Sand am Main
Fußball

Wagners Führung reicht dem FC Sand nicht

Der FC Sand unterliegt dem Würzburger FV mit 1:2. An der Relegation in der Bayernliga Nord führt wohl kein Weg vorbei.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Sander Johannes Bechmann (rechts) wirft sich in den strammen Torschuss des Würzburgers Adrian Istrefi und lenkt den Ball zur Ecke ab. Foto: Günther Geiling
Der Sander Johannes Bechmann (rechts) wirft sich in den strammen Torschuss des Würzburgers Adrian Istrefi und lenkt den Ball zur Ecke ab. Foto: Günther Geiling

Diesmal blieb die Überraschung aus: Nach einer bärenstarken ersten Hälfte mussten sich die Fußballer des FC Sand (16.) in der Bayernliga Nord dem Tabellenvierten Würzburger FV mit 1:2 (1:0) geschlagen geben. Andreas Bauer und Christian Dan drehten die Partie für die Elf von Trainer Marc Reitmaier, nachdem Sebastian Wagner für den 1:0-Pausenstand vor rund 200 Zuschauern im Seestadion gesorgt hatte. Höchstwahrscheinlich bedeutet diese Niederlage den Gang in die Relegation für die "Korbmacher": Auf den rettenden 13. Platz, den der ATSV Erlangen belegt, fehlen bei noch vier ausstehenden Partien neun Punkte. FC Sand - Würzburger FV 1:2 Im Vergleich zum 2:2-Unentschieden bei der DJK Gebenbach zuvor ergab sich beim FC Sand eine Änderung in der Aufstellung: Der nicht mehr gesperrte Kapitän André Karmann ersetzte Danny Schlereth in der Innenverteidigung.

Sander mit Doppelspitze

Würzburg ging als klarer Favorit ins Spiel, nichtsdestotrotz merkte man den Gästen den Respekt nach der späten 1:2-Niederlage in der Hinrunde an. Die Reitmaier-Elf hatte etwas mehr Ballbesitz, ohne allzu viel Torgefahr auszustrahlen. Gegen die tiefstehenden Sander, die erneut mit Philipp Markof und Shaban Rugovaj als Doppelspitze agierten, tat sich der Würzburger FV unheimlich schwer. Sands Spielmacher Sebastian Wagner fasste sich ein Herz, dribbelte in den Strafraum und vollendete mustergültig zum 1:0 der Hausherren (24. Minute). Die Elf von Trainer Dieter Schlereth nutzte gleich die erste Großchance - so sieht Kaltschnäuzigkeit aus.

Prompt bliesen die Gäste zum Gegenangriff, der Würzburger David Drösler gab einen gefährlichen Kopfball ab, der Sander Torwart Stefan Klemm parierte souverän auf der Linie (27.). Überraschend waren die "Korbmacher" dem zweiten Treffer in dieser Phase näher als die Gäste. Shaban Rugovaj schloss aus 15 Metern Entfernung ab und traf den linken Pfosten (33.). Die Sander legten einen sicheren Spielaufbau an den Tag, gingen mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe und holten sich viele zweite Bälle - solch einen FC Sand wünschten sich die Fans am liebsten in jedem Match.

Bis zur Pause überlegen

Kurz vor der Halbzeit ließen die Würzburger nochmals aufhorchen, als Benjamin Schöning aus 17 Metern die Latte traf (45.). Doch die Sander hatten bis dato alles im Griff und gingen mit viel Selbstvertrauen in die Halbzeitpause. Umso bitterer, dass die Sander den Start des zweiten Durchgangs etwas verschliefen. Nach einem Freistoß von rechts köpfte Andreas Bauer zum Ausgleich ein (49.).

"Spielerisch haben wir einfach nicht die Fähigkeiten, mit solch einer Mannschaft mitzuhalten. Dass wir direkt nach der Pause den Ausgleich markieren, darf trotzdem einfach nicht sein", so Dieter Schlereth. Von nun an dominierten die Gäste das Spielgeschehen, die Sander reagierten auf den Ausgleichstreffer geschockt. Der Würzburger Ben Müller köpfte nur knapp am Tor vorbei (57.). Die Reitmaier-Elf gewann immer mehr an Stabilität und ging ein höheres Risiko ein. Gerade über Kopfbälle brachten die Würzburger die Gastgeber immer wieder in Bedrängnis. "Der Tabellenvierte weist natürlich eine hohe Qualität auf - wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Leider haben wir gerade bei den Kopfbällen nicht so gut verteidigt", erklärte der Sander Chefcoach nach dem Spiel.

In der zweiten Halbzeit abgebaut

So dauerte es nicht lange, bis die Würzburger erneut zuschlugen: Nach einer Hereingabe von links schob Christian Dan souverän zum 2:1-Führungstreffer ein (58.). Von der Spielstärke aus der ersten Halbzeit war bei den Hausherren fast gar nichts mehr zu sehen, die Qualität des Tabellenvierten setzte sich durch. Obwohl die Sander bemüht waren, Akzente in der Offensive zu setzen, kamen vor allem die Gäste zum Zug.

Von halbrechts schoss der Würzburger Marc Hänschke nur knapp über die Querlatte - Klemm war mit den Fingerspitzen noch dran (65.). Kapitän Sebastian Fries hätte das 3:1 erzielen müssen, als er aus sieben Metern zum Abschluss kam (80.).

Dieter Schlereth war etwas enttäuscht, auch wenn seine Mannschaft gegen den Favoriten eine respektable Leistung gezeigt hatte: "Wir hätten länger das 1:0 halten und vielleicht in der ersten Halbzeit noch den zweiten Treffer markieren müssen. Der Spielausgang ist ärgerlich, weil wir einen Punkt hätten holen können bzw. müssen." Angesichts des schweren Restprogramms ist der direkte Klassenerhalt wohl passé - der Abstand auf den ATSV Erlangen beträgt neun Punkte. FC Sand Klemm - Bechmann, Witchen (83. Gonnert), Karmann, T. Schlereth, D. Schmidt, Reith, Steinmann, Wagner, Markof, Rugovaj (83. Rippstein)

Würzburger FV Koob - Drösler, Müller, Hofmann (87. Lorenz), Istrefi, Dan, Fries, Eberhardt (46. Michel), Schmömig, Hänschke, Bauer (52. Obrusnik) SR Beretic (Friedberg) Zuschauer 200

Tore 1:0 Wagner (24.), 1:1 Bauer (49.), 1:2 Dan (58.) Gelbe Karten Rugovaj / Schömig, Hänschke

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren