Pfarrweisach
Fußball

Trainer beim TSV Pfarrweisach ist erst 21Jahre alt

Der TSV Pfarrweisach hat einen außergewöhnlich jungen Spielertrainer: Patrick Reuter ist erst 21 Jahre alt. Bisher zahlt sich diese Maßnahme aus, die Mannschaft belegt den dritten Platz in der Fußball-Kreisklasse Itzgrund. Der junge Trainer ist ehrgeizig, die Mannschaft zieht mit.
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Patrick Reuter (rechts, hier im Zweikampf mit Karsten Opl vom TV Ebern)  führt als 21-jähriger Spielertrainer  die Kreisklassenmannschaft des TSV Pfarrweisach.
Patrick Reuter (rechts, hier im Zweikampf mit Karsten Opl vom TV Ebern) führt als 21-jähriger Spielertrainer die Kreisklassenmannschaft des TSV Pfarrweisach.
"Mit ein, zwei engeren Kumpels" hat sich Patrick Reuter besprochen, als das Angebot kam. Deren Antworten seien positiv gewesen, und nach einer Bedenkzeit von einigen Tagen stand für ihn fest: Er übernimmt das Amt des Spielertrainers beim TSV Pfarrweisach. "Ich habe mich da auch sehr von meinem Gefühl leiten lassen", erzählt er. An sich ein normaler Vorgang im Amateurfußball, aber eben nur auf den ersten Blick: Denn Patrick Reuter ist erst 21 Jahre alt. Damit dürfte er der jüngste Spielertrainer einer Ersten Fußballmannschaft im Kreis Haßberge sein.

"Wir haben eine junge Mannschaft", sagt Richard Raithel, im Vorstand des TSV zuständig für die Herrenmannschaften. Deshalb habe der Verein einen jungen Trainer geholt, "und bis jetzt läuft es auch sehr gut." Für Patrick Reuter schließt sich damit auch der Kreis. Als Fünfjähriger schon hat er in Pfarrweisach, wo er weiterhin wohnt, mit dem Fußball spielen begonnen. 1. FC Haßfurt (D-Jugend), SpVgg Greuther Fürth (C-Jugend) sowie FC Eintracht Bamberg (B- und A-Jugend) sind seine weiteren Stationen gewesen, ehe er in der Saison 2011/12 beim FC Strullendorf in der Bezirksoberliga kickte. "Als junger Spieler braucht man ein bisschen Zeit, bis man sich da reinfindet", erzählt Reuter. In dieser "Findungsphase" kam dann das Angebot seines Heimatvereins. Nachdem er sich entschieden hatte, wechselte er in der Winterpause zurück zum TSV Pfarrweisach, um Mannschaft und Umfeld noch besser kennen zu lernen. Und vor Saisonstart 2012/13 übernahm er dann als Nachfolger von Nico Kalb, der zur SpVgg Wüstenahorn ging, die sportliche Verantwortung.

Die Zielsetzung ist bisher erfüllt


"Manchmal schlafe ich damit ein und wache damit auf", antwortet er auf die Frage, wie viel Aufwand sein neues Amt für ihn bedeute. Denn Patrick Reuter macht kein Hehl daraus, dass er mit Ehrgeiz an seine Aufgabe herangeht. "Es ist reizvoll, etwas bewegen zu können", sagt er. Nachdem die Pfarrweisacher die vorangegangene Saison als Elfter nur zwei Punkte vor dem späteren Absteiger SV Hafenpreppach abgeschlossen hatten, sei diesmal ein einstelliger Tabellenplatz das Ziel gewesen. Diese Vorgabe haben Mannschaft und Trainer bis zwei Spieltage vor Vorrundenende bestens umgesetzt: Mit 27 Zählern ist der TSV Dritter. Natürlich werde, wenn man so weit oben stehe, auch einmal darüber gesprochen, ob eventuell noch mehr möglich ist, "aber der Aufstieg ist sicher nicht unser erklärtes Ziel", sagt Patrick Reuter. Der Rückstand zu den führenden Mannschaften TSV Bad Rodach und Spfr. Unterpreppach beträgt auch neun beziehungsweise sieben Punkte. Sein Vorhaben sei es, mit der Mannschaft unter die ersten fünf zu kommen.

Das Training soll möglichst abwechslungsreich sein


"Man muss schon ein bisschen Abstand haben", sagt der Spielertrainer über seine Rolle im Team. "Ich mag sie alle, aber man muss sich schon überlegen, mit wem man abends weggeht, nicht dass es dann heißt, da wird einer bevorzugt." Bisher, sagt Patrick Reuter, könne er damit "gut umgehen." Und sein jugendliches Alter sei auch kein Problem, "ich denke schon, dass ich anerkannt bin."

Im Training lege er viel Wert auf die läuferische Komponente, "weil ich das aus der Jugend gewohnt bin. Wir haben ja auch eine junge Mannschaft, die etwas erreichen will und voll mitzieht." Trotzdem soll, wann immer es geht, der Ball im Spiel sein. Koordinative Übungen, Torschuss, taktische Schulungen im Spiel fünf gegen fünf - Patrick Reuter erzählt, dass er stets versuche, das Training möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Und auch bei der Aufstellung gebe es immer wieder Umstellungen, "ich achte schon darauf, dass möglichst jeder seine Chance bekommt", sagt der Spielertrainer.

Erfolgreiche Jugendarbeit


16, 17 Mann umfasse der engere Kader der Kreisliga-Mannschaft, darunter mit Daniel Schneidawind und Steffen Deringer auch zwei Nachwuchsleute, die noch in der A-Jugend spielen. Stichwort Nachwuchs: Die Zusammenarbeit mit einigen Nachbarvereinen in der Jugendfördergemeinschaft (JFG) Weisachtal sei für den Verein ein echter Vorteil. "Dafür, dass wir hier mitten auf dem Land sind, läuft das wirklich gut", sagt Patrick Reuter, der seit frühester Jugend im Angriff spielt. Sich selbst bezeichnet der 1,80-Meter-Mann als "robusten Stürmer", der dennoch auch in Sachen Technik, Dribbling und Zweikampf einige Stärken hat.
Neben seinem Beruf im Lager bei einer größeren Firma in Ebern und dem Fußball bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge. "Mein größtes Hobby ist meine Freundin", erklärt der 21-Jährige lachend. Seine Annika stehe voll hinter seiner Fußball-Leidenschaft: "Sie ist bei den Spielen und oft auch beim Training dabei."

Kurze Wege im Vergleich zu den Fahrten zu seinen früheren Vereinen, sportlicher Erfolg, gute Vereinbarkeit von Beruf, Sport und Privatleben - "momentan macht es sehr viel Spaß", sagt Patrick Reuter. Dennoch - mit 21 Jahren steht er noch am Anfang seiner fußballerischen Laufbahn. In Pfarrweisach hat er einen Vertrag für diese Saison. Was danach kommt, sei noch nicht entschieden - "um mir darüber Gedanken zu machen, ist noch Zeit", erklärt er entspannt.

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