Eltmann
Stadtratssitzung

Stadt Eltmann steckt im Investitionsstau

Die Steuereinnahmen sprudeln. Doch weil Planungsbüros und Baufirmen ausgelastet sind, tut sich Eltmann schwer, die geplanten Investitionen umzusetzen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Seit dem Frühjahr ist die Balthasar-Neumann-Straße in Eltmann nicht durchgängig befahrbar, weil sich im Bereich einer Baustelle die Fahrbahn gesetzt hat. Jetzt sei absehbar, dass die Fahrbahn erneuert und dann wieder freigegeben werden kann, erklärte Bürgermeister Michael Ziegler im Eltmanner Stadtrat. Foto: Sabine Weinbeer
Seit dem Frühjahr ist die Balthasar-Neumann-Straße in Eltmann nicht durchgängig befahrbar, weil sich im Bereich einer Baustelle die Fahrbahn gesetzt hat. Jetzt sei absehbar, dass die Fahrbahn erneuert und dann wieder freigegeben werden kann, erklärte Bürgermeister Michael Ziegler im Eltmanner Stadtrat. Foto: Sabine Weinbeer
+1 Bild

Mit einem Totengedenken begann die Sitzung des Stadtrats Eltmann am Mittwoch. Am Vortag war Walter Heil im Alter von 72 Jahren gestorben. Heil gehörte von 1990 bis 1996 für die damalige FWG dem Stadtrat Eltmann an und war im Vereinsleben der Stadt sehr aktiv, wie Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) würdigte. Vor allem im Verein für Heimatgeschichte war er rund um das Museum mit viel Engagement dabei. Die Beisetzung von Walter Heil findet am morgigen Samstag ab 14.30 Uhr statt.

Zur Juli-Sitzung lag dem Stadtrat auch der Finanzbericht von Kämmerer Ernst Rippstein zum Halbjahr vor. Rippstein bezeichnete die ersten sechs Monate als "sehr harmonisch und ohne finanzielle Probleme", Kassenkredite musste er nicht in Anspruch nehmen. Die Einnahmen liegen im Soll, von den veranschlagten 2,8 Millionen Euro Gewerbesteuer konnten bereits 2,1 Millionen auf der Haben-Seite verbucht werden.

Allerdings hat die Stadt Probleme, die geplanten Investitionen auch umzusetzen. Grund dafür ist die hohe Auslastung von Planungsbüros und Baufirmen. 3,176 Millionen Euro stehen im Investitionsplan, bisher wurden nicht einmal 700 000 Euro ausgegeben. Wenn einige Projekte haken, schlug Peter Klein vor, dann eben die laufende Sanierung der Wasserversorgung zu forcieren, da sei das Geld gut angelegt.

Kleines Baugebiet für Dippach

Weiter investieren wird die Stadt in die Breitbanderschließung. So beschloss der Stadtrat am Mittwoch, an zwei Förderverfahren teilzunehmen. Das eine ermöglicht Glasfaseranschlüsse für die Grund-, Mittel- und Realschule, das andere fördert Gewerbe- und Industriegebiete. Die Erschließung des Industriegebiets mit Glasfaser bezeichnete Peter Kremer als dringlich, denn zahlreiche Gewerbetreibende dort klagten über die Internet-Versorgung.

Gute Nachrichten hatte Bürgermeister Michael Ziegler für den Stadtteil Dippach. Hier hatte der Stadtrat schon im Dezember darüber beraten, ein kleines Baugebiet auszuweisen. Nun seien die Grundstücksverhandlungen erfolgreich abgeschlossen, sagte Ziegler. Es gibt auch schon Bauwerber. Der Stadtrat fasste am Mittwoch den Aufstellungsbeschluss und sprach sich für die Bezeichnung "Hahngrund" für den Bebauungsplan aus.

Um Namensgebung ging es auch bei der Straße durch das Baugebiet "Hahn II". "Zur Wallburg" hatte die Verwaltung vorgeschlagen. Diese Empfehlung wurde auch mehrheitlich angenommen, obwohl vorher diskutiert worden war, ob man nicht Mit "Zur Wallburg" und darunter der "Wallburgstraße" mit zwei Ästen ähnliche Verwirrung stifte wie mit den Straßennamen "Weingartenstraße" und "In den Weingärten".

"Ende der Sperrung absehbar"

Stadtrat Josef Scheller fragte an, wie lange noch die Balthasar-Neumann-Straße gesperrt ist. Hier ergab sich im Frühjahr vermutlich durch eine unterhalb stattfindende Baumaßnahme eine Absenkung der Fahrbahn, so dass die Siedlungsstraße seitdem von zwei Seiten nur als Sackgasse zu befahren ist, was für die Anlieger allerhand Beschwernisse mit sich bringt. Bürgermeister Michael Ziegler, selbst ein Betroffener, erklärte, dass jetzt ein Ende der Sperrung absehbar sei. Allerdings habe es viele Beteiligte gegeben, so dass viel Zeit bis zur Reparatur der Straße verstrichen sei.

Alois Böhnlein brachte den Ärger zahlreicher Limbacher Hausbesitzer im Osten des Stadtteils vor, denen am vergangenen Wochenende nach einem heftigen Regen erneut die Keller vollgelaufen sind. "Unser Kanal ist zu schwach", war seine Vermutung.

Das könne kaum sein, meinte Hans-Georg Häfner, denn der betreffende Hauptkanal habe einen Überlauf, der bei solchen Regenereignissen eigentlich das überschießende Oberflächenwasser in den Main abschlage. Die Hausbesitzer könnten sich gegen solche Rückflüsse durch Rückstauklappen absichern, die eigentlich jedes Haus haben sollte, sagte Häfner.

Kanal wird untersucht

Bürgermeister Michael Ziegler war am Sonntag vor Ort in Limbach und hatte umgehend die Untersuchung des Limbacher Kanals durch eine Fachfirma in Auftrag gegeben. Gleichzeitig soll der Kanal gespült werden. Ziegler: "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter. Vielleicht gibt es irgendwo Schäden." Allerdings sei der Hinweis von Häfner auf die Rückstauklappen durchaus richtig.

Im Herbst wird sich der Stadtrat mit dem Ergebnis der Kanalbefahrung und eventuellen Konsequenzen befassen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren