Haßfurt
Eishockey

Zu Naiv: Hawks gehen gegen den EV Moosburg leer aus

Der ESC Haßfurt verliert das erste Spiel der Aufstiegsrunde zur Bayernliga gegen den EV Moosburg mit 5:7.
Artikel drucken Artikel einbetten
Haßfurts Lukas Kratschmer (links) setzt sich gegen den Moosburger Alexander Asen durch.  Foto: Ralf Naumann
Haßfurts Lukas Kratschmer (links) setzt sich gegen den Moosburger Alexander Asen durch. Foto: Ralf Naumann

26 Sekunden fehlten bis zur Verlängerung. 26 Sekunden, um zumindest einen Punkt gutschrieben zu bekommen. Moosburgs Daniel Möhle entpuppte sich aber als Spielverderber, auch aufgrund unfreiwilliger Unterstützung der ESC-Hintermannschaft. Der Angreifer brachte den EV Moosburg nach einer spannenden und emotionalen Begegnung wieder in Front und besiegelte die Auftaktniederlage der Haßfurter Hawks in der Aufstiegsrunde.

ESC Haßfurt - EV Moosburg 5:7(1:1, 3:3, 1:3)

Dass weitere 22 Sekunden nach Möhles Treffer zum 6:5 noch der Treffer zum 7:5-Endstand fiel, spielte keine Rolle mehr. Die erste Heimniederlage der Kreisstädter in einem Pflichtspiel in dieser Saison war perfekt. Dabei, das räumte der "sehr enttäuschte" ESC-Trainer Volker Hartmann ein, konnte man sich über den Sieg der Isarstädter, die drei Wochen zuvor noch mit 4:7 an gleicher Stelle unterlagen, nicht wirklich beschweren. "Wenn man auswärts sieben Tore erzielt, ist das nicht unverdient", lautete sein ehrliches bitteres Fazit. Moosburg habe "sehr stark gespielt und seine Tore gemacht. Wir leider nur bedingt. Die Siegesserie ist leider gerissen. So ist halt der Sport." Recht hat er, denn Chancen waren im Verlauf der Partie reichlich vorhanden.

Blitzstart gibt keine Sicherheit

Vom schnellen Blitzstart des Vorrundenmeisters, der durch einen Nachschuss von Michal Babkovic bereits in der 2. Minute in Führung ging, ließen sich die Gäste um den erfahrenen Peter Abstreiter jedenfalls nicht irritieren. Im Gegenteil: Der 39-jährige ehemalige DEL-Profi sorgte persönlich für den Ausgleich (8.). Und Teamkollege Miloslav Horava, im letzten Jahr noch Topscorer beim Oberligisten EV Landshut, erzielte unmittelbar nach dem ersten Seitenwechsel mit einem ansatzlosen Schuss ins untere linke Eck die erstmalige Führung (21.).

Zumindest stimmte der Einsatzwille der Hawks, die wenigstens ab und an in ihren zahlreichen Bemühungen Erfolg hatten: Michael Breyer traf in Überzahl zum 2:2-Ausgleich (23.), während Michal Babkovic sowie David Hornak noch vor der zweiten Pausensirene sogar einen Zwei-Tore-Rückstand wieder aufholten (35./39.). Und als Jan Trübenekr im ebenfalls hartumkämpften Schlussabschnitt den bereits dritten ESC-Rückstand an diesem Abend nach einem Break in Unterzahl in der 56. Minute erfolgreich mit dem 5:5 abschloss (Stefan Groß hatte zuvor das 4:5 markiert, 46.), waren die 488 Fans auf den Tribünen aus dem Häuschen. Daniel Möhle machte dann alle Hoffnungen auf einen halbwegs gelungenen Auftakt der Haßfurter Hawks in die Aufstiegsrunde mit dem 6:5 zunichte.

"Ein wenig zu naiv"

"Wir haben uns viel vorgenommen. Gerade in so einer Runde wäre es schon wichtig gewesen, dass wir die drei Punkte einfahren", sagte Hartmann und fügte hinzu: "Ich hoffe nicht, dass wir diesen fehlenden Punkten am Ende nicht nachtrauern müssen." Seine Mannschaft sei in einigen Situationen "ein wenig naiv" und "zu offensiv" gewesen. Gerade beim 5:6 waren wir hinten wieder zu offen. Ein langer Pass. Das darf nicht passieren, dass kurz vor Schluss einer alleine auf unser Tor läuft." Dass Haßfurt in dieser Situation zu offensiv agierte, freute verständlicherweise seinen Moosburger Kollegen Bernhard Engelbrecht. "Für uns war es ein super Sieg. Die Jungs haben toll gekämpft. Hut ab vor der Mannschaft", sagte er.

Blick richtet sich nach vorne

Hartmann hofft, dass die Hawks schnellstmöglich aus dem Fehlstart lernen. "Wir müssen immer an die Grenzen gehen, um Erfolg zu haben. Sonst wird es eng." Auch für Stürmer Lukas Kratschmer war am Ende "ein kleiner Fehler" ausschlaggebend für die Heimniederlage. Er persönlich blicke aber wieder voraus auf die nächsten Partien. "Ich hoffe natürlich, dass es wieder besser wird." Nicht nur die Niederlage war derweil ein erster schmerzhafter Nadelstich zu Beginn der Aufstiegsrunde: Nach einem bösen Check musste der ohnehin seit einigen Wochen angeschlagene Christian Dietrich vom Eis gebracht werden.

Dass Moosburgs Jakob Killermann für dieses Foul am Haßfurter Kapitän eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt, tröstete Haßfurts Coach nicht: Vermutlich steht Dietrich längere Zeit nicht mehr zur Verfügung. Auch Michael Stach ging nach einer Verletzung vorzeitig vom Eis. Ob und wie lange der 21-Jährige ausfällt, steht noch nicht fest.

Statistik des Spiels

ESC Haßfurt: Hildenbrand, Jung - Hora, Thebus, Masel, Marx, Breyer - Hornak, Stach, Kohl, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer / Schiedsrichter: Voigt - Beigel/Bösl / Zuschauer: 488 / Tore: 1:0 (2.) Babkovic (Franek), 1:1 (8.) Abstreiter (Horava), 1:2 (21.) Horava (Eigner, Indra), 2:2 (23.) Breyer (Babkovic, Masel) 5-4, 2:3 (25.) Indra (Abstreiter, Maier), 2:4 (35.) Horava (Abstreiter, Maier), 3:4 (35.) Babkovic (Franek), 4:4 (39.) Hornak (Trübenekr, Breyer), 4:5 (46.) Groß (Hanöffer), 5:5 (56.) Trübenekr (Babkovic, Hora) 4-5, 5:6 (60.) Möhle (Hanöffer, Groß), 5:7 (60.) Indra (Horava) Empty-net / Strafzeiten: Haßfurt 6 plus 10 gegen Lang / Moosburg 15 plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Killermann.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren