Haßfurt
Kegeln

Sexy, Simsa, Hossa, Ratzeputz - Gut Holz Zeil holt sich den Pokal

Der SKK Gut Holz Zeil gewinnt den Haßberge-Steigerwald-Cup. Zum Erlebnis machen das Finale die Fans aus Stettfeld, Zeil, Kirchaich und Rentweinsdorf.
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Die Fans des KSV Rentweinsdorf sorgten auf der Kegelanlage des SKK Haßfurt für besondere Stimmung.  Fotos: Günther Geiling
Die Fans des KSV Rentweinsdorf sorgten auf der Kegelanlage des SKK Haßfurt für besondere Stimmung. Fotos: Günther Geiling
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Mehr als 100 Kegelfans fieberten zum zweiten Mal beim Finale des "Haßberge-Steigerwald-Cup" auf der Kegelbahn des SKK Haßfurt mit. Sie wurden nicht enttäuscht: Erst auf die letzten Schub setzten sich die Bundesligakegler des SKK Gut Holz Zeil (39 Punkte/ 1680 Holz) gegen den SKK Stettfeld (35/1613) durch.

Der Geschichte des Cups hat ihren Ursprung im Wanderpokal von Otto Beßler, ehemaliger Vorsitzender des KV sowie des SKK Gut Holz Zeil. Nachdem die Zeiler den Wanderpokal fünf Mal in Folge gewonnen hatten, ging er endgültig in deren Besitz über. Nach einer kurzen Unterbrechung hat der Kegelverein Haßberge-Steigerwald den "Haßberg-Steigerwald-Cup" als nachfolgenden Wanderpokal ausgerufen.

"Er ist schon beim ersten Ausspielen im vorigen Jahr auf große Resonanz gestoßen. Eine gute und neue Idee war, das Finale mit vier Mannschaften zu bestreiten. Dadurch kommen viel mehr Fans und Zuschauer. Das zeigt auch die hervorragende Stimmung heute", sagte Spielleiter Patrick Löhr, der sich schon vor Beginn sichtlich über die prall gefüllte Kegelanlage freute.

Im Finale traten der SKK Stettfeld und der KSV Rentweinsdorf aus der Kreisklasse Ost, die DJK Kirchaich II aus der Kreisliga Ost und der Bundesligist SKK Gut Holz Zeil an. "Der Pokal hat, ähnlich wie im Fußball, seine eigenen Gesetze. Das mussten auch wir von Gut Holz Zeil im letzten Jahr erfahren, als wir vorzeitig ausgeschieden sind und die Sander den neuen Cup erstmals mit nach Hause nahmen", sagte Löhr, der gleichzeitig im Team der Zeiler antrat.

Vor diesem Hintergrund gingen alle vier Mannschaften mit Optimismus ins Finale. Ihre Hoffnung auf eine Überraschung gaben sie aber nur hinter der Hand kund. Die Überraschung schien greifbar, denn mit ihrem ersten Kegler Andreas Bruchmann lagen plötzlich die Stettfelder nach dem ersten Satz mit 14 Punkten und 565 Holz auf Platz 1, knapp dahinter mit 13 Punkten und 566 Holz kam dann aber Gut Holz Zeil.

Punktesystem schlägt Holzzahl

Beim Pokal entscheidet nicht die am Schluss erreichte Holzanzahl über Sieg und Niederlage, sondern die Punkte, die nach jedem Satz vergeben werden. Von jeder Mannschaft gehen drei Kegler an den Start und schieben jeweils 120 Kugeln. Die 120 sind aber mit jeweils 30 Schub, 15 auf die Vollen und 15 mit Abräumen, auf vier Sätze aufgeteilt. Nach jedem Satz werden je nach der Holzzahl Punkte verteilt. Dadurch kann jeder einzelne Satz für eine Überraschung sorgen. Das Konzept ging auf, die Kegler hielten die Spannung hoch und hinter den Sportlern ging es ebenso heiß her: Die Zuschauer begleiteten nahezu jeden Schub mit Gesängen und Anfeuerungsrufen. "Sexy" bei sechs gefällten Holz, "Simsa" bei sieben und "Hossa" bei acht. Aufgemotzt mit weiteren wie "Ratzeputz!" bimmelte bei einem Neuner sofort die Glocke.

Mit einem Paukenschlag hatte also Andreas Bruchmann vom SKK Stettfeld das Turnier eröffnet, mit dem bundesligareifen Ergebnis von 565 Holz lag er nur ein Holz hinter seinem Zeiler Konkurrenten Marco Endres, der auf 566 Holz kam. Bruchmann hatte schon vorher angekündigt, dass man dem Favoriten aus Zeil "die Zähne zeigen werde". Und so geschah es auch. Bruchmann und Endres hatten je zwei Sätze für sich entschieden. "Über diesen Auftakt will ich nicht meckern, aber er hätte sogar noch besser sein können. Die Kugel war etwas rutschig. Trotzdem habe ich mich über mein Ergebnis sehr gefreut", sagte Bruchmann.

Der KSV Rentweinsdorf zog mit dem 18-jährigen Luca Schneider den jüngsten Kegler aus dem Ärmel. Schneider spielte hauptsächlich noch in der Jugend und verstärkte die erste Mannschaft des KSV erst einige Male. Sein Verein wollte ihm die Chance geben, einmal vor einer größeren Zuschauerkulisse zu spielen - eine kluge Entscheidung. Die Rentweinsdorfer waren mit einem Bus und über 30 Fans zum Finale nach Haßfurt gekommen und sorgten für ausgelassene Stimmung. "Die Fans haben mich regelrecht getragen. Das wurde noch dadurch getoppt, dass es hier keine Glasscheibe zwischen den Keglern auf der Bahn und den Zuschauern gibt. Das ist ein interessantes Erlebnis. Ich war erst ein wenig zurückhaltend, dann war ich aber im Tunnel und konnte mein Ding spielen. Mit meinem Gesamtergebnis von 498 Holz war ich recht zufrieden, hätte aber gerne die 500er Marke geknackt", sagte Schneider.

Vor dem letzten Durchgang lagen der SKK Stettfeld und Gut Holz Zeil mit jeweils 25 Punkten gleichauf. Wenn schon nicht die Holzzahl zählt, mussten die letzten vier Sätze über den Gewinn des Cups entscheiden. Im direkten Duell standen sich dabei der Zeiler Bastian Hopp und der Stettfelder Daniel Full gegenüber. Hopp ließ in den ersten beiden Sätzen nichts anbrennen und entschied sie mit 141 Holz für sich. Aber im dritten Satz holte sich Full den Satzgewinn und schürte die Hoffnungen der Stettfelder. Hopp zeigte aber im letzten Satz noch einmal seine ganze Routine, kam mit 151 Holz auf das Gesamtergebnis von 572 Holz und dem besten Einzelergebnis des Turniers. Der Favorit schnappte sich also doch noch den Pokal.

Der Vorsitzende des KV Haßberge-Steigerwald, Philipp Voit, freute sich im Anschluss über den erstklassigen Verlauf des Kegel-Cups, an dem 28 Mannschaften teilgenommen hatten und sich über drei Runden für das Finale qualifizieren mussten. "Das Finale war wieder ein großes Ereignis für unseren Kegelsport und die Spannung um den Sieg hielt bis zum letzten Durchgang an. Der Mannschaft des SKK Gut Holz Zeil, aber auch den übrigen Finalteilnehmern, gratuliere ich ganz herzlich und bedanke mich für ihr sportliches Verhalten."

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