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Volleyball

Rolf Werner: Die Jungs sind hungrig

Die Oshino Volleys Eltmann haben die vergangene Zweitligasaison auf Rang 3 beendet. Der Manager Rolf Werner über Highlights, Tiefpunkte und Überraschungen.
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Rolf Werner  Foto: Archiv
Rolf Werner Foto: Archiv
Der dritte Tabellenplatz in der abgelaufenen Saison war für die Eltmanner in Ordnung, doch Rolf Werner und sein Team wollen mehr. Im Gespräch blickt er auf die Spielzeit 2017/18 der 2. Volleyball-Liga Süd zurück.

Herr Werner, wie beurteilen Sie die vergangene Saison? Sind sie zufrieden?
Rolf Werner: Wir sind zufrieden. Unser Ziel war es, um die Meisterschaft mitzuspielen. Das haben wir geschafft, Rang 3 ist absolut okay. Der Vizemeistertitel wäre uns natürlich lieber gewesen, aber der eine Punkt Unterschied schmälert unsere Leistung in dieser Saison auch nicht. Das macht letztlich auch keinen Unterschied, wir haben dadurch weder Sponsoren verloren, noch welche dazugewonnen.

Zumal es in der Liga in dieser Saison nicht einfacher wurde.
Das stimmt. Die Liga ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker geworden. Die Tabelle zeigt ja, wie eng es im oberen Drittel zuging.

Und ganz oben stand am Ende der TSV Grafing. Zurecht?
Die Grafinger waren auch schon in der Vorsaison ein wirklich unangenehm zu spielender Gegner. Sie spielen schnellen und risikoreichen Volleyball, der im Vorjahr einen Schwachpunkt hatte: ihre beiden kleinen Außenangreifer. Das haben sie mit dem Transfer von Julius Höfer behoben.

Wie wichtig war Höfer für die Grafinger?
Höfer war extrem wichtig und hat das Team meiner Ansicht nach um mindestens 20 Prozent gepusht. Mit so einem schwimmst du dann auch auf einer Erfolgswelle. Grafing ist völlig verdient Meister geworden. Das erkennen wir neidlos an und können nur gratulieren.

Wenn Grafing Höfer hatte, wen hatte Eltmann?
Wir haben brutal guten Teamgeist, eine tolle mannschaftliche Geschlossenheit. Außerdem haben wir sehr gute Verteidiger und sind top in der Annahme. Im Angriff hat uns vielleicht manchmal die Durchschlagskraft gefehlt.

So wie beim Vorrundenspiel in Grafing?
Das war vielleicht das entscheidende Spiel, und das ist extrem unglücklich für uns gelaufen. Wir waren stark ersatzgeschwächt, hatten kaum Optionen auf der Bank. Unser Außenangreifer Timon Schippmann wollte ein gutes Abschiedsspiel geben, aber das hat nicht wirklich funktioniert. Es ist einfach vieles zusammengekommen in dieser Partie.

Aber die Revanche in der eigenen Halle ist geglückt.
Ja. Das war wahrscheinlich mein Saisonhighlight. Wir haben das Rückspiel gegen die Grafinger sehr dominant gestaltet...naja, wir haben sie aus der Halle gefegt. Das war schon eine Genugtuung.

An der die Fans sicherlich auch ihren Anteil hatten. Wie wichtig ist die gute Stimmung in der Halle?
Unsere Fankultur ist super, das muss man sagen. Die Stimmung ist jedes Mal spitze. Klar, Hammelburg oder Freiburg hat auch eine gute Atmosphäre. Aber wir sind vor allem mit unserem Fanclub Red Barons schon einmalig in dieser Liga.

Was hat Sie in der vergangenen Saison überrascht?
Der Abstieg des GSVE Delitzsch, dass so ein Dino runter muss. Mit diesem Kader war die Mannschaft mindestens im oberen Mittelfeld zu erwarten. Nach eigenen Angaben vor der Saison wollten sie ja auch in der Meisterschaftsfrage ein Wörtchen mitreden. Dass es dann so ausgeht, war wirklich eine Überraschung.

Wenn wir in die Zukunft blicken: Wie soll es mit dem Eltmanner Volleyball weitergehen?
Wir wollen weiterhin ganz oben mitspielen. Das ist klar. Das will nicht nur ich, das will das ganze Team. Die Jungs sind hungrig, vor allem die Jüngeren im Team, die sich super integriert haben.

Welche personellen Veränderungen wird es zur neuen Saison geben?
Wir mussten unsere Nachwuchsarbeit eine ganze Zeit lang vernachlässigen. Die Folgen spüren wir immer noch. Wir haben gute Nachwuchsspieler in unseren Reihen, aber es wird noch Jahre dauern, um sie an das Bundesliganiveau heranzuführen. Deswegen werden wir auch weiterhin auf Neuzugänge angewiesen sein.

Das Gespräch führte
Felix Mock


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