibung der Maßnahme belastbare Kostenberechnungen durch ein Planungsbüro erforderlich. Das bedeutet, dass für einen Planungsbeginn vom Stadtrat sowohl ein Planungsauftrag in den ersten Leistungsstufen an ein erfahrenes und bewährtes Büro vergeben werden müsste. Außerdem müsste zumindest eine grobe Kostenschätzung vorgelegt werden.

In einer fundierten Aussprache hob der Stadtrat die Dringlichkeit der Maßnahme auch angesichts der zunehmenden Anzahl älterer Menschen hervor. Dem Gremium wurde zum Abschluss der Vorschlag unterbreitet, dass die Verwaltung der Stadt bei Gemeinden mit historischem Pflaster nach Planungsbüros fragt, die dort zur Zufriedenheit der Kommune, der Bürger und der Denkmalpflege die Herstellung von Gehwegen mit ebenen Materialien in einem Kopfsteinpflasterbereich hergestellt haben. Diesem Vorschlag stimmte der Stadtrat zu.

Um die Entsorgung von Erdaushub und die Rückübertragung der Verpflichtung an den Landkreis ging es in einem weiteren Punkt der Sitzung. Königsberger Bürger berichten immer wieder, dass sie Schwierigkeiten haben, den bei einem Bau anfallenden Erdaushub entsorgen zu können. Auch an der Deponie des Landkreises wird eine Annahme von Erdaushub mit der Begründung abgelehnt, dass die Gemeinde noch selbst die Verpflichtung zum Betrieb einer Deponie habe. Es ist richtig, dass mit der Gemeindegebietsreform die Verpflichtung zur Entsorgung und der Deponierung von Erdaushub aus den einzelnen Landkreisen wieder an die Gemeinden zurückübertragen wurde. Die Stadt Königsberg betrieb deshalb in den Folgejahren eine Erdaushubdeponie im Stadtteil Hellingen. Diese Deponie wurde aber stillgelegt und durch Bescheid vom 29. September 2010 die Rekultivierung genehmigt.

Versuche der Stadt, geeignete Flächen innerhalb des Stadtgebietes zu finden und eine Deponie zu errichten, scheitern seitdem an geeigneten Grundstücken und vor allem an den aktuellen Auflagen zur Erstellung und Überwachung einer Deponie während des Betriebs und vor allem an den Auflagen zur Nachsorge nach Betriebsende.

Nun ist der Landkreis Haßberge dabei, innerhalb des Landkreises zwei neue Erdaushubdeponien zu planen. Jeweils eine im südlichen und eine im nördlichen Bereich. Eine Berechtigung zur Anlieferung von Erdaushub haben allerdings nur die Verwaltungen und die Bürger der Gemeinden, welche die Pflicht zur Erstellung und Betrieb von Erdaushubdeponien an den Landkreis übertragen haben und sich damit auch rechtlich an der Erstellung beteiligen. Was auch eine finanzielle Beteiligung bei der Erstellung zur Folge haben wird.

Da in Königsberg keine Möglichkeit zur Errichtung einer eigenen Deponie besteht, schlug die Verwaltung dem Stadtrat vor, das der Landkreis Haßberge für diese Aufgabe zuständig. Denn, so die Aussage von Claus Bittenbrünn: "Allein schaffen wir das nicht. Dieser Beschluss wurde ohne Gegenstimme angenommen.

Der Stadtrat bestätigte mit Stefan Musik den neu gewählten Kommandant und mit Andreas Hölzer den neu gewählten Zweiten Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hellingen. Bürgermeister Bittenbrünn würdigte den ausgeschiedenen Kommandanten Rudolf Gutjahr und seinen Stellvertreter Willi Hölzer, die das Amt 41 Jahre innehatten.

Zum Ende der öffentlichen Sitzung wurde bekanntgegeben, dass auf Antrag der Stadt eine Erhöhung des Zuschusses für die Maßnahme "Dorfplatz mit Pergola" im Stadtteil Holzhausen auf maximal 451 000 Euro durch das Amt für ländliche Entwicklung bewilligt wurde.

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