Eltmann
2. Volleyball-Liga Süd

Risikobereitschaft der Eltmanner wird belohnt

Der VC Eltmann bezwingt Mainz nach hartem Kampf mit 3:0 und sichert sich die Tabellenführung.
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Mit aller Kraft stemmen sich die Eltmanner Merten Krüger (Nr. 8) und Sven Kellermann (Nr. 10) gegen den Schlag von Alexander Kippes (l.). Rechts mit der Nr. 11 der Mainzer Frederik Mingers Foto: Günther Geiling
Mit aller Kraft stemmen sich die Eltmanner Merten Krüger (Nr. 8) und Sven Kellermann (Nr. 10) gegen den Schlag von Alexander Kippes (l.). Rechts mit der Nr. 11 der Mainzer Frederik Mingers Foto: Günther Geiling
Das erste Punktspiel des VC Eltmann im Jahr 2018 in der 2. Volleyball-Liga Süd hatte es in sich: Obwohl am Ende nach Sätzen ein klarer 3:0-Erfolg (25:23, 26:24, 25:19) stand, war die Wundertüte aus Mainz zumindest in den ersten beiden Sätzen ein echt harter Brocken für die Oshino Volleys. Nachdem es im gleichzeitig in Schwaig stattfindenden Spitzenspiel zwischen dem Team von Josef Jannosik und der TG Rüsselsheim mit dem 3:1-Sieg der Gäste aus dem Großraum Frankfurt doch eine Überraschung gab, hat der VC Eltmann binnen einer Woche die Tabellenspitze zurückerobert. Schärfster Verfolger des VCE sind die Grafinger, die sich allerdings im Sonntagsspiel in Unterhaching mit einem 3:2-Erfolg und lediglich zwei Punkten begnügen mussten. So verpassten es die Grafinger, mit Eltmann gleichzuziehen.
Der VC Eltmann präsentierte sich den knapp 500 Zuschauern von seiner besten Seite und untermauerte seine Titelambitionen. Milan Maric schätzte nach dem Spiel erleichtert ein: "Die ersten beiden Sätze gegen Mainz, ein unberechenbarer und unangenehmer Gegner, waren ein echtes taktisches Schachspiel. Beide Mannschaften haben in diesen Sätzen sehr wenig Fehler im Angriffsspiel gemacht. Dabei haben uns unserere beiden Testspiele in Sonneberg gegen den VC Gotha und in Eltmann gegen Ölsnitz sehr geholfen."
Mainz kämpfte um jeden Ball, Eltmann produzierte nur deswegen relativ viele Fehler, weil die Spieler in ihren Aktionen eine hohe Risikobereitschaft zeigten. "Da kann es schon die ein oder andere Ungenauigkeit geben", bestätigte Maric.
So war es nicht verwunderlich, dass Eltmann im ersten Satz zwar meist führte, aber lange nicht entscheidend wegkam. Erst mit seinem Schmetterball zum 16:14 leitete Neuzugang David Strobel, der bei seiner Premiere einen starken Eindruck hinterließ, den Endspurt der Gastgeber ein. Und als Johannes Engel zum 22:19 nachgelegt hatte, war die Vorentscheidung gefallen. Hans-Peter Nürnberger machte schließlich den Deckel zum 25:23 drauf. "Wir hatten im Hinspiel ja schlechte Erfahrung mit Mainz gemacht, deshalb waren wir heiß auf die Wiedergutmachung", begründete Engel, der zum wertvollsten Spieler gewählt wurde, das Risiko.
Die Rechnung ging auf - im zweiten Durchgang allerdings erst auf den letzten Drücker. Nach einer beidseitig von Fehlern geprägten Anfangsphase nutzten die Mainzer die ersten längeren Ballwechsel zum Ausbau ihrer Führung. Über 12:8 und 14:10 schienen sie schon wegzuziehen, ehe Sven Kellermann mit seinem fulminanten Block zum 16:17 das erste Zeichen zur Trendwende setzte. Engel mit einem nicht minder beeindruckenden Block zum 20:21 das zweite. Nach ein paar Führungswechseln zeigten die Gäste in der Schlussphase aber Nerven: Libero Johannes Delinsky leistete sich erst zwei haarsträubende Annahmefehler und trat dann nach dem 26:24 frustriert gegen die Bande. "Wir
hatten da ein paar glückliche Aktionen und Mainz hatte Angst vor dem Gewinnen. Letztlich haben wir kühlen Kopf bewahrt", so Engel.


Erst locker, dann leichtsinnig

Und wer auf diese Art und Weise zwei enge Sätze gewinnt, der ist mental einfach im Vorteil. So auch die Oshino Volleys: Nachdem Janis Späth den Ball zum 6:5 versenkt hatte, war die Lockerheit der vielen Siege bisher zurück; sogar ein paar Tanzeinlagen mischten sich Punkt um Punkt unter den Jubel. Über 13:6 und 16:7 zogen die Eltmanner auf 18:9 davon - und wurden dann leichtsinnig.
"Wir sind dann in den alten Trott verfallen", spielte Engel auf so manche Phase in dieser Saison an, in der es an Konstanz gefehlt hatte. "In dieser ausgeglichenen Liga musst du jedes Spiel bis zu Ende dominieren, wenn du gewinnen willst", monierte der Außenangreifer die Nachlässigkeiten (19:23). Er selbst sorgte dann aber für den ersten Matchball, den Daniel Schmitt verwandelte.


Lob für Neuzugang Strobel

Maric freute sich neben den drei Punkten über die Vorstellung von Strobel: "Das ist der absolut richtige Mann für unsere Mannschaft. Er passt menschlich top. Und was er spielerisch kann, das habe ich gewusst." Die Lücke, die Timon Schippmann mit seinem Dezember-Wechsel zum Erstligisten TV Rottenburg hinterlassen hatte, scheint also nahtlos geschlossen.
VC Eltmann: Strobel, Kellermann, Krüger, Engel, Späth, Nürnberger, Werner, Peta, Schmitt
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