Sand am Main
Fußball-Bayernliga

Unlösbare Aufgabe für den FC Sand

Innerhalb von wenigen Sekunden gerät die Schlereth-Elf in Eltersdorf in Rückstand und Unterzahl. Eine Hypothek, die in der Folge nicht mehr gutzumachen ist.
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Der Eltersdorfer Tobias Herzner versucht in dieser Szene, den Ball über den Sander Kevin Steinmann zu lupfen. Trotz Platzverweis zeigte der FC eine couragierte Leistung, verlor aber mit 1:3. S. Baumann/anpfiff.info
Der Eltersdorfer Tobias Herzner versucht in dieser Szene, den Ball über den Sander Kevin Steinmann zu lupfen. Trotz Platzverweis zeigte der FC eine couragierte Leistung, verlor aber mit 1:3. S. Baumann/anpfiff.info

Erst das Gegentor, dann die Rote Karte wegen einer Notbremse: Der 1. FC Sand gibt das Bayernliga-Spiel beim SC Eltersdorf innerhalb von wenigen Sekunden aus der Hand. SC Eltersdorf - FC Sand 3:1 Tore gegen den SC Eltersdorf sind für den 1. FC Sand ein rares Gut, nur ein einziger Treffer gelang den Korbmachern in den vergangenen fünf Duellen. Ein Lieblingsgegner ist der SCE also sicher nicht. Und die Quecken wirkten zu Beginn, als würden sie diese Bilanz gern fortsetzen. Bastian Herzner (5.) und Oliver Janz (11.) kamen für die Eigner-Elf zu ersten Chancen, ehe sich auch der FC Sand durch Thorsten Schlereth in der Offensive bemerkbar machte. Sein Schuss ging aber drüber (13.). Besser machte es Eltersdorf: Den Distanzschuss von Bastian Herzner ließ FC-Keeper Markus Geier nur abprallen, den Abstauber versenkte Sebastian Schäferlein zum 1:0 (20.).

Platzverweis für Karmann

Der Weg war für die Hausherren bereitet, zumal Sand nur wenige Sekunden nach dem Rückstand in Unterzahl geriet: Andre Karmann ließ Bastian Herzner über die Klinge springen, der Schiedsrichter legte das Foul als Notbremse aus - und schickte Karmann mit glatt Rot vom Feld. "Es waren noch Spieler mitgelaufen. Andre trifft den Ball nicht richtig, Schienbein knallt auf Schienbein. Ich sage nicht, dass Rot eine Fehlentscheidung ist, man hätte die Szene wohl aber auch anders auslegen und nur Gelb zeigen können", sagte FC-Spielleiter Erich Barfuß.

Die Partie war zwar erst 21 Minuten alt, im Grunde aber schon entschieden. FC-Coach Dieter Schlereth reagierte personell, der wiedergenesene Joe Bechmann ersetzte Kevin Steinmann. Offensivoption Philipp Markof war ebenfalls wieder fit, saß vorerst aber noch auf der Bank. Sand war um Ordnung bemüht, hätte aus dem Nichts aber fast den Ausgleich erzielt: Nach einer Flanke stand Christopher Gonnert frei im Zentrum, sein Kopfball landete aber ebenso an der Latte wie der zweite Versuch - eine Szene, in der Eltersdorf großes Glück hatte. Die Hausherren zogen daraus ihre Lehren und drängten auf das zweite Tor. Und wieder war die Latte im Spiel. Der Schuss von Bastian Herzner prallte an der Torumrandung ab, der Ball landete aber erneut direkt vor den Füßen Schäferleins. Problemlos schob er zum 2:0 (35.) ein.

Eltersdorf hätte beruhigt in die Halbzeitpause gehen können, wenn sich Keeper Tugay Akbakla in der 43. Minute keinen schwerwiegenden Bock geleistet hätte. Einen harmlosen Schuss von Sven Wieczorek ließ er durch die Hände gleiten, eilte zwar zurück, da hatte das Spielgerät aber schon mit vollem Umfang die Linie überquert - so bewertete es das Schiri-Gespann.

Eltersdorf macht ernst

Der FC ging nur mit einem knappen Rückstand in die Kabine, war also tatsächlich noch etwas drin? Um es kurz zu machen: nein. Eltersdorf diktierte das Spiel, ließ Ball und Gegner laufen. Und mit jeder Minute wurde Sand müder. Der vorhandene Optimismus war mit dem 3:1 durch Bastian Herzner (62.) auf ein Minimum geschrumpft. Die Herzner-Brüder hatten aber noch nicht genug und nahmen abwechselnd das FC-Gehäuse unter Beschuss: Der Seitfall-Zieher von Bastian (66.) wollte aber ebenso nicht ins Tor wie der Distanzschuss von Tobias (67.). Einen Schreckmoment hatte noch SC-Keeper Akbakla zu verzeichnen, als er sich von einem Gegenspieler getroffen zunächst am Boden krümmte, aber doch weiterspielen konnte (75.).

Im Gefühl des sicheren Sieges ließ Eltersdorf das Spiel auslaufen, auch Sand machte nicht mehr den Eindruck, an eine Wende zu glauben. Auszeichnen durfte sich Keeper Geier, der bei zwei Toren nicht gut ausgesehen hatte, aber immerhin das 1:4 durch Calvin Sengül verhinderte und dessen Schuss noch von der Linie kratze. Es war eine der wenigen erfreulichen Szenen in einem für Sand gebrauchten Spiel.

Spielleiter Erich Barfuß sieht aber das Positive: "Taktisch und kämpferisch war es ein guter Auftritt. Wir sind mittlerweile absolut bayernligatauglich. Dass wir uns in Unterzahl nicht das Fell über die Ohren haben ziehen lassen, spricht ebenfalls für den Charakter der Mannschaft."

SC Eltersdorf: Akbakla - Bär (46. Sengül), Lindner, Woleman, Fuchs, Göbhardt (79. Drießlein), Said, Schäferlein, Janz (57. Dotterweich), T. Herzner, B. Herzner / 1. FC Sand: Geier - Karmann, Klauer (83. Witchen), Gonnert, Flachsenberger, T. Schlereth, Wagner, Wieczorek, Steinmann (26. Bechmann), Rugovaj, Reith / SR: Höpfler / Zuschauer: 350 / Tore: 1:0, 2:0 Schäferlein (20./35.), 2:1 Wieczorek (43.), 3:1 B. Herzner (62.) / Rote Karte: Karmann (21.)

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