Roßstadt
A-Klasse Schweinfurt 5

Spiel der Woche: SpVgg Roßstadt verlässt den Spielkreis

Weil sich die SpVgg Roßstadt künftig mit den Trunstadtern zusammentun will, werden sie in der neuen Saison als SG im Kreis Bamberg antreten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Roßstadter Kapitän Andreas Bauerschmidt (rechts) hält seinen Fuß in den Schuss des Zellers Christoph Ullrich und verhindert die Torchance der Gäste. Trotzdem landete der Ball sieben Mal in den Roßstadter Maschen. Fotos: Günther Geiling
Der Roßstadter Kapitän Andreas Bauerschmidt (rechts) hält seinen Fuß in den Schuss des Zellers Christoph Ullrich und verhindert die Torchance der Gäste. Trotzdem landete der Ball sieben Mal in den Roßstadter Maschen. Fotos: Günther Geiling
+1 Bild
Der demografische Wandel und damit verbundene Spielermangel macht auch vor den Fußballvereinen nicht halt. Jugendfördergemeinschaften über mehrere Vereine hinweg zählen mittlerweile zum Alltag. Aber auch im Seniorenbereich werden zunehmend Spielgemeinschaften gegründet, um den Verein, sein Sportgelände mit Sportheim und das gesellschaftliche Leben vor Ort am Leben zu erhalten. Vor einem solchen Schritt steht derzeit auch die Spvgg Roßstadt, die beim Spiel gegen den Spitzenreiter der Fußball-A-Klasse 5 nach einer 2:0-Führung noch eine deutliche 2:7 Niederlage einstecken musste.

SpVgg Roßstadt -
TSV Zell/Ebg. 2:7

Die SpVgg Roßstadt ist ein verhältnismäßig junger Verein, der erst 1975 gegründet wurde. 2003 musste man einen dramatischen Schicksalsschlag hinnehmen: Das komplette Wirtschaftsgebäude wurde durch einen Brand vernichtet. Im Jahre 2012 feierten die "Roscherter" die Meisterschaft in der B-Klasse und seit 2014 hat der Verein auch eine Frauenmannschaft.

Das Thema Spielerrückgang und Kadergröße haben aber schon im letzten Herbst dazu geführt, dass die zweite Mannschaft eine Spielgemeinschaft mit der SpVgg Trunstadt einging. Wie Vorstandsvorsitzender Uwe Pappenheimer und Spielleiter Roland Schwarz mitteilten, "wird die SpVgg Roßstadt ab der nächsten Saison auch mit der ersten Mannschaft diesem Schritt folgen". Dies werde auch Auswirkungen auf den Spielkreis Schweinfurt haben, denn die SpVgg Roßstadt spiele dann im Kreis Bamberg/Bayreuth. "Auf jeden Fall spielen wir dann in der Spielklasse, in der die SpVgg Trunstadt die Saison beenden wird." Derzeit steht Trunstadt mit 22 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz, hat also vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz und wäre somit in der Kreisklasse Bamberg 1.

Womit die Roßstadter jedoch noch mit Unterfranken und dem Spielkreis Schweinfurt verbunden sein werden, ist ihre Frauenmannschaft. Die spielte zwar in ihrer ersten Saison schon in Oberfranken, wurde dann aber nach Unterfranken umgegliedert. Dies empfand man damals als großen Nachteil - wegen der weiten Fahrten in den Raum Schweinfurt. Derzeit nimmt die Frauenmannschaft in der Frauen-Kreisliga Schweinfurt den sechsten Platz ein und trifft am Samstag, 21. April, um 17 Uhr auf Spitzenreiter TSV Limbach. Die Misere der ersten Mannschaft macht Spielleiter Roland Schwarz deutlich: "Uns fehlen einfach der Nachwuchs und die Jugendlichen. Dabei hatten wir früher einmal einen starken Unterbau von der D7 bis zur A-Jugend. Aber das ist längst vorbei." Vorsitzender Uwe Pappenheimer sieht auch noch eine Ursache darin, dass wir an der "Zonengrenze zwischen Unterfranken und Oberfranken liegen und als kleiner Verein keine großen Möglichkeiten haben, Spieler zu uns zu holen. Dem Wohnortswechsel folgen dann auch Spieler- und Vereinswechsel."
"An diesem Spieltag haben wir außerdem eine Verletztenliste von fünf Spielern, die fast eine halbe Mannschaft ausmachen", beschreibt Trainer Peter Heppt das Malheur, das es vor dem Spieltag immer schwerer mache, eine gute Mannschaft aufzubieten - geschweige denn noch aus einer Reserve auf der Auswechselbank schöpfen zu können.

Dass sich eine solche Situation auf das Spiel auswirkt, wurde bei der Begegnung gegen den Spitzenreiter Zell deutlich. Zuversichtlich gingen die Roßstadter in das Spiel, boten den Gästen zu Beginn auch Paroli und waren ein gleichwertiger Gegner. Als in Sebastian Baumgartl das 1:0 erzielte (10.) und Kapitän Andreas Bauerschmidt in der 28. Minute sogar das 2:0 folgen ließ, kam durchaus Hoffnung auf. Dann schlichen sich jedoch wieder Abwehrfehler bei den Roßstadtern ein, die der Spitzenreiter postwendend bestrafte. Dirk Thiess erzielte in der 37. Minuten den Anschlusstreffer und zu allem Unglück für die Roßstadter zeigte der Schiedsrichter vor der Halbzeitpause auf den Elfmeterpunkt. Christoph Herold stellte mit dem verwandelten Elfmeter den Ausgleich her. In der zweiten Halbzeit sahen die Zuschauer, dass der TSV Zell verdient an der Spitze der A-Klasse 5 steht. Er übernahm immer mehr das Spiel und sicherte sich auch durch entsprechende Tore den Erfolg. Marcel Herzing (54.), Sven Gonnert (59.) Marco Häfner (72.), Sven Gonnert (80.) und Christoph Herold (90.+5) erhöhten in regelmäßigen Abständen auf 7:2, der Favorit nahm die drei Zähler mit nach Hause.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren