Ebern
Fasching

Sprechende Kamele und nackte Männer: Ebern wird bei bunten Abenden in den Orient verzaubert

Der Kulturring Ebern gestaltete zwei gelungene bunte Abende. Das Programm entlockte dem Publikum wahre Lachattacken.
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Die Tanzgruppe "Heubacher Minis II" bot bei den Eberner bunten Abenden mit ihren akrobatischen Hebefiguren ein beeindruckendes Abschlussbild. Foto: Rudolf Hein
Die Tanzgruppe "Heubacher Minis II" bot bei den Eberner bunten Abenden mit ihren akrobatischen Hebefiguren ein beeindruckendes Abschlussbild. Foto: Rudolf Hein
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Stadtmaus, Jagdvorsteher, Kamele, Scheichs und Schotten: Sie alle standen am Wochenende bei den bunten Abenden des Kulturrings Ebern auf der Bühne. Dabei ließen die Eberner Faschingsnarren in der Frauengrundhalle wieder die Sau - in diesem Fall eher das Kamel - raus. Das Motto war nämlich "1001 Eberner Nacht".

Daran hielten sich auch "Die Gipfelstürmer", die den Höhepunkt des Abends lieferten und Standing Ovations beim Publikum ernteten, indem sie einige Eberner Originale nachspielten. Kalif Henne (Christian Giebfried) stand vor einem großen Problem: Ihm war schon wieder sein Kamel "gfregt". Sein treuester Diener "Herbert" (Johannes Geuß) kam, um ihm mit seinem "Wurschtwedel" Luft zuzufächern.

Eberner Fasching mit Kalif und Kamel

Mit einer Wunderlampe wollte sich Kalif Henne ein neues Kamel wünschen. Doch jedes Mal funkte jemand dazwischen. So etwa Helga Müller-Pokoj (Sonja Weingold-Bargenda), die sich mehr Mitglieder für den Gesangverein wünschte. Oder der Schulleiter des Gymnasiums, Martin al Pöhner (Lukas Geuß) und Landrat Willi Schneider (Thomas Müller). Als der Flaschengeist (Martin Ankenbrand) geärgert wurde, trat er höchstpersönlich auf die Bühne und erfüllte diverse Wünsche. Nur zehn Prozent mehr für die SPD bei den nächsten Wahlen könne er nicht erfüllen.

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Erstmalig traten David Pfeu-fer als "Heubacher Jagdvorsteher" und Eberhard Wohl als "Ebi die Stadtmaus" in die Bütt. Beide nahmen die (politischen) Geschehnisse in und um Ebern auf die Schippe. Eberhard Wohl berichtete über die Kirchenmaus Vroni und die nun gepolsterten Kniebänke in der Stadtpfarrkirche. Einen Streifzug machte er durch die Eberner Leerstände und die "Fressmeile" in der Kapellenstraße. Einen gescheiten Kaffee gäbe es schließlich nur noch beim Wagner. "Ich sag euch, wenn der mal schließt, das lese ich in meinem Kaffeesatz, dann gehören wir der Katz."

Bunte Abende in Ebern: Eine Maus wird politisch

Weiter überlegte die Stadtmaus, wie es wohl mit dem Gall's Heinz und dem Pommes weitergehen wird, wenn die Landesbaudirektion dort aufmachen wird. Bei der Überlegung zu den Bürgermeisterwahlen brachte er an: "Ich kann euch beruhigen, wenn ihr glaubt, es geht noch schlimmer: Die Baumbach kommt nimmer." Der Faschingsnarr erntete tosenden Applaus und wurde gleich für nächstes Jahr verpflichtet.

Jagdvorstand David Pfeufer berichtete von den Umständen des neuen Leiterwagens der Eberner Feuerwehr und über die Flurbereinigung im Baunachfluss. Im Dezember sei in der Neubrückentorstraße viel los gewesen. Da würde ein Reichsbürger wohnen und die Leute hätten sogleich Angst gehabt, Ebern würde zur Reichsbürgerhochburg. "Doch dann haben sie es endlich gerafft, beim Dartclub Gipsy war Clubmeisterschaft."

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Als "Die zwei plus eins" trugen Alexandra Holly, Karin Albert und Silke Leibold einen Sketch vor. Darin ging es um Frauenprobleme: Sie wollten abnehmen und etwas gegen den Hüftspeck unternehmen. Im Gespräch kamen sie darauf zu sprechen, dass Schönheitschirurgen eigentlich Änderungsschneider seien. Karin Albert fragte, ob sie nicht zu wenig Busen habe. Darauf Alexandra Holly: "Wieso, zwei reichen doch!" Während Alexandra Holly berichtete, dass ihr Bauchfett eigentlich die Schwellung eines Schnakenstiches sei, der sich seit sieben Jahren nicht zurückgebildet habe, erzählte Karin Albert, dass sie ihr "Speckdrum" erweitert habe - von einer Wespentaille zur Hummelhüfte.

Zwei Männer und ein Handtuch

Zum Dahinschmelzen brachten das Publikum die kleinen Tänzerinnen der Heubacher Minis. Auch die etwas größeren Mädels vom TV Ebern führten tolle Tänze auf. Wie Moderator und Elferrat Fabian Weber ankündigte, habe man nun das Zielgruppenmarketing eingeführt. So waren zwei Tanzbeiträge ein Augenschmaus für die Frauen. Etwa das Duo "Knapp, aber geht" mit Markus Appel und Simon Müller. Nur mit einem Badetuch bekleidet traten sie auf die Bühne und riefen mit ihrem akrobatischen Vortrag, bei dem es darum ging, beim Tanzen ja nicht das Handtuch fallen zu lassen und das beste Stück zu entblößen, Brüller beim Publikum hervor.

Auch der Showtanz der Männergruppe "Flying Mumus" schlug beim Publikum ein wie eine Bombe. Sie traten als Schotten auf die Bühne und begeisterten das Publikum durch ihre tollen Tanzeinlagen mit halsbrecherischen Figuren. Ein Schmankerl für die männliche Zielgruppe war die Showtanzgarde Heubach-Ebern mit ihrem Tanz zum Thema "Jukebox". In knappen Kostümen traten die Mädels auf die Bühne und tanzten zu verschiedenen Rock-Hits.

Tanzende Hühner bei den Concordivas

Tierisch wurde es mit der Concordivas aus Maroldsweisach und ihrer Schwarzlichtshow "Verliebt, verlobt, verhuhnt". Im abgedunkelten Saal sahen die Gäste tanzende, im Schwarzlicht bunt leuchtende Vögel, die sich passend zu den abgespielten Liedern bewegten. Außerdem waren die Garde Ebern-Heubach, die Prinzengarden aus Rentweinsdorf, Maroldsweisach und Seßlach sowie die Jugendgarden aus Maroldsweisach und Heubach zu Gast. Aus Pfarrweisach stellte eine gemischte Tanzgruppe bei ihrem Showtanz mit dem Motto "Ballermann" ihr Können unter Beweis.

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Am Freitagabend bekamen die Prinzenpaare aus Rentweinsdorf, Maroldsweisach und Seßlach einen Orden. Außerdem erhielten das neue Kulturringsmitglied Annika Müller, die langjährige Gipfelstürmerin Sonja Weingold-Bargenda, Alexandra Holly von "Die zwei plus eins" sowie die Vorsitzenden der Zeiler Narrenzunft jeweils einen Faschingsorden.

Beim Kulturring Ebern geht es am Faschingssonntag, 3. März, weiter. Dann bewegt sich der "Eberner Gaudiwurm".



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