Sand am Main
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Thorsten Schlereth schießt den FSV ab

Der FC Sand schießt den FSV Erlangen-Bruck im Hinspiel der Relegation zum Klassenerhalt in der Bayernliga mit 5:1 aus dem Seestadion.
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Der Mann des Abends, Thorsten Schlereth, bejubelt seinen zweiten Treffer.  Foto: Ryan Evans
Der Mann des Abends, Thorsten Schlereth, bejubelt seinen zweiten Treffer. Foto: Ryan Evans

Der FC Sand hat es im Hinspiel der Relegation gegen den FSV Erlangen-Bruck ordentlich krachen lassen. Die Korbmacher fuhren einen fulminanten 5:1-Sieg ein und erspielten sich somit eine fantastische Ausgangssituation für das Rückspiel. Die Taktik von Chefcoach Dieter Schlereth hat sich bewährt: Für die Tore der Sander brauchte es kaum echte Stürmer, nur Thorsten Schlereth.

FC Sand - FSV Erlangen-Bruck 5:1

Die Sander rührten ordentlich die Werbetrommel, schließlich stand das letzte Heimspiel der Saison an. Extra Bier- und Bratwurststände machten deutlich: Heute ist ein besonderes Spiel. Rund 650 Zuschauer erwarteten ein heißes Relegationshinspiel zwischen dem FC Sand und Erlangen-Bruck - und sie wurden nicht enttäuscht.

Schlereth wählte zunächst eine sehr defensive Grundausrichtung, sowohl Shaban Rugovaj als auch Philipp Markof nahmen auf der Bank Platz - somit stand kein einziger echter Stürmer bei den Sandern auf dem Rasen. Damit landete er einen Volltreffer. "Ich habe wirklich sehr lange, wenn nicht sogar mehrere Tage darüber nachgedacht, wie wir das Spiel am besten angehen. Ein Relegationsspiel ist einfach etwas Besonderes, ich freue mich unheimlich, dass meine Taktik so gut aufgegangen ist", so Schlereth. Erst defensiv stark, dann offensiv eiskalt - diese Formel überwältigte die Erlanger.

Die Pollen, die überall herumflogen, setzten sich kaum auf dem Spielfeld ab - auf dem Rasen ging von Anfang die Post ab. Obwohl sich beide Teams zunächst in der Defensive sortierten, war enorm viel Tempo in der Partie. Die Zweikämpfe wurden energisch geführt. Adrian Reith steckte die Kugel auf Thorsten Schlereth, der mit seiner allseits bekannten Schnelligkeit durchstartete, Erlangens Keeper Mathias Beck umkurvte und eiskalt zum wichtigen Führungstreffer der Korbmacher einschob (19.).

Nur wenig später unternahm Schlereth ein weiteres Dribbling, wobei er allerdings vom Ball getrennt wurde und der Ball zu Adrian Reith kullerte. Dieser fackelte nicht lange und traf zum 2:0 - der Sander Traumstart war perfekt. Die Elf von Normann Wagner wusste gar nicht, wie ihr geschah. Kurz vor der Pause erhielten die Sander sogar die Chance zum dritten Treffer: Sebastian Wagner nahm einen anspruchsvollen hohen Ball direkt - der Schussversuch stellte jedoch kein Problem für Erlangens Torhüter dar. Zielstrebig, konsequent und hellwach: die Korbmacher zeigten in den ersten 45 Minuten eine grandiose Leistung.

Nun hieß es: Bloß kein Gegentor kassieren! Doch da machte Erlangen den Gastgebern einen Strich durch die Rechnung. Chris Gonnert foulte den Gegner im Strafraum - Schiedsrichter Roman Potemkin zeigte auf den Elfmeterpunkt. Den Strafstoß verwandelte Bastian Lunz sicher zum 2:1-Anschlusstreffer (51.). Das wollten sich die Hausherren nicht gefallen lassen, die Schlereth-Elf gab alles, um den Zwei-Tore-Abstand wiederherzustellen. Wieder legte Thorsten Schlereth einen atemberaubenden Antritt hin, nahm volle Fahrt auf und vollendete sein Dribbling mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 - der 35-Jährige war nicht zu stoppen (62.). Er erlegte die Mittelfranken fast im Alleingang: "Mit diesem Ergebnis hätte ich so nicht gerechnet, es war ein geiles Spiel von mir und der ganzen Mannschaft", freut sich Thorsten Schlereth.

Sands Nummer 6 sieht hervorragende Chancen für den Klassenerhalt: "Wenn man die vergangenen zwei Wochen in der Champions League beobachtet, weiß man, dass im Fußball alles möglich ist. Ich glaube trotzdem, dass wir uns mit dem heutigen Sieg ein sehr gutes Polster erarbeitet haben. Wir werden im Rückspiel nochmal alles geben und dann sollte es klappen."

Adrian Reith tat es Thorsten Schlereth nach, schnappte sich vor dem Strafraum die Kugel und erzielte ebenfalls sein zweites Tor. Nach 70 Minuten stand es 4:1 für den FC Sand. Der eingewechselte Shaban Rugovaj probierte von halbrechts sein Glück und traf zum 5:1 (78.), der Torrausch schien kein Ende zu nehmen. Die Rote Karte für Erlangens Daniel Eich war Nebensache (90.+4).

Was soll da noch schiefgehen im Rückspiel? Dieter Schlereth hat das Auswärtsspiel in Erlangen noch im Kopf: "Dieser Sieg tut richtig gut, auf der anderen Seite haben wir noch nichts gewonnen. Es sollte zwar nichts mehr passieren, doch die 0:6-Niederlage in Erlangen bleibt uns in Erinnerung." FC Sand: Klemm - Bechmann, D. Schlereth, T. Schlereth (87. Witchen), Karmann, Wagner (83. O. Gonnert), C. Gonnert (71. Rugovaj), Rippstein, Reith, Steinmann, D. Schmitt / FSV Erlangen-Bruck: Beck - Sperber (77. Ferizi), Güler (81. Bauernschmitt), Eich, Selmani (86. Kemenni), Cagli, Seybold, Fischer, Ortner, Lunz, Djonbalic / SR: Roman Potemkin / Zuschauer: 650 / Rote Karte: - / Eich (90.+4) / Tore: 1:0 T. Schlereth (19.), 2:0 Reith (26.), 2:1 Lunz (51., Elfmeter), 3:1 T. Schlereth (62.), 4:1 Reith (70.), 5:1 Rugovaj (78.)

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